Zuchwil

Frühe Sprachförderung trägt in Zuchwil Früchte

Stephan Hug, Schuldirektor von Zuchwill

Stephan Hug, Schuldirektor von Zuchwill

Trotz 62 Prozent Ausländeranteil sprechen in Zuchwil bereits im Kindergarten 90 Prozent der Kinder Deutsch. Vor vier Jahren war es nur die Hälfte.

Während im Weststadt-Schulhaus Hermesbühl die Klassenzimmer zunehmend leerer werden, drohen die Schulhäuser Fegetz und Vorstadt aus allen Nähten zu platzen. Als Lösung war vorgesehen, alle Fünft- und Sechstklässler in sozial durchmischten Klassen auf die verschiedenen Schulhäuser aufzuteilen und damit gleichzeitig die Chancengleichheit sicherzustellen. Der Ausländeranteil hätte so zwischen 20 und 25 Prozent betragen. Dieser Antrag wurde vom Gemeinderat Solothurn jedoch zurückgewiesen (wir berichteten).

Wie sieht die Lage weiter östlich, in Zuchwil aus? Die Gemeinde ist weitum bekannt für ihren hohen Ausländeranteil. Stephan Hug, Schulvorsitzender der Quartierschulhäuser Pisoni, Blumenfeld und Unterfeld sowie dem Oberstufenzentrum Zelgli, beziffert den ausländischen Schüleranteil überall auf rund 62 Prozent. «Die Schulhäuser liegen näher beieinander», vergleicht Hug die Situation mit Solothurn und ergänzt, dass nur in Ausnahmefällen Schüler einem anderen Quartierschulhaus zugeteilt werden. Probleme treten deswegen aber keine auf, da die Schüler schliesslich nicht durch einen viel längeren Schulweg benachteiligt werden.

Weniger das Platzproblem beschäftigt die Schuldirektion Zuchwil, dafür umso mehr die Integration. Hug hat vor vier Jahren das Schulleiteramt übernommen. Ein Legislaturziel von ihm war, die deutsche Sprache vor Eintritt in den Kindergarten zu fördern. «Damals sprachen über 50 Prozent der Kindergärtler kein Deutsch», erinnert er sich.

Massnahmen ergreifen

Als Mitglied im Stiftungsrat des Kinder- und Jugendzentrums Zuchwil (KiJuZu), dem auch die Spielgruppe angehört, hat Hug «DaZ» eingeführt. Deutsch als Zusatz soll die Sprachkompetenzen der Kinder früh fördern und ihnen die Einschulung erleichtern. «DaZ» ist in über der Hälfte aller Spielgruppenkurse integriert. Neben der Leiterin unterrichtet noch eine Deutschlehrerin.

Laut Sybille Christen, KiJuZu-Leiterin, nutzen rund 70 Prozent der Zuchwiler Kinder das Spielgruppenangebot. «Wir wollen möglichst viele Familien ansprechen», betont sie. Darum wird jedes Jahr an alle Eltern ein Brief verschickt. Dieser umfasst eine Informationsbroschüre, einen Anmeldetalon für das Kind und einen Begleitbrief in verschiedenen Sprachen. «Die Situation hat sich in den letzten Jahren stark gebessert», zieht Christen Bilanz. Sie stützt sich auf die vielen positiven Rückmeldungen von Kindergärtnerinnen. Diese Einschätzung teilt auch Stephan Hug. Er geht davon aus, dass noch rund 10 Prozent aller Kinder beim Eintritt in den Kindergarten kein Deutsch beherrschen.

Seit dem Sommer 2010 umfasst das KiJuZu neben der Spielgruppe noch einen Tageshort mit Mittagstisch, eine Kinderkrippe und eine Väter- und Mütterberatung. Der Standort schliesst ausserdem ein Jugendraum und die Gemeindebibliothek ein. Die Institution trägt wesentlich zur Integration und Sprachförderung in Zuchwil bei.

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