Laupersdorf
Friedliche Stimmung am Brunnenfest in Laupersdorf

Gestern ging in Laupersdorf das dreitägige Brunnenfest zu Ende. Einmal mehr wurde das Fest von tausenden Gästen besucht, die die Stimmung im Thaler Dorf genossen, viele Bekannte trafen und sich in den Stübli kulinarisch verwöhnen liessen. Regen Zulauf verzeichnete auch die historische Ausstellung von Johann Brunner.

Martina Flück
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Die Musikschülerinnen und -schüler bewiesen dem Publikum am Donnerstag ihr Können.

Die Musikschülerinnen und -schüler bewiesen dem Publikum am Donnerstag ihr Können.

Severine Sala

Seit 28 Jahren steht das Brunnenfest in Laupersdorf für gelebte Traditionen. Die Fronleichnams-Prozession gehört genau so dazu wie die Chilbi-Lebkuchen oder der Regen, der mindestens einmal pro Fest fällt. Alles war auch bei der 28. Ausgabe des Festes dabei – und noch viel mehr.

Unter einem prächtigen Sommerhimmel vergnügten sich am Donnerstag die vielen Gäste im Dorfkern. Sei es bei der Ludothek, um die neusten Spiele auszuprobieren, an einem der zahlreichen Auftritte der Musikschülerinnen und -schüler, bei Kaffee und Kuchen oder bei einem Bier im Bierbrunne – seit fast drei Jahrzehnten bietet das Brunnenfest für jeden Geschmack etwas.

Traditionelles Fest, traditioneller Regenguss

Heuer war sogar etwas für heimliche Cowboys dabei. Vor dem Western-Saloon weckte ein wilder Bulle den Ehrgeiz in so manchem grossen und kleinen Besucher. Wer am längsten auf dem elektronisch betriebenen Rodeo-Bullen bleiben konnte, dem winkte ein schöner Preis. Die unvermeidlichen blauen Flecken nahm man dabei gerne in Kauf und die vielen lachenden Gesichter, die auch noch im Fallen fröhlich waren, zeigten klar, dass so ein Ritt extrem viel Spass machen kann.

Der traditionelle Regenguss folgte dann am Abend, und zwar in aller Heftigkeit. Die Strassen waren schnell leergefegt, dafür alle Stübli proppenvoll. Gut, dass das Brunnenfest so viele gedeckte Plätze hat. So konnten die Gäste trocken weiterfeiern und geniessen.

Fast scheint es, als sei Petrus ein Brunnenfest-Fan. Freitag und Samstag waren entgegen ersten Wetterprognosen regenfrei, wenn auch eher kühl. Die treuen Gäste schien dies nicht zu kümmern und so bevölkerten auch Freitag und Samstag viele Leute die Dorfstrasse und die neun Stübli. Sie genossen die friedliche Feststimmung, die Geselligkeit, das gute Essen und wohl auch die wärmenden «Brunnekafi», die in allen Stübli zum fixen Angebot gehören.

Historische Ausstellung und Musik

Als Ergänzung zum Festbetrieb fügte sich dieses Jahr eine historische Ausstellung ins Brunnenfest ein. Während der ganzen drei Tagen stellte Johann Brunner von Höngen im Gemeindezentrum seine umfangreiche Sammlung aus. Seit vielen Jahren sammelt er Material über Geschehnisse in Höngen und Laupersdorf. Zudem rekonstruiert er Stammbäume und bringt sie zu Blatt.

Mittlerweile ist er so etwas wie ein wandelndes Lexikon. Seien es Besitzverhältnisse von alten Häusern, Standorte von ehemaligen Restaurants, Familienzugehörigkeiten oder Brände in Höngen – Johann Brunner weiss, wie es war, und erzählt es begeistert weiter. Der rege Zulauf, den die Ausstellung genoss, ist sehr erfreulich und macht deutlich, wie wertvoll es sein kann, alte Sachen nicht einfach wegzuwerfen.

So konnten in der Ausstellung nicht nur viele Fotos und Schriftstücke, sondern zum Beispiel auch alte Rechnungsbücher, das Einnahmen-Heft der «Hönger Tanzmusig» oder sogar das Original der Trennungs-Urkunde von Höngen und Laupersdorf bestaunt werden.

Nebst der interessanten Ausstellung erfreuten unter anderem auch die Tambouren Laupersdorf-Thal mit ihrer Show das Publikum und am Samstag reiste die Musikgesellschaft Knutwil für ein Konzert im Dorfkern an. Ihr Auftritt erntete viel Applaus und mit dem Solothurner Marsch als Abschluss gewannen die Luzerner sämtliche Sympathien der Thaler.

Ruhige Nachtschwärmer

Dass es an einem so grossen Fest friedlich zu- und hergeht, ist nicht selbstverständlich. Umso mehr freut es das OK Brunnenfest, dass auch dieses Jahr keine grösseren Vorkommnisse oder Schäden zu vermelden sind. Die Nachtschwärmer zogen nach Festende friedlich aus dem Dorf, setzten sich in das letzte Postauto oder Taxi und machten sich auf den Weg zu erholsamem Schlaf.

Etwas weiter geht es nun noch für die Organisatoren des Festes. Schliesslich ist nach dem Fest auch vor dem Fest. So schwirren bereits zahlreiche Ideen in den Köpfen der Macher für das nächste Brunnenfest. Und auch die Auswertung des Jugendschutz-Konzeptes ist ein umfangreiches Thema. Doch vorerst geht es um die Handarbeit.

Der unvermeidliche Abfall muss weg. Die Abbau- und Aufräumarbeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die sichtbaren Spuren des Festes werden in einigen Tagen weg sein. Was bleibt, sind viele schöne Erinnerungen an ein weiteres gelungenes Brunnenfest und die Vorfreude auf die 29. Ausgabe vom 30.Mai bis 1. Juni 2013.

www.brunnenfest.ch