Mit ihrem jungen Dirigenten Alexander Rolli brauchte die Musikgesellschaft (MG) die Standortbestimmung keineswegs zu befürchten. Eine Menge Spass haben und diesen gleichzeitig weitergeben, bewirkt in der Amateur-Blasmusik eben viel. Gebaut haben die Derendinger ihr Programm um ihr Hauptwerk «Invicta» von James Swearingen. Es ist ihr zeitig gewähltes und bereits erarbeitetes Selbstwahlstück für das Kantonale Musikfest in Kriegstetten.

Es wirkte schon ziemlich ausgereift. Noch bleibt bis Juni genügend Zeit für den Feinschliff. Dadurch entsteht nun reichlich Freiraum für die Arbeit am Aufgabestück, sobald dieses freigegeben wird. Eingespielt für ihr Schlüsselwerk haben sich die Derendinger mit dem von Mario Bürki arrangierten Karel Svoboda-Titel «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel».

Keine Klippen erschwerten danach die beiden Arrangements von Frank Bernaerts. Jedenfalls enthielten sie keine schwierigen Tempo- oder Rhythmuswechsel. Solche machen «La Rambla» von Mario Bürki halt erst spannend und gefällig für das Publikum. Sie sind aber – so schien es – gleichzeitig auch eine Herausforderung für die Ausführenden.

Alle drei Soli von Frauen gespielt

Ein Charakteristikum des Konzertes war die Zahl der Soli. Nicht weniger als drei der insgesamt sieben überhaupt gespielten Titel waren durch ein Solo geprägt. Und alle drei wurden von Frauen gespielt. Das erstaunt wenig, wenn man sieht, welchen Anteil die Frauen bei der Gesellschaft ausmachen. Aus chronologischer Sicht legte Barbara Knecht vor. Eines der bekanntesten Stücke von James Last – den meisten Menschen als das Panflöten-Solo schlechthin bekannt – drückt musikalisch treffend aus, was sein Titel vorgibt.

Die lyrische Komponente, die sein «Einsamer Hirte» durch die Tonbildung bei der Panflöte von selbst erkennbar wird, lässt sich – das entsprechende Können vorausgesetzt – durchaus durch andere Instrumente erzielen. Besonders geeignet ist dafür eine andere Flöte, die Querflöte, das Instrument von Barbara Knecht. Sie setzte das Instrument wirklich so in Szene, wie das Jean Tréves in seinem Arrangement vorsah.

Ein wesentlich wuchtigeres Instrument spielt Karin Sonderegger. Eines das ähnlich wie die Flöte auch viel Spielraum an Ausdruck bietet. Ihr ist das Eufonium-Soloin «Mood Romantic» von Johan Nijs überzeugend gelungen. Die Soli wurden in der genau passenden Lautstärke begleitet. Das gilt auch für das dritte Solo. Für das war Angela Furrer besorgt. Sie bewältigte ihren Solopart auf der Trompete in Mario Bürkis «La Rambla» zur Freude des Publikums gleich zwei Mal.

Ein Quartett, ein verstärktes Ensemble der Musikschule, stimmte zu Beginn auf das Konzert ein.