Drei Höfe

Florian Ast: «Das isch ächt, das isch geil, drum machi Musig!»

Florian Ast startete seine Unplugged-Tour im Estri.ch in der Gemeinde Drei Höfe. Das Lokal war zwar nicht ganz gefüllt, das Publikum störte sich daran aber wenig. Schliesslich blieb dadurch mehr Platz zum Tanzen.

«I hoffe, mir hei Freud anang die nächste zwo Stung.» Den Wunsch kann Florian Ast sich und seinem Publikum am Samstagabend schnell erfüllen. Im Estri.ch in Winistorf ist die Stimmung gelöst, die Besucher kleben in der ersten Reihe.

Doch bereits nach dem ersten Lied dreht der Sänger seinen Fans den Rücken zu – und grinst in eine Kamera. «D’Zytig nimmt eh immer die doofe Föteli», weiss der Musiker und holt die Fotografin dieser Zeitung kurzerhand auf die Bühne, wo er vor den Besuchern posiert. «Dann haben wir das hinter uns und können Musik machen.» Und schon hat «Flöru» das Publikum auf seiner Seite.

Flöru live und hautnah

«Ächt», das Wort lässt Flöru an diesem Abend einige Male fallen. Und «ächt» zeigt sich der 38-Jährige auch. Mit seiner ungezwungenen Art heizt der Rocker den Besuchern auf der Reise durch neuere und altbekannte Hits mächtig ein, lässt sie zu «Blueme» tanzen, nach «Sex» lechzen und mit «Troumfrou» dahinschmelzen.

Die Fans sind mehrheitlich jung gebliebene Altrocker und Altrockerinnen, im Grunde findet sich zwischen 16 und 80 Jahren aber alles. Der mittels dekorativem «Grümpu» rockig gestaltete Estri.ch ist damit nicht gefüllt, der Freiraum wird vom Publikum gerne zum Tanzen genutzt.

Flöru macht gar selbst davon Gebrauch, als er während «Daneli» eine Runde durch den Raum dreht, sich ein hübsches Mädchen schnappt und mit ihr für ein Foto posiert.

«Ächt» ist es auch, als der zierliche Sänger mitten im Lied «Paris» seine Band zum Verstummen bringt. «Sorry, du hesch mi grad drusbracht.», sagt er mit Blick in die hinterste Reihe.

Dort steht eine Frau bereits das ganze Konzert über auf einer Bank und singt enthusiastisch jeden Song mit. Mit glänzenden Augen bedankt sich Flöru: «Das isch ächt, das isch geil, drum machi Musig!»

Äusserst brav

Flörus Augen strahlen, als er plötzlich etwas ratlos auf eine Bierflasche starrt, die ihm jemand entgegenhält. «Doch nicht während der Arbeitszeit!», so der gebürtige Solothurner, während er die Flasche nimmt und öffnet.

Im Vergleich zu manchen Rockerkollegen zeigt sich Flöru bisher tatsächlich äusserst brav, so hat er das Konzert pünktlich begonnen, flucht höchstens in sehr charmantem Rahmen und gönnt sich nur einen Schluck vom Bier.

Das alles, um im nächsten Lied – «Schöni Meitschi» – zu singen, er sei «kes Ideau» und dieser Umstand sei ihm «scheissegau». So egal scheint es ihm aber doch nicht zu sein, denn das Bier verschwindet bald aus dem Blickfeld. Oder ist der Rocker schlicht nicht so trinkfest?

Mehrere Lachanfälle

So oder so bringen Flöru und seine Band ein abwechslungsreiches Konzert über die Bühne und sorgen zuletzt ausgerechnet während der Ballade «Ängu» nochmals für zahlreiche Lacher.

Drei Mal wird der sympathische Sänger Opfer eines Lachanfalls und muss neu ansetzen. Der Übeltäter ist die Triangel von Schlagzeuger Maik Ast, die Flöru heute wohl etwas zu penetrant ertönt, und die er daher spontan durch die feineren Klangstäbe ersetzen lässt.

Dem Schlussakkord folgt – nach einem letzten Aufbäumen der Triangel – ein Applaus dem deutlich zu entnehmen, dass sich die anfängliche Hoffnung von Flöru erfüllt hat.

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