Grenchen
Flirrende Rotoren und wirbelnder «Down-wash» am Heli-Weekend

Der Helikopter fasziniert viele Menschen, wie sich auf dem Flughafen einmal mehr eindrücklich zeigte. Das siebte Heli-Weekend fand auf dem Regionalflughafen in Grenchen statt.

Peter Brotschi
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Diesen Ausblick geniesst der Pilot des Rundflug-Helikopters in seinem Cockpit.
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Ein Retter zum Anfassen: Rega-Pilot UlrichBurkhalter im Gespräch mit Besuchern.
Heli-Weekend in Grenchen

Diesen Ausblick geniesst der Pilot des Rundflug-Helikopters in seinem Cockpit.

Der Helikopter ist aus der Luftfahrt nicht mehr wegzudenken. Er transportiert alle und alles: Die verletzte Kuh von der Alp ins Tal, die VIPs an die Konferenz und den Holzstamm aus dem Bergwald; die Soldaten an die Front oder von dort zurück, er rettet die Schiffbrüchigen aus dem Meer, die Alpinisten aus der Gletscherspalte und die Unfallopfer von der Strasse; der Helikopter kann dem Fernsehturm die Spitze aufsetzen und der Kirche den Wetterhahn. Und der Helikopter fasziniert: Das wurde am Wochenende in Grenchen einmal mehr klar.

Obwohl das siebte Heli-Weekend auf dem Regionalflughafen nicht als Airshow ausgeschrieben war, sondern nur als Treffen, kamen die Zuschauer einmal mehr in Scharen. Zu bestaunen gab es Drehflügler aller Gattungen. Vom kleinen, zweiplätzigen «Heuwender», wie es in der Fliegersprache salopp heisst, bis zum «Riesenkasten» der deutschen Luftwaffe, dem Sikorsky CH-53G. Die Maschine des Hubschraubergeschwaders 64 ist im Moment in Alpnach stationiert für das Gebirgslande-Training der Piloten und flog für das Heli-Weekend nach Grenchen. Gerne gaben die deutschen Luftwaffen-Piloten Auskunft; sie alle haben schon viele Einsätze in Afghanistan hinter sich. Einer war 20 Mal «dort unten», wie er sagte.

Rundflüge waren der Renner

Der Rega-Heli der Basis Bern-Belp verlegte seinen Einsatzort nach Grenchen. Pilot Ulrich Burkhalter und seine Crew beantworteten unzählige Fragen der Zuschauer. Natürlich dürfte man den Eurocopter EC 145 auch besteigen und die fliegende Intensivstation von innen begutachten. Wesentlich angenehmer, als wenn man als Patient in ein Spital geflogen werden muss. Gleiches galt für die beiden Helikopter der Schweizer Luftwaffe, die aus dem Wiederholungskurs der Lufttransportstaffel 1 von Payerne nach Grenchen kamen. Der kleinere EC 635 und der Cougar waren ständig von Leuten umlagert und wurden auch gerne bestiegen. Geduldig gaben die Wehrmänner der hauptsächlich aus Romands bestehenden Staffel Auskunft.

Die viel bewunderten, traditionellen Demonstrationsflüge des Cougars sind – zumindest zur Hälfte – Opfer eines Krankheitsfalles geworden: Der zweite Pilot musste mit Fieber das Bett hüten. Damit der Demoflug wenigstens am Samstag stattfinden konnte, reiste Daniel Fausch von der Lufttransportstaffel 6 per Auto aus der Zentralschweiz nach Grenchen, um als «Aushilfe» zusammen mit Major Sébastian Barth den Cougar vorzuführen. Am Sonntag konnte kein zweiter Pilot gefunden werden, sodass der grosse Heli nur statisch zu sehen war.

Grossen Erfolg verzeichneten einmal mehr die Rundflüge. Der Eurocopter EC 120 Colibri und die Bell 206 Jet Ranger der Grenchner Firma Heli-West waren fast pausenlos im Einsatz. Die Starts und Landungen der vielen verschiedenen Helitypen waren beliebte Fotosujets. Da mussten wegen des Ro-torwinds, dem sogenannten «Down-wash», die Augen zugedrückt werden. Und gar mancher Hut flog seinem Besitzer davon. Auf dem Gelände der Modellfluggruppe Grenchen wurden originalgetreu nachgebaute Helikopter präsentiert. Markstände mit Fliegerartikeln rundeten den Festbetrieb ab.