Selzach
Feuerwehrkommandant Beat Dufing ist zufrieden mit Einsatz in Selzach

In der Garderobe der Selzacher Feuerwehr hängen die Schutzkleider wieder sauber an den Bügeln, die Stiefel stehen in Reih und Glied. Einzig der Rauchgeschmack erinnerte gestern Nachmittag noch an den Einsatz beim «Mittleren Brüggli».

Lucien Fluri
Merken
Drucken
Teilen
Das Notfallszenario hat funktioniert: Kommandant Beat Dufing. lfh

Das Notfallszenario hat funktioniert: Kommandant Beat Dufing. lfh

AZ

An der Wasserspritze sind Spuren des Schneematsches zu sehen, in einer Ecke stehen Bidons von anderen Feuerwehren, die zurückgebracht werden müssen. Pingelig sein tut hier not: Die genaue Planung hat den Grosseinsatz der Feuerwehr auf dem Mittleren Brüggli erleichtert. «Ich muss meiner Mannschaft und den Rettungskräften ein Kränzchen winden», sagt Feuerwehrkommandant Beat Dufing. «Der Einsatz ist einwandfrei abgelaufen.»

Zweiter Einsatz war nötig

Um 19.10 Uhr kam der Alarmruf am Freitagabend. Dufing sass gerade in einem Restaurant in Bellach und hatte sein Nachtessen ausgewählt. Aus der Bestellung wurde nichts. Um 19.35 Uhr war Hptm Dufing Beat mit seiner Mannschaft auf 1084 Metern über Meer. Bis zum Sonntag um vier Uhr früh dauerte der Einsatz. Die Wetterverhältnisse waren extrem. «Schnee und Glatteis machten es schwierig, sich zu bewegen und die Geräte an den richtigen Ort zu stellen», sagt Dufing. Bis zu den Hüften standen die Feuerwehrmänner im Schnee und trugen die 150 Kilo schwere Motorspritze an den richtigen Ort. «Scheitern und Gelingen des Einsatzes hängen mit dem Wassertransport zusammen», so Dufing. Eine Stunde dauerte es, bis die gesamte Infrastruktur stand. 18 Stunden lief die Motorspritze ununterbrochen.

Der Berghof Mittleres Brüggli im Vollbrand
17 Bilder
Brand im Berghof Mittleres Brüggli
Der Brand ist von weither zu sehen
Der Berg glüht
Dichter Rauch steigt auf
Teile des Berghofs Mittleres Brüggli in Vollbrand

Der Berghof Mittleres Brüggli im Vollbrand

Kapo SO

Dann, am Samstag um 17 Uhr, deckte die Feuerwehr die restlichen Glutnester mit Schnee zu und verliess das Mittlere Brüggli. Doch um 21.30 Uhr wurde sie erneut aufgeboten. Einzelne Glutnester loderten nochmals auf. Bis zum Sonntag um vier Uhr früh blieben acht Mann der Feuerwehr auf dem Berg. Dann kamen sie zurück und retablierten ihre Ausrüstung. «Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz», erklärt Dufing. Seit dem 1. Januar 2008 ist er Kommandant der Feuerwehr Selzach. Beim Brand des «Althüsli» 2003 war er als Feuerwehrmann dabei. Als Kommandant leitete er den Einsatz, als im Juni 2010 die Selzacher Verzahnungsbetrieb Christ & Heiri in Vollbrand stand.

Minuziöse Planung

Die Feuerwehrautos im Magazin glänzten gestern bereits wieder. An ihren Rädern sind Ketten montiert. «Um diese Jahreszeit haben wir immer Schneeketten», sagt Dufing. Bis nach Court reicht das Gebiet, das die Feuerwehr abdeckt. Es umfasst die Berghöfe Schauenburg, Althüsli und Brüggli. Für jeden Berghof gibt es ein Notfallszenario. «Abgelegene Objekte sind Objekte, bei denen man Einsatzpläne macht», sagt Dufing. Dass die Stützpunktfeuerwehr Grenchen aufgeboten wird, stand ebenso im Szenario für das Mittlere Brüggli wie der Standort der Einweisposten. Auch dass die grossen Fahrzeuge wie das Tanklöschfahrzeug wegen der Tunnel nicht auf den Berg können, ist auf dem Plan vermerkt. «Es war nicht so, dass die Feuerwehr im Wald stecken blieb. Wir sind dort gewollt stehen geblieben», sagt Dufing. Für die grossen Fahrzeuge wurde im Wald ein Sammelplatz eingerichtet. Kleinere Fahrzeuge übernahmen den Transport auf der letzten Wegstrecke.

Erst gestern Abend war Schluss

Mit 32 Mann und vier Frauen war die Selzacher Feuerwehr im Einsatz. Aufgeboten waren auch die Stützpunktfeuerwehr Grenchen und die Feuerwehr Bettlach. Insgesamt waren es 80 Feuerwehrleute. «Man kennt einander. Es braucht nicht viele Worte», lobt Dufing die Zusammenarbeit.

Gestern Abend wurden im Magazin die letzten Schneematsch-Spuren beseitigt, die Wasserspritze geputzt und die 600 Meter Schlauch, die nachmittags noch bei der Schlauchwaschanlage trockneten, wurden aufgerollt. «Ich bin schon etwa stolz und habe dies der Mannschaft auch gesagt», erklärt Dufing. Ein Bier war wohlverdient.