Zu Urzeiten nagte der Zahn des Höhlenbären an seiner Beute – in den vergangenen Jahrzehnten nagte vor allem der Zahn der Zeit an den Kunstbauten und Felswänden der bekannten Limmernschlucht. Die Schlucht ist der einzige offiziell fahrbare Weg in den nördlich von Mümliswil gelegenen Limmernkessel. Hier befinden sich zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe und ein beliebtes Ausflugsrestaurant. Dementsprechend wird die Strasse häufig von Fahrzeugen und Wanderern genutzt.

Sicherheit gefährdet

Im Jahr 1922 wurde die Strasse durch die Limmernschlucht von einer militärischen Einheit als Notstandsmassnahme gebaut, wie eine im Fels eingelassene Erinnerungstafel bezeugt. Seither wurden keine grösseren Unterhaltsarbeiten mehr durchgeführt. Immer wieder und in letzter Zeit gehäuft, fielen aus der senkrechten Felswand Steine auf die Strasse. Zudem gab es zahlreiche und exponierte Felsbrocken, die sich jederzeit hätten lösen können. Im unteren Teil rutschte das Terrain unter der Stützmauer ab und die Strasse wäre über kurz oder lang in den Limmernbach abgerutscht. Zahlreiche Bäume sprengten mit ihren Wurzeln den Fels und hingen bedrohlich schief über die Strasse.

Im März 2011 fand deshalb eine erste Begehung mit Vertretern der Einwohnergemeinde, der Flurgenossenschaft und dem Ingenieurbüro Emch+Berger statt. «Sofort war allen klar, dass dringender Handlungsbedarf angezeigt ist», erklärt Projektleiter Fred Müller. Bereits im Mai 2011 war ein Sanierungsprojekt ausgearbeitet und vom Amt für Landwirtschaft genehmigt worden. «Da sich rund 80 Meter oberhalb der Rutschungen eine markante Felsnase über die Strasse beugte, mussten einige Sprengungen in Betracht gezogen werden», so Müller weiter. Diese Arbeiten wurden an die spezialisierte Gasser Felstechnik AG aus Lungern vergeben.

Anspruchsvolle Arbeiten

Die eigentlichen Arbeiten waren minuziös geplant. Zuerst wurden durch den Forstbetrieb rund 300 Kubikmeter Holz geschlagen. Diese Arbeiten konnten im steilen Gelände nur an Seilen ausgeführt werden und waren dementsprechend anspruchsvoll und gefährlich. Danach wurden die Felsnase sowie weitere grosse Brocken gesprengt. Kleinere Felskorrekturen wurden mit dem Abbauhammer, montiert an einem Baggerarm, vorgenommen. «Es war schon eine grosse Herausforderung und eine nicht alltägliche Arbeit», berichtet stolz Baggerführer Arnold Müller, zuständig für das fachgerechte Abtragen des Felsgesteins.

Nach dieser Grobarbeit machten sich Spezialisten der Gasser Felstechnik daran, eine gründliche Felsreinigung vorzunehmen und alles lose Material zu entfernen. In der ersten Rechtskurve, wo die Stützmauer abzurutschen droht, wurde der Hang abgetragen, sodass die Strasse nach innen verlegt werden kann. «Dadurch können wir die Stützmauer entfernen und die Strasse natürlich anböschen», gibt Müller bekannt. Insgesamt wurden rund 400 Kubikmeter Fels abgetragen. Im Herbst wird dann das gesamte Strassenstück vom Waldrand bis zur Gennetenbrücke mit einem neuen Belag (Hocheinbau) versehen.