Der obere Dorfteil von Riedholz wird keine Freude haben: Feldbrunnens Gemeinderat hat am Montagabend ein Auto-Fahrverbot für die Riedholzstrasse beschlossen. Damit will der Gemeinderat Fluchtverkehr auf der Strasse zwischen dem Schloss Waldegg und dem Wallierhof verhindern – und Unterhaltskosten sparen. Das Fahrverbot muss noch publiziert werden. Bewusst war dem Rat, dass er dabei mit einer Einsprache von Riedholz rechnen muss. Erlaubt bleiben soll die Durchfahrt für Velos, Landwirtschaft und Forst sowie die Fahrschule, die im «Fahrhof» einen Übungsplatz unterhält.

820 Fahrzeuge täglich benutzen laut einem Ingenieurgutachten die Strasse, die sich in einem schlechten Zustand befindet. Insbesondere am Strassenrand kommt es neben dem Mattenbächli zu Erosionsschäden. Das Problem, das Feldbrunnen mit der Sanierung hat: Die Strasse ist für das Dorf nicht wichtig. Benutzt wird sie vor allem von anderen. «Weshalb Geld ausgeben?», fragte Werkkommissions-Präsident Roger Schenker und Gemeinderat Paul Meier (FDP) fügte an: Man habe bisher keine Signale aus Riedholz erhalten, die auf eine signifikante Kostenbeteiligung des östlichen Nachbarn schliessen liessen. Deshalb könne man es auch auf eine Beschwerde ankommen lassen.

«Ein Dienst für die Stadt»

«Gibt es Geschäfte, bei denen wir auf den Goodwill von Riedholz angewiesen sind», fragte sicherheitshalber Gemeinderat Thomas Schluep (FDP), der schliesslich als Einziger nicht für das Fahrverbot stimmte. Die Mehrheit des Rates wollte den Entschluss ausdrücklich nicht gegen Riedholz gerichtet sehen. Vielmehr schütze man St. Niklaus vor Rasern und unterbinde den Fluchtverkehr. «Ein Dienst für die Stadt Solothurn», sagte Weibel. Zudem, so Ersatzgemeinderat René Deck, müsse die Strasse nicht mehr wegen der Frösche gesperrt werden.

Noch keine Reaktion abgeben wollte am Dienstag Peter Kohler, Gemeindepräsident von Riedholz. «Wir haben erst Ende August wieder Gemeinderat und müssen uns dann damit befassen.» Dass Riedholz aber keine Signale bezüglich der Finanzierung gesendet habe, will Kohler nicht stehen lassen. Er habe damals Feldbrunnens Gemeindepräsident Rolf Studer kontaktiert. «Riedholz wollte zuerst wissen, welche Variante Feldbrunnen auswählt», sagt Kohler. Riedholz selbst habe sich für eine Minimalvariante ohne Schliessung ausgesprochen.

Mehrere Varianten besprochen

Das Fahrverbot war eine von mehreren Varianten, die der Gemeinderat diskutierte. Laut Roger Schenker hat die Werkkommission weitere Varianten wie Tempo 30, Tempo 50 oder einen fixen Radar geprüft. Tempo 30 schloss Schenker allerdings aus. Ausserorts sei dies nur in speziellen Fällen möglich – und in den letzten fünf Jahren gab es keinen Unfall auf der Strecke. Mit Tempo 50 werde die gefährliche Situation nicht entschäft, so der Tenor im Gemeinderat. Vignetten für Anwohner, Kissen, und Schwellen sowie Fahrbahnverengungen an neuralgischen Punkten fanden keine Zustimmung. Ein Radargerät darf die Gemeinde nicht kaufen. Dies ist nur der Polizei erlaubt. Die Einbahnstrasse wurde abgelehnt, da die entgegenkommenden Velos wieder der Gefahr ausgesetzt wären.

Ein Vollausbau mit Verbreiterung der Strasse würde über eine Million Franken kosten – eine Belagserneuerung mit Mergel gemäss Variantenstudie 410000 Franken. Eine Temporeduktion würde mit 140000 Franken zu Buche schlagen. Am günstigsten ist das Fahrverbot mit 25000 Franken.