Die von rund 40 Parteiangehörigen besuchte Nominationsversammlung der FDP Amtei Thal-Gäu in Egerkingen zeigte wie viel Kraft die Sitze verteidigt werden. Während Reinhold Gustav Dörfliger (Egerkingen) seinen Rücktritt bekannt gegeben hat, wollen es Rosmarie Heiniger-Kopp (Gänsbrunnen), Enzo Cessotto (Balsthal) und Karin Büttler-Spielmann (Laupersdorf) eine weitere Amtsperiode lang wissen. Dazu gesellen sich vier Neue: Johanna Bartholdi (Egerkingen), Gabriela Gaugler (Neuendorf), Matthias Ackermann (Wolfwil) und Sarah Göggel (Egerkingen).

«Es war nicht einfach, die Liste zu füllen», sagte Wahlkampfleiter Urs Bader, der diese als «gut» und «mit Topkandidaten» bestückt bezeichnete. Es gelte, den vierten Sitz zu verteidigen, indem man solidarisch sei und den Freisinn gegen aussen verkaufe.

Amteiparteipräsident Rolf Stadelmann (Wolfwil) betonte: «Wir müssen den Freisinn dorthin bringen, wo er hingehört.» Ein Unterstützungskomitee soll dafür sorgen, dazu gehören Reinhold Gustav Dörfliger, alt Ständerat Rolf Büttiker, Peter Büttler (Laupersdorf), Fredy Grimm (Welschenrohr), Ernst Christ (Matzendorf), André Ackermann (Wolfwil), Kurt Zimmerli (Oensingen), Daniel Lederer (Oberbuchsiten), Hansjörg Schürmann (Egerkingen) und Rolf Kissling (Neuendorf). .

Die Bisherigen

Bereits für eine dritte Amtsperiode kandidiert Rosmarie Heiniger (57). Die seit 30 Jahren in Gänsbrunnen wohnhafte Bäuerin, Mutter von vier erwachsenen Kindern und Gemeindeschreiberin wird «nächsten Sommer voraussichtlich das Gemeindepräsidium des langjährigen Ernst Lanz übernehmen». Zu Rosmarie Heinigers politischen Schwerpunkten gehören Gesundheit, Bau und Umwelt.

Karin Büttler-Spielmann (46) ist Krankenschwester, Mutter von vier Kindern, als medizinische Praxisassistentin tätig, Mitglied der Fasnachtsclique Oldie Girls und Präsidentin der Dramatisch-literarischen Gesellschaft Balsthal. Sie bezeichnet sich als unabhängig, offen, direkt und fröhlich und startete 2009 im Kantonsrat «von 0 auf 100».

Sich für eine vierte Amtsperiode zur Verfügung stellen will sich der Enzo Cessotto (53). Der im Kantonsrat hauptsächlich in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) aktive Inhaber eines eigenen Architektur- und Bauleitungsbüros, Vater eines Sohnes und Präsident der ARA Falkenstein hält es für wichtig, dass «man sich in dem Netz einbringt, das man aufgebaut hat». Als Politschwerpunkte nennt er Bildung und Verkehr.

«Mitarbeiten und mitbestimmen»

Gabriela Gaugler-Baer aus Neuendorf möchte «mitreden, mitarbeiten und mitbestimmen». Die 47-Jährige ist Mutter von zwei Kindern im Teeniealter, im Nebenamt aber noch «für die Gemeinde unterwegs». Die Vizegemeindepräsidentin von Neuendorf und ehemalige Präsidentin der Vormundschafts- und Sozialhilfekommission ist seit 2009 Delegierte der Kreisschule Gäu, seit 2011 Mitglied der Regionalen Sozial- und Vormundschaftskommission Gäu und seit diesem Jahr Vorstandsmitglied der Oltech. Zu den Schwerpunkten gehören Soziales, Verkehr, Bildung und Raumplanung.

Sarah Göggel (42), Mutter eines 19-jährigen Sohnes und gelernte Hochbauzeichnerin, Baumanagerin und Baubiologie-Auszubildende, kandidierte vor vier Jahren bereits, allerdings mit wenig Erfolg. In Egerkingen ist das FDP-Vorstandsmitglied Präsidentin der Kommission für öffentliche Bauten und Anlagen. Sie will sich neben der Umwelt und Bildung auch die Kultur widmen.

«Alte Jungpolitikerin»

Ebenfalls neu in den Kantonsrat will Egerkingens Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi (61). Die selbst ernannte «alte Jungpolitikerin» – «alt im Jahrgang, jung an politischer Erfahrung» – ist seit 1985 in verschiedenen Kommissionen der Gemeinde tätig. Sie ist der Überzeugung, dass «sich Gemeinden im Kanton viel mehr müssen einbringen können». Nach dem Wirtschaftsgymnasium absolvierte sie die Hotelfachschule und leitete mehrere Hotelbetriebe. Seit 1995 führt sie die Geschäfte des Schweizer Cafetier-Verbandes.

Der Biobauer und Agrotechniker HF Mathias Ackermann (25) wuchs auf dem Schlatthof in Wolfwil auf und hatte schon früh Interesse an der Politik. «Wenn man in einem Betrieb Entscheide fällen muss, hat man immer ein Auge auf die Politik.»

Der als Disponent im Logistikbereich tätige Ackermann will den Sitz von Reinhold Dörfliger erben, weil er findet, dass nach dessen Rücktritt «wieder ein guter Unternehmer in den Kantonsrat gehört». Ackermann ist Mitglied der Wolfwiler Finanz- und Personalkommission, Aktuar des landwirtschaftlichen Bezirksvereins sowie Mitglied der Kommission Wirtschaft und Struktur beim Solothurner Bauernverband. Als Schwerpunkte nennt er die Gesellschaftspolitik, Finanzen und die Landwirtschaft.