Zuchwil

Fazit nach einem Jahr Mausefalle: Saal ist zu 90 Prozent ausgelastet

Dominik Jäggi (links) und neben ihm Remo Streit feiern mit Vereinsmitgliedern ein Jahr Mausefalle.

Dominik Jäggi (links) und neben ihm Remo Streit feiern mit Vereinsmitgliedern ein Jahr Mausefalle.

Das Theater Mausefalle ist seit einem Jahr am neuen Standort in der ehemaligen Sulzer-Kantine untergebracht. Es glänzt mit einer Auslastung von 90 Prozent und viel Goodwill.

Ein Jahr und ein Tag ist es her, da feierte die Mausefalle in der früheren Sulzer-Kantine die Eröffnung ihres neuen Theaterstandorts. Nicht in Solothurn, wie zuerst geplant, sondern in Zuchwil. Zuchwil halt... Doch die Mitglieder des Vereins Theater Mausefalle merkten bald: Dieser Standort ist eigentlich ideal, nur eine Busstation vom Solothurner Bahnhof entfernt, nahe der Autobahn, genügend Parkplätze in der Nachbarschaft. Die Räume sind deutlich höher, die Sicht auf die Bühne ist besser. Sie sind Alleinmieter, stören niemanden und werden von niemandem gestört.

Vor der Derniere der Monty-Python-Aufführung treffen sich die Vereinsmitglieder zum Brunch, um das erste Jahr am Allmendweg 8 Revue passieren zu lassen. Zehn Inszenierungen mit jeweils fünf Aufführungen wurden angeboten. Die Saalauslastung betrug 90 Prozent. Für die letzte Vorstellung der «Monty Python Sketches» gingen bereits 60 Tickets im Vorverkauf weg.

«Diese Zahlen beweisen uns, dass unser Theater kein verstaubtes Image hat», sagt Vereinspräsident Remo Streit. 100 Plätze fasst der neue Spielsaal, 30 mehr als am alten Standort an der Bielstrasse. In der ehemaligen Sulzer-Kantine haben die Vereinsmitglieder in fast 3500 Fronarbeitsstunden und mit finanzieller Unterstützung von allen Seiten praktisch alles neu erstellt: Die Bühnenelemente, das Foyer, die gesamte Stromversorgung. Alles musste zudem den hohen Brandschutzvorschriften genügen.

Grosse Solidarität

Schwierigkeiten gab es am neuen Standort bisher keine. Im Gegenteil: Die Mausefalle liegt im Budget- und Zeitplan. «Wir waren selber erstaunt, wie gut es läuft», sagt Medienverantwortlicher Dominik Jäggi. Und Streit ergänzt: «Alle kommen und helfen, es herrscht eine gute Zusammenarbeit und grosse Solidarität.» Ein Einsatz, der durchaus bemerkenswert ist, erhalten doch weder Schauspieler noch Vorstandsmitglieder eine Gage. Streit ist überzeugt, dass die «Mausefalle» gerade deswegen viel Goodwill erfährt, weil viele Menschen sich beteiligen, ohne Geldforderungen zu stellen. «Sobald der erste hier Geld verdienen würde, wäre dieser Goodwill weg.»

So geniessen die Beteiligten ihren Brunch, schwatzen und lachen. Die beinahe 70 Vereinsmitglieder sehen sich eher selten durchs Jahr hindurch, denn sie spielen unterschiedlich oft in einer Inszenierung mit. Manche sind nur einmal im Jahr in einer Inszenierung auf der Bühne zu sehen, andere mehrmals.

Angst vor Auftritten nehmen

Obschon der Start am neuen Standort ideal angelaufen ist, bleibt der Vorstand um Streit und Jäggi nicht untätig. Zusätzlich zu den bestehenden Räumen will der Vereinsvorstand den Bereich der früheren Essensausgabe dazu mieten und bis im Sommer zwei Toiletten für Menschen mit Behinderung sowie ein Lager einbauen. Dafür muss der Verein einen neuen Mietvertrag aushandeln. Weiter sollen die Glasfenster im Eingangsbereich für sehbehinderte Personen beschriftet werden.

Auch auf der Bühne selber tut sich etwas: Ab Februar bieten die Laienschauspieler gratis einen Startkurs für 10- bis 14-Jährige sowie einen Jugendkurs ab 15 Jahren an. In erster Linie wollen sie den Schülern die Angst vor der Bühne nehmen und Freude am Theaterspiel vermitteln. Zudem stellt der Verein ihre Räume der Primarschule für Proben und Aufführungen zur Verfügung mit dem Ziel, Zuchwil und die Jugend einzubinden. Denn das Theater Mausefalle, darin sind sich hier alle einig, soll dereinst an auch an eine neue Generation weitergegeben werden können.

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