Gerade rechtzeitig zum Stellenantritt der neuen jungen Pfarrerin wurde auch das Pfarrhaus aus dem Jahr 1720 saniert. Es bildet zusammen mit dem Ofenhaus, der Pfarrscheune, dem Pfarrspeicher und natürlich der Kirche ein geschütztes Ensemble. Mitte der Sechzigerjahre wurde das Haus zum letzten Mal umfassend saniert. «Seither wurden nur kleinere Renovierungen vorgenommen», so Irene Isch-Hofer (Kirchgemeindepräsidentin). So wurde beispielsweise vor 13 Jahren die Küche im Erdgeschoss erneuert.

Das Pfarrhaus ist grosszügig bemessen: 300 Quadratmeter Fläche stehen zur Verfügung. Der Kirchgemeinderat hat sich deshalb dazu entschossen, das Haus neu in zwei Wohnungen aufzuteilen. Der Umbau wurde damit etwas teurer, statt der ursprünglich budgetierten 600 000 Franken musste der Kredit auf 800 000 Franken erhöht werden. «Es sieht ganz so aus, als ob der Kreditrahmen eingehalten werden könnte», freut sich Hans Leuenberger (Präsident Baukommission) vorsichtig.

Architekt Antonio Schlup hat mit der Planung begonnen und diese dann an seine Nachfolgerin Andrea Kaiser übergeben. Sie wiederum arbeitet zusammen mit Schlups Tochter Esther, die Innenarchitektin ist. «Wir hatten klare Vorgaben. Der Umbau sollte ohne wesentliche Änderungen im Innern erfolgen» so Andrea Kaiser. Zudem sollte die typische Grundeinteilung eines Berner Pfarrhauses, weiterhin räumlich ablesbar sein. Das heisst, dass der quer durch das Haus laufende Mittelgang mit den beiseits angeordneten Räumen beibehalten wurde. Der Umbau wurde zudem von der kantonalen Denkmalpflege begleitet.

Von aussen her ist nur eine einzige bauliche Veränderung zu sehen. Die Pfarrwohnung im Obergeschoss wird neu durch den Laubengang auf der Ostseite erschlossen. Die Holztreppe wurde anstelle des ehemaligen sogenannten Abtrittturmes erstellt. Im Laubengang wurden nur die schadhaften Balken ausgewechselt. Der Rest der alten Holzkonstruktion wurde erhalten. «Das gibt ein spannendes Bild von Alt und Neu», so Andrea Kaiser. Mit der Zeit werde das Holz verwittern und sich deshalb angleichen.

Im Innern wurde ebenfalls sehr zurückhaltend saniert. «Eigentlich ist vieles im Haus in einem guten Zustand», so Andrea Kaiser. «Die letzte Sanierung wurde sehr sorgfältig ausgeführt.» Im Obergeschoss wurden eine neue Küche und eine Nasszelle mit den dazugehörigen elektrischen Installationen eingebaut. Im Parterre sind ein Teil der Küche und ein Teppich durch einen Holzboden ausgewechselt worden.
Mit dem Umbau wurde das Pfarrhaus zudem energetisch saniert. Neue Fenster und eine neue Dämmung im Dach sollen die Energiebilanz verbessern. Die Risse im Verputz wurden geflickt und ein Teil des Holzwerkes und der Fassade neu gestrichen.

Seit einigen Tagen ist das Pfarrhaus, das fast eineinhalb Jahre leer stand, nun wieder bewohnt. Die junge Pfarrerin wohnt im Obergeschoss und die Wohnung im Parterre wurde an ein junges Paar vermietet. «So kommt wieder Leben ins Haus», freuen sich Irene Isch und Hans Leuenberger.