Lostorf
F-Juniorin Flavia zog mit Alvaro Arbeloa in den Final ein

Ein bisschen Schweiz stand noch auf dem EM-Rasen in Kiew: Die achtjährige Flavia Lüscher begleitete einen Spieler an der EM. Bald war zudem klar, dass sie der spanischen Nationalmannschaft zugeteilt wird.

Sabine Kuster
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Wer war wohl aufgeregter? Flavia vor dem Spanier Alvaro Arbeloa. zvg

Wer war wohl aufgeregter? Flavia vor dem Spanier Alvaro Arbeloa. zvg

Nur drei Schweizer Kinder hatten das Glück, an der Europameisterschaft einen Fussballer aufs Spielfeld zu begleiten – aus allen drei Sprachregionen eines. Aus der Deutschschweiz flog die achtjährige Flavia Lüscher, F-Juniorin beim FC Winznau, mit ihrem Vater nach Kiew.

Das Mädchen aus Lostorf hatte gleich doppeltes Glück: Im Unterschied zu den Fussballern wusste sie von Anfang an, dass sie in den Final einziehen wird.

«Es geht halt um die Spieler, nicht um die Kinder»

Flavia habe auf die Begleitung von Fernando Torres gehofft, sagte gestern ihre Mutter Cornelia Lüscher. Schliesslich lief Flavia aber ganz am Schluss mit Aussenverteidiger Alvaro Arbeloa ein. Eigentlich sei Flavia aber ein grosser Holland-Fan, sagte ihre Mutter.

Vater und Tochter waren gestern noch auf der Rückreise aus der Ukraine. «Ich war nicht nervös vor dem Match», sagt die Mutter, die zu Hause vor dem Fernseher das Spiel mitverfolgte, «ich hoffte einfach, dass man sie sehen wird.» Ein bisschen enttäuscht war die Mutter deshalb, als zwar die kleinen Begleiter der italienischen Spieler in der Nahaufnahme gezeigt wurden, nicht aber die Kinder vor den Spaniern. Sie ist sich bewusst: «Es geht halt um die Spieler, nicht um die Kinder.»

Als klar war, dass ihre Tochter in die Ukraine wird reisen können, habe sie sich fest vorgenommen keine Angst zu haben und das habe dann auch geklappt, erzählt sie.

«Er war konzentriert»

Flavia war das einzige Mädchen, welches die Spanier begleiten durfte. Dem «Blick»-Reporter erzählte sie danach, Arbeloa hätte beinahe vergessen, sie an der Hand mit aufs Spielfeld zu nehmen. Angesprochen hat er sie nicht. «Er schien mir ganz konzentriert», sagte Flavia.

Als die Kinder Hand in Hand vom Spielfeld rannten, führte die junge Lostorferin die Reihe an. Danach durfte sie neben dem Schweizer Nationalspieler Tranquillo Barnetta auf der Tribüne sitzen. Ermöglicht hat das Ganze McDonald’s Schweiz. Aus über 3500 Bewerbungen aus der Deutschschweiz bekam Flavias kreatives Bild in einem Wettbewerb im Mai am meisten Stimmen.