Etziken
Etziken feiert Paralympics-Sieger Heinz Frei

Etziken empfing seinen Ehrenbürger und 15-fachen Paralympics-Sieger Heinz Frei. Nachdem ein Bus voller Fans den Sportler am Flughafen in Kloten abgeholt hatte, bereitete ihm die Bevölkerung einen begeisterten Empfang.

Armin Leuenberger
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Heinz Frei wurde feierlich in Etziken empfangen.
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Goldmedaillen-Gewinner Heinz Frei ist zurück in Etziken.
Heinz Frei wurde feierlich in Etziken empfangen.
Die Vereine aus Etziken begrüssten ihren Heinz Frei.
Gratulationen von Freunden, Bekannten und Fans.
Goldmedaille
Heinz Frei Empfang
Seine Goldmedaille wird bestaunt.
Heinz Frei bei der Festrede.
Heinz Frei mit seiner Frau Rita
Grosser Empfang für den 54-jährigen Paralympics-Medaillengewinner Heinz Frei
Heinz Frei Empfang
Die Paralympics Goldmedaille zum anfassen.

Heinz Frei wurde feierlich in Etziken empfangen.

Edna Lauber

Heinz Frei ist an Empfänge an seinem Wohnort Etziken gewohnt. Schliesslich hat der sympathische Spitzensportler seit seinem ersten Start an Paralympics 1984 in Stoke Mandeville (GB) zum 14. Mal an Paralympics (Winter und Sommer) teilgenommen. Trotzdem genoss er das Bad mit seinen Fans und Freunden in der Mehrzweckhalle in vollen Zügen.

Walter Gloor, Präsident des Vereinskonvents, hat innert kurzer Zeit einen tollen Empfang zusammen mit der Musikgesellschaft und dem Jodlerklub Alpenglühn auf die Beine gestellt.

Im Namen der Einwohner- und Bürgergemeinde gratulierte Rolf Ochsenbein dem Handbike-Zeitfahrensieger und Bronzegewinner mit der Handbike-Staffel. Per Handy gratulierte auch Gemeindepräsident Bruno Meyer aus Kanada.

Vier Trainings reichten

Zwei Jahre nach seinem Unfall 1978 entschloss sich der erfolgreiche Oberbipper Läufer und Velofahrer Heinz Frei dazu, auch als Behinderter bewusst und überlegt Sport zu betreiben. «Die Ausdauersportarten Laufen und Velofahren konnte ich dabei gut umsetzen.»

Mit einem Rollstuhl Marke Eigenbau begann er, zu trainieren. «Vier Trainings pro Woche reichten damals aus, die Selektionskriterien für die Teilnahme an den Paralympics, die eigentlich in Los Angeles hätten stattfinden sollen, zu erfüllen.» Die Amerikaner sagten kurzfristig ab und Stoke Mandeville, «das kleine Nottwil», eine Rehabilitierungsstation speziell für Rollstuhlfahrer, sprang kurzfristig in die Bresche.

Neben 15 Goldmedaillen gewann Frei noch 20 silberne und bronzene Auszeichnungen bei seinen 14 Teilnahmen. Bereits nach den Paralympics in Sidney dachte der damals 42-jährige Frei ans Aufhören. «Im mentalen Bereich stimmt zwar alles», sagt Frei, dass aber auch der Körper mit zunehmendem Alter problemlos mitmache, darüber wundere er sich selber.

Athen ohne Medaille

Sogar, als er in Athen erstmals ohne Medaille blieb, sah er keinen Grund zum Aufhören. Im Gegenteil: Frei sattelte auf das Handbike um und erlebte so seinen zweiten und nun gar dritten Frühling. Heute, wenige Tage nach London, liess er in der Mehrzweckhalle eine entsprechende Frage, ob er in vier Jahren in Brasilien noch dabei sein werde, offen.

Dass er mit 54 Jahren noch einen derart starken Drang nach Bewegung verspürt, überrasche ihn selber. «Es amüsiert mich, zu sehen, wie die Konkurrenten mit meinen Leistungen fast nicht zurechtkommen.» Er müsse heute am Start nicht mehr bibbern. Er könne ein Rennen locker angehen. Dann schlüpfe er manchmal in die Rolle des Spielverderbers. «Das geniesse ich auch», sagt der Etziker nicht ohne Stolz.