Endlich ist es so weit: Alle Bauteile für die neue Aarefähre sind produziert, nächste Woche werden sie aus einer holländischen Werft in die Schweiz geliefert und in der Nähe von Grenchen zusammengebaut.

Am 12. August soll die Fähre eingewassert und offiziell eingeweiht werden – von einer prominenten Patin: Regierungsrätin Esther Gassler wird „Gotte“ der Fähre vom Festland zum Aareinseli von Familie Antener bei Nennigkofen. „Wir sind stolz, dass die höchste Frau im Kanton dieses Amt übernehmen wird“, sagt Vreni Antener.

In den nächsten Monaten wollen sich die Anteners mit der neuen Fähre vertraut machen. Sie hat einen doppelten Boden und ist rund 4,5 Tonnen schwerer als ihre von der Polizei verbotene Vorgängerin. „Wir wechseln von einem Kleinwagen zu einem Offroader“, meint Vreni Antener dazu. Am 10. Mai 2015 ist ein grosses „Fährenfest“ für die Öffentlichkeit geplant.

Fähre in den Händen des Kantons

Zur Erinnerung: Am 27. Dezember 2013 haben Anteners dicke Post von der Kantonspolizei erhalten. «Ab sofort», hiess es im Schreiben, sei der Transport von Passagieren mit ihrer Fähre untersagt. Und spätestens am 31. Januar müssten auch Materialtransporte eingestellt werden.

In Leserbriefspalten und auf Facebook schlug Vreni und Simon Antener eine beispiellose Welle der Solidarität entgegen. Viele konnten das Durchgreifen der Behörden nicht verstehen. Andere stellten sich die Frage: Was wäre, wenn mit dem angejahrten Boot tatsächlich einmal etwas schiefläuft? Dann die spektakuläre Wende: Der Orden der Odd Fellows spendete 80 000 Franken. Damit und dank weiteren Spenden konnte die Familie in Holland eine neue Fähre bestellen. (sva)