Wer bereits einmal die USA oder Kanada in den Sommermonaten bereiste, wähnte sich gestern Sonntag in Oensingen an einem der diversen Feste, die in den Parks der nordamerikanischen Städte veranstaltet werden.

Die amerikanischen Autos und Motorräder waren es natürlich auch, die am 30. «American Live» besonders faszinierten – deswegen fanden die Besucherinnen und Besucher schliesslich den Weg nach Oensingen. Neben den fein säuberlich präsentierten Sammlerstücken kleideten und frisierten sich einige ausserdem den Jahrgängen ihrer Autos entsprechend.

Viele stolze Besitzer

Die Fahrertüre auf, kurz rein sitzen, Kontrollblick, damit alles an seinem Platz ist und sich der 48er-Buick perfekt präsentiert. «Der 48er war aufgrund seiner speziellen, runden Formen von jeher mein Traumauto», erklärt der stolze Besitzer des schwarzen Buick, Stefan Hermann.

«Mir gefallen die ganzen Flügel, die besonders die späteren amerikanischen Autos charakterisieren, nicht besonders.» Für den 43-jährigen Laupersdörfer ist der Auftritt in Oensingen natürlich so etwas wie ein Heimspiel. Sogleich 15 amerikanische Autos besitzt zur Zeit der Trimbacher Roland Schibli.

Dies hängt allerdings damit zusammen, dass sich der 35-Jährige seit rund einem Jahr mit seiner Garage auf den Verkauf von importierten amerikanischen Oldtimern spezialisiert hat. Ans «American Live» hat der gelernte Maschinenmechaniker insgesamt vier Autos mitgenommen.

Neben den Chevrolets Impola 409 (Jahrgang 1964), Belair (1960) und Apache Pickup (1958) ist auch ein Pontiac Bonneville aus dem Jahre 1963 wieder zu finden. Fasziniert an amerikanischen Autos sei er, seitdem er schrauben könne, meint Schibli mit einem Schmunzeln. «Ausserdem war bereits mein Grossvater von den amerikanischen Autos begeistert und daher ist das Ganze so etwas wie eine Familietradition.»

Wie aus dem Film

Daniel Vrban ist einer der Kollegen von Schibli und fuhr daher eines der vier erwähnten Autos nach Oensingen. Er durfte sich hinter das Steuer des Chevy Apache Pickup setzen und beschreibt das Fahrgefühl wie folgt: «Es ist einfach der Wahnsinn, damit zu fahren. Durch den Reihe 6-Zylinder-Motor gibt es natürlich ein unverkennbares, wunderbares Motorengeräusch – daher haben diese Autos meist auch keinen Radio eingebaut.»

Das «American Live» hatte an diesem Tag wohl etwas weniger Gäste aus dem Ausland, als dies auch schon der Fall war – die Wetterprognosen waren schliesslich auch negativ. Bis auf einen kurzen, aber kräftigen Regenschauer, durften die Fans unerwartet viel Sonnenschein geniessen – und über ihre und die Autos von anderen fachsimpeln.