Derendingen
Erste Hürde beim Projekt Wissensteinfeld ist geschafft

Die Baupläne für das neue Service- und Dienstleistungszentrum Wissensteinfeld sind bereit für die öffentliche Auflage. Schon im August könnte die Baubewilligung für das Projekt erteilt werden.

Sven Altermatt
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So soll das Service- und Dienstleistungszentrum aussehen.

So soll das Service- und Dienstleistungszentrum aussehen.

Zur Verfügung gestellt

Die erste Hürde ist geschafft: Der Gemeinderat hat den Zonenplan, die Gestaltungspläne und die Bauprogramme für das Service- und Dienstleistungszentrum zur öffentlichen Auflage freigegeben.

Der Entscheid fiel einstimmig und ohne Widerstände. Im Rat herrschte beinahe eine euphorische Stimmung: Das Projekt sei «Balsam für Derendingen», sagte Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP).

«Aus raumplanerischer Sicht ist es das richtige Projekt am richtigen Standort.» Nachdem Kühne + Nagel seine Pläne für ein Logistikzentrum auf dem Wissensteinfeld beerdigte, hat Tschumi nicht mehr mit einer Nutzung des Wissensteinfelds gerechnet. Doch nun scheint alles ganz anders zu kommen.

Die Steinhoff-Gruppe, ein börsenkotierter und weltweit tätiger Mischkonzern, will ihr neues Logistikzentrum auf dem Wissensteinfeld bauen (wir berichteten mehrfach). In Derendingen sind bis zu 220 Arbeitsplätze und 15 Ausbildungsplätze vorgesehen.

Weil die Stellen vor allem mit Arbeitern aus der Region besetzt werden sollen, ist Gemeindepräsident Tschumi voll des Lobes für Steinhoff: «Die Firma bietet faire Arbeitsbedingungen und überdurchschnittliche Löhne.» Jeder Derendinger, der im Dorf arbeite, sei ein Pendler weniger. Tschumi weiss: «Ein solches Geschenk gibt es selten.»

Baubewilligung im August?

«Das Projekt ist komplett durchdacht», sagte Gemeinderat und Bauverwalter Roger Spichiger (SP). So verpflichte sich Steinhoff in einem Mobilitätsmanagement, Lastwagen antizyklisch durch den Berufsverkehr fahren zu lassen und bei der Autobahnbrücke einen Fahrtenzähler zu installieren.

Damit kann die Gemeinde kontrollieren, ob die vom Regierungsrat beschlossene Beschränkung von 1200 Fahrten pro Tag eingehalten wird. Laut Angaben von Steinhoff sind jedoch lediglich 700 Fahrten täglich geplant.

Das Mobilitätsmanagement und die Fahrtenbeschränkung sollen dereinst als Auflagen in die Baubewilligung aufgenommen werden. Der Kanton habe die Baupläne «in Lichtgeschwindigkeit durch die Vorprüfung gejagt», sagte Bauverwalter Spichiger. «Auch dort hat man die Bedeutung erkannt.» Spichiger rechnet damit, dass die Baubewilligung im August dieses Jahres erteilt werden kann.

Konkurrenz aus dem Ausland

Das geplante Service- und Dienstleistungszentrum in Derendingen ist interner Konkurrenz ausgesetzt – Steinhoff-Niederlassungen in Belgien und Deutschland buhlen ebenfalls um das neue Logistikzentrum.

Auch deshalb hofft Gemeindepräsident Tschumi, dass dem Projekt «keine Stolpersteine in den Weg gelegt werden». Im Klartext: Einsprachen könnten den Baubeginn empfindlich hinauszögern. Immerhin hat der Gemeinderat vom Umweltverband VCS positive Signale erhalten, dass man voraussichtlich auf eine Einsprache verzichten werde.

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