«Ich möchte ehrliche Politik machen und mich für strukturschwache Gemeinden einsetzen», erklärte die Erschwiler Gemeindepräsidentin und Kantonsrätin Susanne Koch in Breitenbach. Am Mittwochabend nominierten sie die 40 Anwesenden der Parteiversammlung der CVP Dorneck-Thierstein einstimmig als ihre Kandidatin für die Nationalratswahl. Präsident Micha Obrecht musste sie nicht lange vorstellen, denn ihr Leistungsausweis ist gross.

Bevor Koch 1998 Gemeinderätin und zugleich Gemeindepräsidentin wurde, war Erschwil hoch verschuldet und faktisch unregierbar. Der inzwischen verstorbene Alt-Bundesrat Otto Stich hatte als Mediator zwischen der FDP und der CVP vermittelt, was schweizweit für Schlagzeilen sorgte. Unter Kochs Führung beruhigten sich dann die Gemüter, und die Behörden arbeiteten wieder regulär, was auch die Finanzen stabilisierte. Susanne Koch ist seit 2009 Kantonsrätin und zudem Mitglied der Finanzkommission.

Dass ihre Chancen auf einen Sitz im Nationalrat gleichwohl gering sind, liegt nicht an ihren Fähigkeiten. «Die grosse Schwierigkeit liegt darin, dass der Kanton Solothurn in der neuen Legislaturperiode ein Nationalratsmandat abgeben muss», erklärte Parteipräsident Micha Obrecht. Statt der bisherigen sieben Sitze wird der Kanton Solothurn also nur noch sechs haben. Zudem treten alle Bisherigen an. Bei der CVP sind dies Stefan Müller (Herbetswil) und Urs Schläfli (Deitingen). Neue Kandidaten starten daher aus der Aussenseiterposition.

17-Jähriger im Präsidium

Einen weiteren wichtigen Schritt in seiner Politkarriere hat auch Glenn Steiger gemacht. Die Versammlung hat den 17-jährigen Bättwiler einstimmig als Mitglied des Amteipräsidiums gewählt. Steiger ist bereits im Vorstand der JCVP. Zudem ist er Mitgründer der Jugendparlamente Solothurn und Schwarzbubenland.

Ob er sich ebenfalls für die Nomination für die Nationalratswahl bewerben will, hat Steiger noch nicht entschieden. Im Gespräch sei auch Melanie Jeger aus Meltingen. Ständerat Pirmin Bischof ermunterte den Jungpolitiker, den Wahlkampf zu wagen. Das sei gute Werbung. «Auch ich wurde dreimal nicht gewählt, bevor ich es in den Ständerat schaffte», führte Bischof aus und erntete einmal mehr an diesem Abend Gelächter. Wer Steiger beobachtete, hatte keine Zweifel an seinem Enthusiasmus und seiner Energie. Bei seinen Ausführungen stampfte er wie ein junges Rennpferd vor dem Startschuss.