An der Gemeindeversammlung vom Dezember 2011 wurde das Kreditbegehren für die Erschliessung des Gebietes «Schleif» aus der Traktandenliste geworfen. Damals hagelte es massive Vorwürfe gegenüber dem Gemeinderat. Eine ausreichende Orientierung wurde vermisst. Ausschlaggebend war schliesslich, dass die Revision der Ortsplanung noch nicht ganz rechtskräftig war.

Ein Jahr später wurde der Kreditantrag erneut abgelehnt. Die Bürger befürchteten, dass die Gemeinde grosse Investitionen tätigen würde, obwohl vielleicht gar niemand bauen wolle. Der Gemeinderat solle wieder kommen, wenn das erste Baugesuch vorliege.

Nun ist es so weit. Je ein Baugesuch für die Gebiete «Schleif» und «Huntelweg» sind eingegangen. Der Gemeinderat lud zu einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung, um die beiden Erschliessungskredite zu beantragen. Doch noch immer regte sich Widerstand in der Bevölkerung. Wie bereits letztes Jahr wurde das Thema Gemeindefusion angeschnitten. «Wir sollten jetzt keine grossen Projekte mehr anreissen», meinte eine Bürgerin.

Damit würde man nur das Budget der neuen Gemeinde Buchegg, die am 1. Januar startet, belasten. Eigentlich müsste diese darüber befinden können. Diesem Argument konnte Gemeindepräsidentin Sabine Anderegg den Wind aus den Segeln nehmen. Der Kredit sei bereits im Budget der Fusionsgemeinde vorgesehen. Es gebe Protokollauszüge über die Budgetdiskussion, bestätigte sie einem zweifelnden Bürger.
Das noch hängige Baugesuch für die Strasse schürte Befürchtungen, dass die Einfahrt in die Kantonsstrasse nicht bewilligt würde.

Auch diese Bedenken konnte Anderegg zerstreuen, da die Strasse ja in der Ortsplanung genehmigt sei. Ein Votant gab zu bedenken, dass eine Ablehnung des Geschäfts an diesem Abend nichts bringe. Denn diese Investition werde in der neuen Gemeinde wohl elegant durchschlittern. Sie stelle nur einen kleinen Posten in der gesamten Rechnung dar und die direkte Betroffenheit sei wohl nicht sehr gross, vermutete er.

Erschliessung ist Pflicht

«Die Gemeinde hat eine Erschliessungspflicht, sobald Baugesuche vorliegen», betonte Anderegg mehrmals. Nötigenfalls könne der Regierungsrat diese durchsetzen. Anderegg ist der Meinung, die Gemeinde sei den dortigen Landbesitzern eine Erschliessung schuldig. Das Geld für die Investitionen sei vorhanden, bestätigte sie. Zudem sei geplant, gemeindeeigenes Bauland zu verkaufen. Die Bruttoerschliessungskosten für den «Schleif» werden sich auf 665 000 Franken belaufen.

Da die Strasse nur einseitig an das Bauland grenzt, könne nicht der gesamte Betrag auf die Bauherren überwälzt werden, erklärte Kuno Eberhard vom Bau- und Planungsbüro. 345 000 Franken blieben als gestundete Erschliessungsbeiträge an der Gemeinde hängen, bis auch das restliche Land zur Bauzone werde. Eberhard rechnet damit, dass rund 135 000 Franken an Anschlussgebühren zurückkommen.

Mit Erleichterung nahm der Gemeinderat das Resultat der Abstimmung zur Kenntnis: Von den 31 Stimmberechtigten stimmten 20 Personen dem Kredit zu. Sieben waren dagegen. Weniger vorbelastet war die Erschliessung «Huntelweg». Der Bruttokredit von 115 000 Franken für Strassenbau und Elektro-Erschliessung wurde mit 24 Ja-Stimmen und sieben Enthaltungen genehmigt.