Region
Erdbeer-Ernte leidet unter der Nässe der letzten Wochen

Die zum Teil heftigen Regengüsse machen vor allem den Erdbeerbauern in der Region zu schaffen. Die Nässe führte bei den reifen Früchten zu Fäulnis. Betroffen sind aber auch andere Bereiche der Landwirtschaft.

Elisabeth Seifert
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Erdbeerbauern müssen mit Ertragsausfällen rechnen

Erdbeerbauern müssen mit Ertragsausfällen rechnen

Chris Iseli

«Wir haben sehr viele Schäden bei den Erdbeeren zu beklagen», stellt Ruth Mann aus Selzach fest. Sie betreibt in Selzach zusammen mit ihrem Ehemann einen Landwirtschaftsbetrieb, der sich auf den Anbau von Erdbeeren sowie Kirschen und Aprikosen spezialisiert hat. Ganz ähnlich tönt es bei Landwirt Urs Schwaller aus Biberist: «Die Nässe in den letzten Wochen und die Kälte Mitte Mai führen bei den Erdbeeren zu Ertragsausfällen.»

Zu Erdbeerwein weiter verarbeiten

Die zum Teil heftigen Regengüsse haben bei den reifen Beeren Regenrinnen und Fäulnis zur Folge, erläutert die Erdbeerbäuerin aus Selzach. Hinzu komme, dass die schlechte Witterung viele Selbstpflücker davon abgehalten hat, sich auf den Erdbeerfeldern mit den süssen roten Früchten einzudecken. Die Erdbeeren minderer Qualität, die sich nicht mehr zum Verkauf eignen, werden auf dem Hof der Familie Mann zu Erdbeerwein weiterverarbeitet. «Wir erzielen damit immer noch einen gewissen Erlös, aber natürlich in der gleichen Höhe wie bei Erdbeeren erster Klasse.»

Auch Kirschen sind betroffen

Ertragsausfälle befürchten die Obstbauern auch bei der jetzt beginnenden Ernte der ersten Kirschen; überall dort nämlich, wo die Kirschbaumpflanzungen nicht gedeckt sind. «Etliche Früchte, die bereits Farbe angenommen haben, sind aufgrund des Regens geplatzt», beobachtet Ruth Mann.

Höheres Risiko für Pilzkrankheiten

Die Nässe der vergangenen Wochen bleibt zudem auch für andere Bereiche der Landwirtschaft nicht ohne Konsequenzen. «Bei den Kartoffeln steigt das Risiko, von der Kraut- und Knollenfäulnis befallen zu werden», weiss Jonas Zürcher. Er ist Berater und Lehrer für den Pflanzenbau im Bildungszentrum Wallierhof. «Aus dem Kanton Bern sind uns bereits verschiedene Fälle bekannt.»

Heu mit schlechter Futterqualität

In einigen Wochen dürfte sich zudem zeigen, ob die Weizenähren während der Blütezeit mit einer Pilzkrankheit infiziert worden sind. Die Nässe führte schliesslich auch dazu, dass sich die Heuernte verzögert, was eine schlechtere Futterqualität zur Folge hat. «Die älteren Pflanzen sind für Kühe und Rinder weniger gut verdaulich», sagt Alfred Brand vom Solothurner Bauernverband.