Bellach

Er lotste Bellach nicht nur einmal aus der Bredouille

Das Feld mit dem dunkleren Gras hinter Beat Späti ist künftig Bauland. Die Hälfte davon wird überbaut.

Das Feld mit dem dunkleren Gras hinter Beat Späti ist künftig Bauland. Die Hälfte davon wird überbaut.

Die Einzonung Bellach Ost ist perfekt. Auf rund einem Viertel des Geländes südlich der Bielstrasse kann eine Überbauung für 300 Menschen in den nächsten 15 Jahren realisiert werden. Gemeinderat Beat Späti hat an vorderster Front mitgeholfen.

Und noch ein grundlegender Planungsschritt in Bellach: das Einzonungsbegehren Bellach Ost wurde vom Regierungsrat genehmigt. Das ist nicht selbstverständlich, denn innert kürzester Frist wurden Mitwirkung und öffentliche Auflage durchgepeitscht. Vier Einsprachen folgten, darunter eine gewichtige von der Pro Natura. Diese konnte in Gesprächen zum Rückzug bewegt werden.

Ihre Einsprache fusste, so Beat Späti (Präsident der Spezialkommission Ortsplanungsrevision), auf teilweise falschen Annahmen. «Pro Natura ging unter anderem davon aus, dass das gesamte Gebiet von den Grederhofblöcken bis zur Stadtgrenze überbaut wird.» Zu Bauland eingezont wird aber nur die Hälfte und überbaut wird vorderhand ein Viertel des Gebietes. Das zweite Viertel wird mit privatrechtlichen Verträgen bis zu einem späteren Zeitpunkt blockiert.

Die nun realisierbare Siedlung, in der dereinst zirka 300 Menschen wohnen sollen, wird etappenweise in Hunderterschritten gebaut. Dies geschieht in den nächsten 15 Jahren. Die Etappierung war mit ein Grund, dass Pro Natura ihre Beschwerde zurückzieht. «Aber es ist ein Kompromiss. Im Gegenzug muss die gleiche Fläche ausgezont werden.» Da dies nicht in Bellach sondern andernorts passieren wird, weil Bellach das Land nicht hat, brauchte es auch die Zustimmung des Kantons zum Kompromiss.

Die Einzonung musste rasant erfolgen, weil der Kanton für die Buserschliessung vom neuen Bahnhof zum Franziskanerkreisel Geld vom Bund erhält, wenn der Bau der Strasse rechtzeitig erfolgt. Ohne Bauland keine Erschliessungsstrasse. Bellach Ost wird zudem vom Kanton im Aggloprogramm als Entwicklungsschwerpunkt betrachtet.

Mehrwert teilweise abgeschöpft

Neben den erfolgreich abgeschlossenen Verhandlungen mir den Einsprechern waren auch Verhandlungen mit der Landbesitzerin bezüglich Mehrwertabschöpfung zu führen.

Noch ist keine gesetzliche Grundlage vorhanden, diese ist aber absehbar und die Spanne für die Mehrwertabschöpfung dürfte zwischen 20 und 30 Prozent sein. Man einigte sich privatrechtlich auf eine Mehrwertabschöpfung von 20 Prozent, was in Bellach Ost zu einem siebenstelligen Betrag werden könnte.

«Wollte Geschäft vorwärtsbringen»

Der Unternehmer Beat Späti half nicht nur massgeblich bei den Verhandlungen mit, es war letzten Endes auch sein Vorschlag der Etappierung, der in diesem politisch schwierigen Geschäft den Erfolg brachte. «Ich wollte das Geschäft vorwärtsbringen, konnte aber die Folgen des Vorschlages nicht abschätzen.»

Es war nicht das erste Mal, dass der FDP-Politiker mit einem unkonventionellen Weg die Gemeinde aus einer Bredouille lotst. Erinnert sei an das letztlich von der Gemeindeversammlung abgelehnte Marti Recycling Center (MRC).

In der entscheidenden Abstimmung im Gemeinderat war es die Stimme des FDP-Politikers, die die Kehrtwende brachte. Dank ihm wurde das MRC vom Räumlichen Teilleitbild entflochten. «Das war eine Sekundenreaktion. Ich habe dort alle meine Kollegen, aber auch mich selber überrascht.» Aber er sei überzeugt davon, das Richtige gemacht zu haben, auch heute noch. «Es wäre einfach drei Monate später gekommen. Die Opposition war dermassen stark, was sollten wir uns da sperren?»

Beat Späti politisiert mit viel Gespür. «Bestehende Probleme oder Vorhaben müssen erledigt werden. Es gibt einen Anfang und ein Ende. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende», bringt es Beat Späti auf den Punkt. Vor 25 Jahren sei entschieden worden, den Bahnhof zu verlegen. «Und jetzt geht es noch darum die Busspur zu bauen. Es soll so wenig gebaut werden wie möglich, aber was es braucht, kommt halt, in Gottes Namen.»

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