Amtsgericht
Er hat Velo auf A5 geworfen - jetzt steht Marco M. vor Gericht

Das Richteramt Bucheggberg-Wasseramt beschäftigt sich in dieser Woche mit Marco M. Dieser hat im September 2011 bei Zuchwil ein zuvor gestohlenes Fahrrad von der Brücke auf die A5 geworfen und dabei ein fahrendes Auto getroffen.

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M. ist geständig und will die Verantwortung für seine Tat übernehmen. Der heute 20-jährige Marco M. soll am 12. September 2011 um 21.50 Uhr ein gestohlenes Velo von der Autobahnbrücke bei Zuchwil geworfen haben. Das Velo zerschmetterte die Windschutzscheibe eines Autos.

Dieses Velo warf er von der Autobahnbrücke.

Dieses Velo warf er von der Autobahnbrücke.

Kapo SO

Warum er das machte, konnte er den Richtern nicht wirklich erklären. «Ich wollte es einfach loswerden», sagte der Angeklagte, «es war ein Impuls. Ich habe es ohne zu überlegen geworfen.» Er habe vorher getrunken und Drogen konsumiert. «Ich habe nicht geschaut, ob es Verkehr hatte und ich habe nicht auf das Auto gezielt», erklärte er. Es sei reiner Zufall gewesen, dass er das Auto getroffen habe.

Opfer leiden noch heute

Es muss der blanke Horror gewesen sein: Da fährt man in einer schönen Vollmondnacht ganz gemütlich mit 100 Stundenkilometern auf der Autobahn nach Hause. Aus dem Nichts heraus knallt es, die Frontscheibe explodiert in tausend Stücke, Glassplitter fliegen durch das Auto. Mit viel Glück konnte der junge Lenker das Auto, in dem sich noch zwei weitere Familienmitglieder befanden, auf dem Pannenstreifen anhalten, ohne dass Schlimmeres passiert wäre. Erst dann erkennen die Autoinsassen: Jemand hat von einer Brücke aus ein Velo auf sie geworfen.

Das Velo zertrümmerte die Frontscheibe des Autos.

Das Velo zertrümmerte die Frontscheibe des Autos.

Kapo SO

Für die Fahrzeuginsassen ist der Vorfall noch sehr präsent. «Wir dachten zuerst, es sei ein Mensch», erinnert sich Donika Destani. Ihr Begleiter Muhamed Destani leidet noch heute darunter. «Jedesmal wenn ich unter einer Brücke durchfahre, kommt alles wieder hoch», so der 27-Jährige.

Dreieinhalb Jahre gefordert

Die Staatsanwaltschaft fordert für den in der Region Solothurn aufgewachsenen, bevormundeten Italiener wegen Gefährdung des Lebens und anderer Delikte eine Strafe von dreieinhalb Jahren Gefängnis sowie eine stationäre Massnahme. Die Mutter von M. hat ihn angezeigt. Er hat aus der Untersuchungshaft wüste Beschimpfungen auf dem Anrufbeantworter hinterlassen.

Das Gericht will bis am Freitag ein Urteil fällen.