Die Bilanz der letzten Monate ist nicht ermutigend: «Manchmal kommen sechs Besucher, dann wieder achtzehn, aber es waren auch schon nur gerade zwei Personen da», berichtet Robert Hediger, Inhaber und Betreiber des Kino Onik im Mühlefeldcenter Oensingen. Und jetzt sieht er sich praktisch gezwungen, auf digitale Filmprojektion umzustellen, denn es gibt immer weniger Filme - zumindest aktuelle -, die auf 35-Millimeter-Film erhältlich sind. «Diese Umstellung kostet mich gegen hunderttausend Franken. Das kann ich nicht aufbringen», sagt Hediger.

Niemand will mehr Projektoren

Der Kinobesitzer sieht sich somit zwei Problemen gegenüber: Schwindende Zuschauerzahlen und hohe Investitionen. «Das Verrückte an der Sache ist, dass ich die Projektionsmaschinen nicht verkaufen kann, obwohl sie noch fünfzig Jahre laufen würden», fährt Hediger fort. «Die anderen Kinobetrieber müssen ja auch auf digital umstellen und stehen vor demselben Problem wie ich.» Tatsächlich wurde dieser Tage bekannt, dass die Zukunft der Kinos Scala und Capitol in Langenthal offen ist.

Der Standort wäre eigentlich gut

Dabei verlief der Start vor mittlerweile zehn Jahren ermutigend. Robert Hediger, Jahrgang 1949, führte damals in Brugg das 300-plätzige Kino Excelsior als Pächter und wollte sich den Traum vom eigenen Kino erfüllen. Bewusst wählte er Oensingen als Standort. «Mir schien das Einzugsgebiet gross genug. Die nächsten Kinos sind in Solothurn, Olten und Oftringen», sagt Hediger. Im September 2002 lief im «Onik» (Kino rückwärts) die erste Vorstellung. Zwar seien die 80 Plätze nicht so häufig ganz besetzt gewesen, «aber es sah so aus, als wäre das Budget von jährlich 20 000 Tickets realistisch.» Den Standort im Mühlefeldcenter hält er noch immer für gut. «Es hat genügend Parkplätze praktisch vor dem Kino.»

Längere Zeit abwesend

Hediger blieb seinem Ziel treu, ein hochwertiges Programm mit Romantik, Komödie, Studio und Dokumentation anzubieten. Auch schaffte er es, aktuelle Filme ab Schweizer Start zeigen zu können. Trotzdem sanken die Zuschauerzahlen in letzter Zeit drastisch. «Ich war längere Zeit krank und konnte mich nicht mehr ums Kinoprogramm kümmern», begründet Hediger und fügt an, dass er jetzt wieder einen mehrwöchigen Erholungsurlaub einschalten muss.

Er ist sich bewusst, dass seine Probleme nicht gelöst sind, wenn wieder viele Leute ins «Onik» kämen. «Für die Moral wäre das sehr gut. Aber die Investition für die Digitaltechnik würde ich wohl in zehn Jahren nicht hereinholen.» Heisst das nun, dass im «Onik» bald die letzte Vorstellung beginnt? «Ich gebe noch nicht auf und versuche, Geld aufzutreiben», betont Robert Hediger. Aber bis im September werde er sich entscheiden müssen.