Ersteller des Hauptbaues der «alte Schmitte» war der Wirt Joseph Strausak vom gegenüberliegenden Restaurant Sternen. Um 1789 liess dieser westlich des Restaurants, mitten im Dorf, ein Bauernhaus bauen und 1790 aufrichten. 1802 wurde die eigentliche Schmiede an den Hauptkomplex angebaut. Beim Dachaufbau dieses Annexbaues ist ein Zimmermann abgestürzt und brach sich das Genick. Als Andenken an den Verunfallten wurde ein Kreuz errichtet. Dieses Kreuz steht heute nordöstlich der «Schmitte».

1809 wurde erstmals der Betrieb einer Schmiede mit Ratsmanual des Regierungsrates abgesegnet. 1833 wurde der Gebäudekomplex der «Schmitte» in zwei Eigentumsteile aufgeteilt. 1840 erweiterte man den Bau durch ein angebautes Biedermann-Stöckli. Der Gebäudekomplex stellt ein historisches Beispiel für einen über viele Jahre gewachsenen Bau mehrerer Hauseigentümer dar.

Umbruch in den 60er-Jahren

Der letzte tätige Schmied war Alfred Moser. Der im Elsass aufgewachsene Moser erlernte den Beruf eines Schmieds an der Nordsee in Deutschland. Er zog später in die Schweiz ins Welschland, bevor er 1938 die Schmiede in Lohn übernahm und 35 Jahre lang betrieb. Moser war Pflug-, Huf- und Wagenschmied. Die aufkommende Bautätigkeit und die Motorisierung nach den 60er-Jahren des früheren Jahrhunderts bewirkten jedoch, dass immer weniger Pferde zu beschlagen waren und die Herstellung von selbst gebautem Pflug, Wagen und Gerätschaften massiv einbrach.

Dies war eine grosse Umstellung für den gelernten Hufschmied, der auf andere Arbeiten ausweichen musste. 1973 starb Alfred Moser unerwartet an Herzasthma. Als ein Jahr später immer noch kein Nachfolger gefunden wurde, stellte man den Betrieb der Schmiede 1974 ein und der Amboss verklang endgültig.

Bauland verkauft

1981 starb der letzte im Haus wohnhafte Gesamteigentümer Max Kummer, ein Lohner Original mit dem Dorf-Name «Muss». Zwei Jahre später wurde der ganze Gebäudekomplex an ein Baukonsortium verkauft. Der östliche Hauptteil mit der «Schmitte» wurde durch die Genossenschaft Alte Schmitte Lohn zur Förderung und Betreuung geistig behinderter Erwachsener erworben, um ein Heim zu betreiben. Auf der Westseite des Hauptgebäudes entstand ein Dreifamilienhaus im Stockwerkeigentum. Die Hofstatt der «alten Schmitte» diente letztlich der Überbauung durch vier Mehrfamilienhäuser mit 23 Wohneinheiten und einer unterirdischen Einstellhalle. Diese fügten sich gut in die Dorfkernzone ein und der eigentliche Hauptbau der «alten Schmitte», der bald 225 Jahre alt wird, konnte erhalten werden. Einzig das angebaute Biedermann-Stöckli wurde abgebrochen und nicht wieder aufgebaut.