«Ich habe keinen Moment gezweifelt, den Beruf eines Elektroinstallateurs zu lernen. Schon als kleiner Bub half ich in der Werkstatt mit», sagt Fridolin Fontana junior. «Ich bin mit Strom aufgewachsen.» Anfang Januar hat er das traditionsbewusste Biberister Elektro-Unternehmen von seinem Vater Fridolin Fontana übernommen – in vierter Generation.

Wie seine Vorgänger absolvierte auch Fridolin Fontana junior die Lehre in den Städtischen Werken (heute Regio Energie Solothurn). Später nahm er als Angestellter im elterlichen Betrieb erfolgreich die Berufsmatur und die Meisterausbildung in Angriff. Nach viereinhalb Jahren Aufenthalt in Winterthur als Projektleiter in einer grossen Elektroinstallationsfirma kehrte der 33-Jährige nach Biberist zurück.

Aufrüsten für grössere Projekte

«Ich werde nicht alles auf den Kopf stellen», blickt der Juniorchef in die Zukunft. Wichtig sei Flexibilität, hält Fridolin Fontana senior fest: «Am Morgen sieht jeweils die Planung anders aus als zwei Stunden später.» Wichtige Standbeine des Unternehmens sind der Netzbau im Niederspannungssektor und die öffentliche Beleuchtung in Biberist. Dazu haben sich Glasfaserinstallationen gesellt. Der Juniorchef sieht vor, neue Technologien einzubringen und längerfristig das Geschäft zu erweitern, um auch für grössere Projekte konkurrenzfähig zu werden.

Ein wichtiges Anliegen ist in der Firma die Lehrlingsausbildung. In Zukunft soll pro Lehrjahr ein Auszubildender eingestellt werden. Zwei der vier langjährigen Mitarbeiter haben bereits in der Firma gelernt.

Geschäftsstart in der Tenne

Neben dem Generationenwechsel feiert das Familienunternehmen zusätzlich sein 90-jähriges Bestehen. Den Grundstein für die Unternehmensgeschichte legte Julius Fontana. 1923 begann er in der Tenne des heute umgebauten Hauses an der Neuquartiertrasse mit elektrischen Installationen und gliederte 1925 eine Freileitungs- und Wasserinstallationsabteilung an.

Er beschäftigte bereits einen Monteur. 1933 übernahm der erste Fridolin das elterliche Geschäft. In der Hochkonjunktur beschäftigte dieser bis zu 25 Mitarbeiter. 1978 ging das Unternehmen an seinen Sohn über. Der Ingenieur HTL erweiterte das Geschäft mit einem Ingenieurbüro und einem 24-Stunden-Elektroservice. 1996 wurde das Familienunternehmen in die Elektro Fontana Biberist AG umgewandelt.

Und wie fühlt sich der Seniorchef, nach 35 Jahren im zweiten Glied zu stehen? «Es war ein grosser Schritt.» Er habe sich aber in den letzten Jahren stark damit auseinandergesetzt. Dass sein Sohn das Unternehmen weiterführt, freue ihn ganz besonders. Wenn erwünscht, werde er Ratschläge erteilen, dreinreden wolle er aber nicht.