Heiko Schütz ist Eisenplastiker, unverkennbar sind seine ehernen Arbeiten. Man denkt zuerst immer an seine Knoten, die auch Schlaufen sind und Schwere mit Anmut verknüpfen.

Auf dem Scintilla-Verkehrskreisel in Zuchwil findet sich ein ganz anderes Zeugnis seines vielgestaltigen Schaffens, grosse flache, archaische Gesichter im Profil, die im stillen Kreis verharren. Auch im Schlösschen Vorder-Bleichenberg in Biberist kann man solche Figuren im Garten entdecken.

Gleichermassen diskret und unverrückbar. Vor allem aber zeigt der 59-jährige Niederönzer im Schlösschen seine Bücher und Kopfbücher, zum Teil mehr als mannsgross, aufklappbare Gesichter nativer Prägung auf schlanken Stelen oder auf Podesten, die ihre vielen Geschichten, Bilder und Fundstücke offenbaren. «Kopf ist auch ein Buch», sagt Heiko Schütz, einst Assistent bei Bernhard Luginbühl, und weiss, dass «Fundstücke Geschichte in sich haben.»

Und so, wie unsere Köpfe voll sind mit Geschichten und Fundstücken, so ist auch jedes seiner Bücher und Kopfbücher Teil eines ganzen Universums. In fantasievollen Dramaturgien gestaltet er assoziationsreiche Bildgeschehen: Schlüssel, Buchstaben, Eisenteile wie Klöppel oder Noten, eiserne Verzierungen, aufeinandergereiht und beweglich wie Buchseiten, sprechen sie die Vorstellungskraft der Betrachter an, wenn diese in den fabelartigen Konstellationen zu blättern beginnen.

Bildband «Licht und Schatten – hundert Jahre zu spät»

In der Kapelle dann zeigt sich, wie die Eisenplastik und die schmiedeiserne Handwerkskunst Hand in Hand gehen. Kerzenhalter der besonderen Art, sinnbildhaft mit den sich schliessenden Flügeln, den körperintensiven Haltungen geben dem Raum eine besondere Atmosphäre. Die Schiffsteile aus dem Dampfkessel des Dampfschiffes «Lötschberg» werden bei Heiko Schütz zur elegant geschwungenen Fächerfigur, eine Eisenplastik klassischen Zuschnitts, die als kleine Multiple weiterlebt.

Mit«Licht und Schatten hundert Jahre zu spät» ist ein ausliegender Bildband zu Fred Baumanns malerischem Schaffen getitelt. Aber das ist relativ, denn ein Maler sollte das malen, was für ihn wichtig und wesentlich ist, und das ist im Fall des 1947 geborenen Künstlers aus Dürrenroth die unermüdliche Auseinandersetzung mit Licht und Schatten als atmosphärische Spannung einer Landschaft.

Und dazu natürlich Farbe für eine unerschöpfliche impressionistische Bildfindung. Sich selbst nennt er «Landschaftsmaler», doch ist er vor allem Maler, der mit einer reich gefüllten Farbpalette die flirrenden Farben der Natur, die Reflexionen und Spiegelungen, die markanten Kontraste von Licht und Schatten über die Impression hinaus mit lebhaftem und pastösem Farbauftrag auskostet und auslotet.

Natur als zentrales Thema

Seit vielen Jahren sind Landschaften sein zentrales Thema, das Emmental, stille Winter im kühlen Sonnenlicht, Täler und Felswände, ein Bauernhaus hinter Bäumen, Blumenfelder im Sommer, Alleen, variiert in den typischen scharfen Licht- und Schattenspielen, Mohnwiesen, Impressionen der Provence, wo er auch ein Atelier führt, Spiegelungen im Wasser, glühende Abendsonnen, rosafarbene Blütenmeere, natürlich die Seerosen.

Die Fülle an Impressionen ist schier unendlich wie der Rhythmus der Farben und kurzen Pinselstriche. Aber auch städtische Szenen interpretiert er, das abendlich reflektierende Licht aus den Häusern und Cafés, Menschen in Bistros, regennass glänzende Strassen, und immer wieder Natur, Landschaft, die Farb- und Lichtstimmungen der Jahreszeiten und Regionen.

Die ganze Farbenwelt recht routiniert ausreizend, scheinen seine Bilder zu flimmern, manche verschwimmen zu Farbpaletten bis zur Auflösung, andere sind reduziert auf die Grundstimmung oder fügen sich allmählich zu vertrauten Momenten. Dann wieder bleibt er konventionell oder verleiht mit Blattgold dem Licht und dem Kontrast einen besonderen Reiz.

Bis 10. November. Geöffnet: Samstag und Sonntag, 14 bis 18 Uhr, Mittwoch und Donnerstag, 16 bis 19 Uhr. Workshop für Erwachsene: Mittwoch, 30. Oktober, 19.30 Uhr. Matinee-Konzert: Sonntag, 3. November, 11 Uhr.