Zuchwil steht mit der Rechnung für die Kunsteisbahn im Sportzentrum nicht alleine da. Die umliegenden Gemeinden leisten seit Jahrzehnten einen Beitrag, die einen mehr, andere weniger und manche nichts. «Wir haben jeweils denjenigen Gemeinden eine Rechnung geschickt, die im Vorjahr auch etwas eingezahlt hatten», erklärt Gemeindepräsident Stefan Hug. Die ganze Sache sei etwas eingeschlafen. Ursprünglich lag der erhoffte Beitrag bei 150 000 Franken pro Jahr. Eingependelt haben sich die Beiträge bei einer Summe von rund 90 000 Franken.

Die erst kürzlich gegründete Task-Force für das Sportzentrum hat nun die Schrauben aber wieder angezogen. Rechnungen für den Beitrag an die Kunsteisbahn werden wieder an alle Gemeinden im Perimeter versandt. Wobei ein neuer Schlüssel angewendet wird. «Zu den Kriterien gehört neu auch die Entfernung der Gemeinde zum Sportzentrum.»

Nun würden erfreulicherweise wieder mehr Gemeinden einzahlen, allerdings haben sich die Beträge wegen des neuen Schlüssels für die Bisherigen ebenfalls verändert, weshalb der Gesamtbetrag sich nicht stark verändern wird. «Ich rechne mit 90- bis 100 000 Franken bis Ende Jahr.» Stefan Hug freut sich bei seinen Bemühungen über die Mithilfe der Repla Espace Solothurn. «Dort ist aktuell eine Diskussion im Gange über gemeindeübergreifende Beiträge an wichtige Institutionen.» Die Repla habe der Rechnung einen Begleitbrief angefügt.

«Bescheiden, aber hartnäckig»

Die Beiträge an die Kunsteisbahn kann Zuchwil gebrauchen. Das Sportzentrum kostet die Gemeinde einiges. Michael Marti, Leiter Abteilung Finanzen, hat mit den Investitionen der letzten 10 Jahre und dem jährlichen Betriebsaufwand aus der laufenden Rechnung einen Durchschnittswert berechnet. Er ist auf einen jährlichen Beitrag der Gemeinde Zuchwil an das Sportzentrum in der Höhe von 2,1 Mio. Franken gekommen. Da sind die Beiträge von den Regionsgemeinden, die aber nur für die Kunsteisbahn verwendet werden dürfen, hochwillkommen. Denn die Last ist für die Gemeinde gross, obwohl die Kunsteisbahn von der ganzen Region genutzt wird.

Schon vor Jahrzehnten wurde dies festgestellt und die Regionsgemeinden eingebunden. Der damals festgelegte Beitrag von 150 000 Franken wurde aber nie indexiert. «Natürlich sollten wir heute wesentlich mehr erhalten, aber das lässt sich politisch nicht durchsetzen», sagt Stefan Hug. Er wolle lieber in den Forderungen bescheiden sein, dafür hartnäckig die anbegehrten Beiträge eintreiben.

Da ist eine Arbeitsgruppe der Repla Espace Solothurn, die diese Beiträge von Regionsgemeinden an wichtige Institutionen diskutiert, schon einen Schritt weiter. Neben den verbindlichen Beiträgen für Stadttheater, Zentralbibliothek und Altes Spital sollen künftig, dies der aktuelle Stand der Diskussion, auch Kunsteisbahn, Velostation Solothurn, Naturmuseum und ökologische Vernetzungsprojekte verbindlich Gelder erhalten. «Möglich wäre die Schaffung eines Pools, den die Repla verwaltet», erklärt Matthias Reitze, stellvertretender Geschäftsführer Repla. Ein Geschäft wird ausgearbeitet und an der Delegiertenversammlung 2016, so Reitze, vorgelegt.

Zuchwil hat der Arbeitsgruppe bereits mitgeteilt, wie viel sie sich als künftigen Beitrag wünscht. 250 000 Franken sollen es sein. Auch diese grössere Summe kann Zuchwil für den Erhalt der Kunsteisbahn gut gebrauchen.