Oberdorf

Einwohner befürchten, dass die neue Seilbahn zu einem Parkplatz-Chaos führt

An einem Informationsanlass zum Neubau der Bergbahn äusserten viele Einwohner Oberdorfs Befürchtungen, dass die Parkplätze an der Talstation bei schönem Wetter schnell überfüllt sein könnten. Dies könnte zu Suchverkehr und Wildparkierei führen.

«Es ist Sache der Gemeinde, das Parkplatzreglement mit den nötigen flankierenden Massnahmen zu erstellen. Der Betrieb der Parkplätze läuft aber via Seilbahn Weissenstein AG», so der Oberdörfer Gemeindepräsident Patrick Schlatter.

Er habe in den letzten Wochen viele Halbwahrheiten gehört, die herumgeboten würden. Schlatter erklärte deshalb an einem Informationsabend, was Sache ist. «Wenn die neue Bahn auf den Berg fährt, wird die Strasse zwischen Oberdorf und der Passhöhe jeweils am Sonntag und an Feiertagen von 9 bis 16 Uhr gesperrt.» Dies sei beschlossen und vom Regierungsrat genehmigt.

Ebenso sei klar, dass es künftig vier Parkplätze mit rund 400 Parkfeldern gebe. «Die Parkplätze sind mit der Nutzungsplanung ausgeschieden worden.» Für den Gemeinderat sei klar, dass die Einwohner von Suchverkehr und Wildparkierenden entlastet werden müssen.

Der Gemeinderat wünscht sich deshalb ein Verkehrsleitsystem, das schon in Langendorf anzeigt, wenn die Parkplätze in Oberdorf belegt sind. Auf dem Nesselboden werde es künftig keine Parkplätze mehr geben. Auch die Parkplätze im Wald würden mit einem Parkverbot belegt. Die Plätze beim «Sennhaus» und dem «Hinter Weissenstein» sind privat und bleiben bestehen.

Schlatter traf mit diesen Ausführungen den Nerv der Zuhörenden. Zum Informationsabend eingeladen hatte das Forum Oberdorf. Vorsichtig habe man, so Diskussionsleiter Peter Gasser, 50 Stühle aufgestellt.

Diese reichten bei weitem nicht. Über 100 Personen kamen in die Kächschür. «Leider ist weder von Solothurn Tourismus, noch vom Kanton, ein Vertreter delegiert worden», so Gasser weiter. Urs Allemann, Verwaltungsratspräsident der Seilbahn Weissenstein AG, stellte sich aber den zahlreichen, kritischen Fragen.

Parkieren auf dem Berg teurer

Am meisten Angst haben die Oberdörfer davor, dass die Parkplätze an einem schönen Sonntag voll belegt sind, und es zu Suchverkehr und Wildparkiererei kommt. «Was wird unternommen, um dies zu verhindern?», fragten mehrere Anwesende.

Genau konnte Patrick Schlatter dies nicht beantworten. «Wir brauchen zuerst das Betriebskonzept, dann können wir das Parkplatzkonzept erarbeiten.» Das Problem sei, beschlossene Massnahmen umzusetzen.

«Verfügen wir ein striktes Parkverbot auf Quartierstrassen, dann müssen wir Fahrzeuge konsequent abschleppen lassen.» Dies wiederum sei auch eine Frage des Aufwandes, der betrieben werden kann.

Quartierstrassen abzusperren sei eine andere Variante. «Damit sind aber auch die Einwohner eingeschränkt.» Die Tarife für die Parkplätze würden so gestaltet, dass das Parkieren auf dem Berg mehr kostet, als im Tal.

Die Talstation der Bahn sei zudem mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen. Ob der Migros-Parkplatz in Langendorf wieder genützt werden könne, war eine weitere Frage. Allemann bestätigte dies. Die Verhandlungen seien auf gutem Weg.

«Wieso macht man denn überhaupt einen neuen Parkplatz, wenn der Parkplatz in Langendorf genutzt werden kann?» Hier machte Allemann betriebswirtschaftliche Überlegungen.

Die neue Bahn kann 900 Personen pro Stunde transportieren. Der Seilbahn Weissenstein AG sei daran gelegen, dass die Besucher möglichst in der Nähe parkieren können. «Wir sind auf eine gewisse Anzahl Fahrgäste angewiesen.» Vom Shuttleparkplatz in Langendorf aus würden die Leute eine halbe Stunde verlieren. Dies sei sicher machbar, aber nicht allzu attraktiv.

Wieso bei der Talstation kein Carparkplatz geplant sei, wollte einer der Anwesenden wissen. «Die Cars können direkt vor die Station fahren und die Gäste ausladen. Parkieren sollen sie auf einem der anderen Parkplätze», meinte Urs Allemann dazu.

Leitsystem auch für Fussgänger

Nicht nur die Parkiererei scheint ein Problem zu sein, auch die Menschen, die den Autos entsteigen verhalten sich offenbar nicht immer konform. «Wie soll verhindert werden, dass die Besucher nicht einfach über unser Grundstück laufen, sondern die öffentlichen Wege nehmen?»

Und wie man die Fussgänger sicher zur Talstation geleiten wolle, war ebenfalls gefragt. Genügend Abfallkörbe und Robidogs aufstellen, war ein weiteres Anliegen. «Sonst haben wir alles bei uns im Garten», so ein Anwohner.

Wie denn die Fahrzeiten der neuen Bahn aussehen? Voraussichtlich jeweils von 8.30 bis 16.30 Uhr im Winter- und bis 17.30 Uhr im Sommerhalbjahr. Die Bahn werde so ausgebaut, dass Nachtfahrten möglich sind.

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