Kriminell
Einbruchsserie in Himmelried: Polizei gibt Verhaltenstipps und Präventionsmassnahmen

Eine veritable Einbruchsserie hält die Schwarzbuben-Gemeinde auf Trab. Bisher wurden sieben Fälle angezeigt. Wer dahinter steckt ist noch nicht geklärt.

Yannette Meshesha
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Zwar kommt es am ehesten im Winter oder in der Ferienzeit zu Einbruchsserien, doch auch das restliche Jahr darf man sich nicht zu sicher fühlen.

Zwar kommt es am ehesten im Winter oder in der Ferienzeit zu Einbruchsserien, doch auch das restliche Jahr darf man sich nicht zu sicher fühlen.

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In Himmelried wurden seit Anfang März sieben Einbrüche und ein Einbruchsversuch angezeigt; die Gemeinde spricht gar von zehn bis zwölf Fällen. Polizei und Gemeinde geben ausführliche Präventionsmassnahmen und Verhaltenstipps heraus, um weitere Fälle zu vermeiden. Die Täter sind noch nicht gefasst.

Aussergewöhnliche Häufung

Der Sprecher der Kantonspolizei Solothurn, Thomas Kummer, sagt: «Leider kann man nach einem Einbruch meist nicht mehr viel machen.» Der Fokus liege darauf, dass die Betroffenen von der zuständigen Versicherung ihren Schaden erstattet bekämen. «Die Polizei nimmt Spuren auf und katalogisiert diese sorgfältig, damit der Täter bei einem weiteren Vorfall wiedererkannt werden kann.» Im Normalfall kehrten Einbrecher jedoch nicht an denselben Ort zurück, sondern gingen weiter zum nächsten, weshalb die Chance sie zu fassen eher gering sei.

Dies zeigt auch der gestern veröffentlichte Jahresbericht zur nationalen Kriminalstatistik. Lediglich 15 Prozent der Einbruchsdiebstähle wurden 2016 aufgeklärt. Immerhin verzeichnet die Statistik für 2016 eine Abnahme der Einbruchdiebstähle in der Schweiz um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem kann es immer wieder zu Einbruchsserien kommen.

«In der Tat sind acht Meldungen in einem Monat für Himmelried mit seinen gut 900 Einwohnern eine erhöhte Anzahl», bestätigt Kummer. Es sei möglich, dass dieselben Täter hinter allen Fällen stecken, das könne aber nicht abschliessend bestätigt werden.

Besonders in der Ferienzeit und im Winter, wo das frühe Eindunkeln einen guten Sichtschutz biete, komme es häufiger zu Einbrüchen. Dennoch warnt Kummer: «Einbruch ist ein Delikt, das während des ganzen Jahres verübt wird.» Im Kanton Solothurn kam es 2016 zu 5,5 Einbruch- und Einschleichdiebstählen pro 1000 Einwohner; in Baselland waren es 6,1 Fälle.

Prävention statt Nachsicht

«Das Wichtigste, das die Gemeinde unternehmen kann, ist die Sensibilisierung der Bevölkerung», kommentiert die Gemeindeverwaltung Himmelried. Die Situation habe sich schon etwas beruhigt. Dennoch müsse man wachsam bleiben.

Gemeinsam mit der Polizei habe die Gemeinde grossformatige Plakate aufgehängt und Flyer an alle Haushalte geschickt, welche die Leute warnen und Präventionsmassnahmen aufzeigen. «Ausserdem wird im kommenden Monatsblatt der Gemeinde eine Warnung mit Verhaltenstipps publiziert.» Dazu gehören gute Sicherheitsvorkehrungen im eigenen Haus.

Wertvolle Hinweise erwünscht

Auch die Polizei sieht diese Massnahmen als besonders wirksam an. «Unser Bestreben ist, die Einbrüche zu verhindern. Dazu ist die Polizei verstärkt mit Patrouillen unterwegs und betreibt Prävention in hohem Masse», erklärt Kummer. Eine ganzjährige Präventionskampagne sei in Gang, um die Bevölkerung zur Zusammenarbeit zu animieren.

Wichtig seien vor allem Hinweise an die Polizei, wenn etwas Verdächtiges wahrgenommen wird. «Das kann eine Person sein, die sich auffällig verhält oder ein seltsam parkiertes Auto. Solche Hinweise können für die Aufklärung des Falles sehr wertvoll sein», erklärt Kummer.