Bellach
Ein wohliges Nest auch für die Kleinsten im Kinderhaus «Momo»

Im April 2013 soll es so weit sein. Dann wird das Kinderhaus Momo seine neue Stätte an der Markstrasse 3 beziehen können. Seit dem 5. November bietet das Kinderhaus Momo auch eine Nido-Gruppe für Kinder ab vier Monaten an.

Carla stampfli
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Das Kinderhaus Momo bietet den Kleinsten ein geborgenes und sicheres «erweitertes Zuhause». (Symbolbild)

Das Kinderhaus Momo bietet den Kleinsten ein geborgenes und sicheres «erweitertes Zuhause». (Symbolbild)

Keystone

«Bis wir aber in die neuen Räumlichkeiten einziehen können, ist die Nido-Gruppe in einem Provisorium untergebracht», erklärt Esther Bachmann, Betriebsleiterin des Kinderhauses Momo. Die Gruppe mit den Kindern zwischen zweieinhalb Jahren und dem Schulalter bleibt bis zum vorgesehenen Zügeltermin, an ihrem gewohnten Ort an der Marktstrasse 3c.

Wie bei den grösseren Kindern, wird auch in der Nido-Gruppe nach Montessori-Grundsätzen gearbeitet. Ziel und Grundlage der Montessori-Pädagogik ist das selbstbestimmte Lernen und Handeln in Verantwortung gegenüber der Umwelt, sich selbst und den anderen Menschen. Sie lässt der individuellen Entwicklung des Kindes Spielraum und bietet die Gelegenheit, dem eigenen Lernbedürfnis zu folgen.

Beobachten und Nachahmen

«Bei uns im Kinderhaus ist die Nido-Gruppe von der Gruppe der grösseren Kindern getrennt, was auch von der Montessori-Pädagogik vorgesehen ist», sagt Esther Bachmann. Die Bedürfnisse der beiden Kindergruppen unterscheiden sich stark. In den ersten Lebensmonaten braucht ein Kind die volle Zuwendung seiner betreuenden Person. Um vier bis sechs Monate wird ein Kind aufmerksam auf die Tätigkeit der Anderen und nimmt mehr Anteil an den Geschehnissen der Kindergruppe.

Der Aktionsradius erweitert sich und das Kind lernt, Situationen einzuschätzen. «Sie machen immer das, was sie gerade sehen. Wenn ein Kind ein Spielzeug hat, will ein anderes auch das Spielzeug», erklärt Bachmann. Eine sichere Nähe zur betreuenden Person und ein verlässlicher gleichbleibender Rhythmus seien bei Kindern bis zu 32 Monaten sehr wichtig. Zwischen 32 und 36 Monaten beginnen sich die Kinder als Individuum zu begreifen, «sie fangen an zu planen und verstehen, dass andere Kinder einen eigenen Willen haben». In diesem Alter sind die Kinder reif zum Übertritt in die grössere Gruppe.

Das Provisorium der Nido-Gruppe ist eine grosszügige und helle Parterrewohnung. Sie liegt gegenüber dem Kinderhaus und ist ganz nach den Bedürfnissen der Kleinsten ausgestattet. Jedes Kind hat sein eigenes Garderobenkästchen und einen Schlafplatz im Ruhezimmer. Im Badezimmer steht ein auf die Kleinsten angepasstes Waschbecken und in den übrigen Zimmern gibt es Spielzeuge und Lernspiele für alle.

Gegessen wird gemeinsam, die Betreuerinnen holen das Essen in der Kindertagesstätte ab. «Den Brei bereiten die Leiterinnen aber direkt im Provisorium zu», sagt Esther Bachmann. Um den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik und den kantonalen Auflagen gerecht zu werden, hat Bachmann neue Betreuerinnen angestellt. Eine Gruppenleiterin, eine Lernende der höheren Fachschule Zug, eine lernende Fachfrau Betreuung Kinder sowie eine Praktikantin sorgen für das Wohl der Nido-Gruppe.

Finanzielle Lage

Dank den Bemühungen des Trägervereins Kinderhaus Momo, erhält die Tagesstätte seit 2009 Unterstützung von der Gemeinde Bellach. Seitdem verbucht das Kinderhaus mehr Anmeldungen für Krippenplätze. Letztes Jahr war das Kinderhaus mit durchschnittlich 14 von insgesamt 16 Plätzen belegt. «In diesem Jahr sind noch freie Plätze vorhanden, sowohl bei der Nido als auch bei der grösseren Gruppe. Am Morgen sind wir gut ausgelastet, am Nachmittag weniger», erklärt Esther Bachmann.

Anfangs Dezember hat die Gemeindeversammlung Bellach der Leistungsvereinbarung über 100000 Franken mit dem Kinderhaus Momo zugestimmt. Bellacher Eltern können somit weiterhin von einer sozial abgestuften 50-Prozent-Reduktion der Betreuungskosten profitieren, solange das Kinderhaus nicht voll ausgelastet ist. Denn sobald zehn Krippenplätze von Bellacher Kindern belegt werden, müsse bei den Sozialtarifen der oberen Einkommen zurückgesteckt werden.

Flexibles Angebot

«Mit unseren Tarifen liegen wir im Durchschnitt, aber für auswärtige Eltern, die keine Unterstützung von ihrer Gemeinde erhalten, ist es schwieriger». Dabei spiele das Kinderhaus Momo auch für Familien schwächeren Einkommens eine wichtige Rolle. «Familien, die Schichtarbeit oder unregelmässige Arbeitszeiten haben, kommen zu uns.

Sie schätzen unser flexibles Betreuungsangebot. Es kommt auch vor, dass Kinder kommen, um Deutsch zu lernen», sagt Bachmann. Für die Finanzierung der neuen Nido-Gruppe hat Esther Bachmann eine Bundesanstossfinanzierung beantragt, aber «wie es nachher weiterläuft wissen wir noch nicht.»