Selzach
«Ein Stimmenanteil von über 50 Prozent, das ist ein geniales Resultat»

Silvia Spycher (FDP) wurde als erste Frau ins Gemeindepräsidium gewählt. Sie zeigte sich überwältig über den Ausgang der Wahl. Gegenkandidat Hans-Peter Hadorn dagegen war enttäuscht über die Niederlage.

Rahel Meier
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Viktor Stüdeli stösst mit seiner Nachfolgerin Silvia Spycher auf deren Wahl ins Gemeindepräsidium an.

Viktor Stüdeli stösst mit seiner Nachfolgerin Silvia Spycher auf deren Wahl ins Gemeindepräsidium an.

Hansjörg Sahli

Silvia Spycher mit einem klaren Resultat zur ersten Gemeindepräsidentin in Selzach gewählt. Kaum wurden die Resultate bekannt, lief das Telefon bei Spycher heiss. «Ich bin überwältigt», sagte sie als erste spontane Reaktion. «Ein Stimmenanteil von über 50 Prozent, das ist ein geniales Resultat.» Sie habe mit einem knappen Entscheid gerechnet. Tatsächlich lagen Silvia Spycher und Hans-Peter Hadorn (CVP) im ersten Wahlgang viel näher beieinander. Damals erreichte Spycher einen Stimmenanteil von 43 Prozent, Hadorn kam auf 38. Und Peter Brudermann, der Dritte im Bunde, konnte 19 Prozent auf sich vereinigen.

Hadorn ist enttäuscht

Am gestrigen Sonntag war das Resultat deutlich. Bei einer Wahlbeteiligung von 55,16 Prozent wurden 1234 Wahlzettel abgegeben. Leer waren 25, ungültig drei. Auf Silvia Spycher (FDP) entfielen 605 Stimmen (50,2 Prozent); auf Hans-Peter Hadorn (CVP) 459 Stimmen (38,1 Prozent) und auf Peter Brudermann (Freie Liste) 142 Stimmen (11,8 Prozent).

Hans-Peter Hadorn konnte seine Enttäuschung nicht verhehlen. «Der Wahlkampf bedeutete viel Aufwand, und ich hätte das Amt gerne übernommen.» Ebenso klar war ihm, dass bei drei Kandidaten zwei verlieren und nur eine Person gewinnen kann. So gesehen, breche auch keine Welt zusammen. «Ich hatte das Ziel, einen fairen Wahlkampf zu führen. Denn ich und Silvia Spycher werden weiterhin beide im Gemeinderat sein und zusammenarbeiten.» Das Resultat sei aber deutlicher, als er sich das gedacht hätte. «Offensichtlich ist Silvia Spycher die hohe Stimmbeteiligung zugute gekommen.»

Vize auch freisinnig

Speziell ist, dass auch das Vizepräsidium in den Händen der FDP ist. «Ich denke nicht, dass das ein Problem ist», so Christoph Scholl, FDP-Partei- und Vizegemeindepräsident. Die FDP habe vier von elf Sitzen im Gemeinderat und damit keine Mehrheit. Zudem habe die neue Gemeindepräsidentin in den letzten acht Jahren beweisen, dass sie über die Parteigrenzen hinweg zum Wohl der Gemeinde politisiere. «Das klare Resultat hat zudem gezeigt, dass sie von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen wird», so Scholl.

Peter Brudermann gratuliert Silvia Spycher zum Gewinn. «Das Resultat ist deutlich», meinte er. Sie müsse nun zeigen, dass sie eine Gemeindepräsidentin für alle sei, nicht nur für die Freisinnigen. «Im oberen Leberberg wird es kühler, meinte Brudermann. Damit spielte er auf die Resutate in Selzach, Bettlach und Grenchen an. Überall haben die Freisinnigen das Präsidium erobert.

Start vermutlich am 1. Oktober

Wann Silvia Spycher das Präsidium offiziell übernimmt, ist noch nicht klar. «Ich werde am Montagabend bereits vereidigt», erklärte sie. Im Prinzip könnte sie bereits am 1. Oktober starten. Aber das werde sie gemeinsam mit der Verwaltung und dem Vizegemeindepräsidenten besprechen. Sicher werde die nächste Sitzung des Gemeinderates noch vom Vize geleitet.