Lohn-Ammannsegg
Ein «Sternen» geht zu, ein anderer wird neu eröffnet

Die Fressbeiz Sternen im Dorfzentrum von Lohn-Ammannsegg macht dicht. Die Pizzeria Sternen an der Bernstrasse eröffnet heute Mittwoch mit neuen Pächtern neu.

Christof Ramser
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Gülüsan (rechts) und Metin Kirmizitas, die neuen Besitzer des «Sternen».

Gülüsan (rechts) und Metin Kirmizitas, die neuen Besitzer des «Sternen».

Hanspeter Bärtschi

«Gute Pächter zu finden, ist schwierig.» Das gilt für die Beizenszene landauf, landab. Und auf diesen Satz können sich die Besitzer der beiden «Sternen» in Lohn-Ammannsegg einigen. Wer sich als Wirt (noch) keinen Namen gemacht hat, kämpft mit schwindenden Gästezahlen und mit seiner Existenz als Wirt. Die Pachtzinse sind auf einem tiefen Niveau, den Liegenschaftsbesitzern entgeht das lukrative Geschäft.

Einen Namen gemacht hat sich die Familie Kirmizitas-Yildirim aus Herzogenbuchsee. Sie betreibt das Restaurant Pangäa in Bern oder den «Stadtgarten» in Biel. Auch das Hotel Krebs in Grenchen oder das Hotel Sonne in Herzogenbuchsee gehörte früher zu ihrem Portfolio. Nun besitzen Gülüsan und Metin Kirmizitas auch den «Sternen» an der Bernstrasse in Lohn-Ammannsegg. Das Lokal, das in jüngster Zeit durch mehrere Wirtewechsel aufgefallen war, wird heute Mittwoch als «Restaurant Pizzeria» neu eröffnet.

Pizza aus dem Holzofen

Und weil es eben nicht einfach ist, einen guten Pächter zu finden, führen sie den Sternen gleich selbst. Die Vorfreude ist Gülüsan Kirmizitas anzuhören. «Fünf Monate haben wir umgebaut, Wände eingezogen, neue Toiletten installiert, Wohnungen renoviert und einen Holzofen eingebaut.» Endlich könne man loslegen.

Tscheppach: Kreuz eröffnet wieder

Eine frohe Meldung aus der regionalen Gastronomieszene gibt es aus Tscheppach zu vermelden. Dort eröffnet der Gasthof Kreuz unter dem Namen «Tscheppach's» am 1. Oktober neu. Seit Ende Juli hat, bei schönem Wetter, bereits die Gartenbeiz geöffnet, jeweils Donnerstag, Freitag und Samstag. «Derzeit wird der Innenbereich umgebaut und renoviert», sagt Mark Balsiger von der Emmenpark AG, die das Kreuz in Pacht führt.

Neben einem Catering-Service betreibt die Emmenpark AG auch das Limpach's in Aetingen, die Sagi in Oberwil und den Goldenen Gallier in Biberist.Die neuen Besitzer der Liegenschaft sind Martha und Hans-Ulrich Bieri aus Oberhofen.

Das «Tscheppach's» will sich unter dem Motto «Feuer und Flamme» als Restaurant für Fleischliebhaber etablieren - unter anderem mit einem Holzkohlengrill, Fleisch von Angus-Rindern aus Kanada oder Spezialitäten aus der Schweiz in biologischer Qualität. (crs)

Auch die Wohnungen und das Büro sind renoviert und wurden bereits vermietet. Nach unsteten Zeiten soll der «Sternen» wieder eine Konstante in der regionalen Gastronomieszene werden. Erreichen wollen dies Kirmizitas’ mit Angeboten wie einer grossen mediterranen Küche, brutzelndem Fleisch auf Speckstein, hausgemachter Pasta – und natürlich der Holzofenpizza. Zudem soll die Menükarte alle drei Monate wechseln. «Eine saisonale Küche ist uns wichtig.»

Zuletzt war das Restaurant als «Sternen-Fischerstube» von Elyounsi Jonas geführt worden. Sein Pachtvertrag lief allerdings aus. Zuvor war die Liegenschaft vom mittlerweile verstorbenen, langjährigen Eigentümer an Metin Kirmizitas überschrieben worden.

Zukunft der «Fressbeiz» ist offen

Unsicher dagegen ist die Zukunft des anderen «Sternen» in Lohn-Ammannsegg. Ende Juli wurde die Fressbeiz an der Schulhausstrasse, wie im Frühling angekündigt, geschlossen. Der Pächter Peter Rhyn hat gekündigt und kocht mittlerweile im «Kreuz» in Tscheppach (siehe Kontext). Er hatte seit 2008 im altehrwürdigen Gasthaus im Dorfzentrum gewirtet.

Wie Lokalhistoriker Stefan Luterbacher weiss, wurde das Haus 1731 anstelle einer Taverne errichtet. Nach einem Brand 1762 wurde es wieder aufgebaut, seit damals trägt es den Namen «Sternen». Ob die historische Wirtschaft weitergeführt wird, ist derzeit völlig offen. «Wir sind in Verhandlungen», sagt Liegenschaftsbesitzer Georg Beyeler. Auf absehbare Zeit bleibe das Restaurant geschlossen.

Beyeler hatte die Liegenschaft sowohl zur Pacht als auch zum Verkauf ausgeschrieben. Bislang offenbar ohne Erfolg. Er ist seit 1975 Eigentümer des Restaurants, das heute ein geschütztes Kulturobjekt ist. Wohnungen werde darin es wohl nicht geben, meint Beyeler noch. Doch die Zukunft der Beiz scheint fraglich. «Denn eine Existenz als Wirt sei heute schwierig.» Und gute Pächter zu finden ebenfalls.