Zwar gibt es noch heute den einen oder anderen Beck im Bezirk, der dieses Handwerk hochhält. Und doch hat sich die Gewerbelandschaft seitdem stark verändert. Detailhändler und Dorfläden kämpfen mit zunehmender Billig-Konkurrenz von Discountern wie Aldi oder Lidl.

«Die aggressive Tiefpreispolitik drückt auf die Margen», weiss Ruedi Meister, Präsident des Bucheggberger Gewerbeverbands. Meister, der in Messen selber einen Denner-Satelliten betreibt, will zwar nicht übers Geschäft klagen. Trotzdem: «Die Margensituation wird immer spitzer.»

Baugeschäfte mit vollen Büchern

Auch die zunehmende Mobilität der Dorfbewohner fördert das Bucheggberg Gewerbe nicht gerade. Läden, die früher soziale Treffpunkte waren, gehen so ein. Letztes Beispiel einer Geschäftsaufgabe liefert die Metzgerei Ritz in Schnottwil. «Das ist natürlich schlecht für die Attraktivität der Dörfer», sagt Ruedi Meister unverblümt.

Trotzdem: Die Stimmung unter den Gewerblern sei gut. In anderen Branchen läufts nämlich rund. Gerade das Baugewerbe und dessen Nebenbetriebe, die im Bucheggberg häufig vertreten sind, florieren. Zwar sinken die Margen wegen des (internationalen) Konkurrenzdrucks ebenfalls, weshalb diese öfter auch «über den Bezirk hinaus geschäften müssen». Mit Aufträgen ausschliesslich aus dem Bucheggberg kann kaum mehr ein Betrieb überleben. Trotzdem: Die Auftragsbücher sind voll.

Immer mehr Dienstleister

Auch die Gastronomie hält sich gut im Bezirk – dies trotz vereinzelter Klagen von Stammbeizen über das Rauchverbot. «Ausserdem haben wir Versicherungen, Veloläden, Vermessungsbüros und eine Bank», zählt Meister weitere erfolgreiche Unternehmen auf.

Der Gewerbeverein Bucheggberg zählt 122 Mitglieder, davon sind 53 vom 1. bis 4. November an der Gewa in der Mehrzweckhalle Nennigkofen präsent. Die Aussteller zeigen sich in einem separaten Zelt vor der Halle, wo sich vier bis acht Betriebe einen Raum teilen. Das biete mehr Möglichkeiten als aufgereihte «Küngeliställe», in denen sich jeder selber präsentiert. Innerhalb der Halle wiederum betreiben die Dorfvereine von Lüsslingen und Nennigkofen Festwirtschaft und Bar. Ein Streichelzoo, Lamatrekking und Konzerte von Sodi und Co. aus Schnottwil sowie der Querbeet-Windband aus Hessigkofen runden das Programm ab.

So eine Leistungsschau, findet Ruedi Meister, sei durchaus zeitgemäss. Mit einem gemeinsamen Auftritt könne man einerseits seine Leistungsfähigkeit beweisen und auf sich aufmerksam machen. Andererseits habe man an einem Stand viel Zeit für ein Gespräch mit Kunden. Das sei im Alltag nicht immer gewährleistet. Gerade deshalb könnten zahlreiche Einmann- und Einfraubetriebe im Bezirk nicht an der Gewa präsent sein. «Sie können es kaum verantworten, sich vom Tagesgeschäft abzukoppeln.»

Der Fokus auf die Lehrlinge

Den Fokus legt die Gewa auf die Ausbildung. So wird man in einem separaten Zelt Zimmermanns-Lehrlingen über die Schulter gucken können, während sie ein kleines Haus aufrichten. Das Häuschen wird nach der Ausstellung der neuen Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen für den Spielplatz zur Verfügung gestellt. «Die Ausbildung ist wichtigen Bestandteil für das Gewerbe im Bezirk», sagt Ruedi Meister. Im letzten Jahr hätten rund 50 Lehrlinge in Bucheggberger Betrieben ihre Ausbildung abgeschlossen. Auch deshalb sei eine Gewa keinesfalls ein Auslaufmodell. Darin sind sich die Organisatoren einig.

Bleibt die Frage, ob vier Tage nicht etwas lang für eine Gewerbeausstellung ist? Normalerweise schon, sagt Ruedi Meister. Allerdings liege ja mit Allerheiligen ein katholischer Feiertag in dieser Zeit. Deshalb hoffen die Aussteller, dass auch Solothurner, Leberberger und Wasserämter den Weg in den protestantischen Bucheggberg finden werden.

Gewerbeausstellung «ächt BuechiGwärb», Mehrzweckhalle Lüsslingen-Nennigkofen. 1. und 2. November von 17 bis 21 Uhr, 3. November von 10 bis 21 Uhr, 4. November von 10 bis 17 Uhr. Informationen unter: www.gewerbe-bucheggberg.ch