Grenchen
Ein Schmaus für Ohren und Augen mit akrobatischen Touch

Im Parktheater in Grenchen gab es neben dem Stadtorchester und Beethoven auch Darbietungen mit akrobatischem Touch zu sehen. Sowohl das Orchester als auch das Publikum hatten ihre Freude an der Vorstellung.

Nadine Schmid
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Unter der Leitung von Rainer Ackermann boten die Stadtmusiker einfühlige Klänge.

Unter der Leitung von Rainer Ackermann boten die Stadtmusiker einfühlige Klänge.

Tina Dauwalder

An diesem Wochenende ging es im Parktheater sehr musikalisch zu und her: Nach dem Auftakt des Stadtorchesters am Samstagabend mit Beethoven und Mendelssohn ging es am Sonntagvormittag ähnlich weiter: Die Stadtmusik spielte unter der glänzenden Leitung von Rainer Ackermann Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert. Die vielfältigen, farbigen Klänge waren ein Genuss.

In «Ode for Trumpet» (Alfred Reed) konnte die zärtliche Trompetenmelodie des Solisten Adrian Wagner die Zuschauer ergreifen, feinfühlig untermalt von der Stadtmusik. Das Stück «Inspiration» begann mit mystischen, leisen Tönen. Der magische Moment wurde durch hauchende Klänge, die an Windgeräusche erinnerten und von den Schlagzeugern stammten, noch verstärkt. «Sing sing sing» von Prima Louis ist nur ein Beispiel von vielen Liedern, in denen majestätische Töne keck und fröhlich angestimmt wurden.

Tänzerische Nummern

Die Stadtmusik wird im Juni am kantonalen Musikfest in Kriegstetten vom Tambourenverein Biel begleitet werden. Dieser war am Konzert mit einer Gastformation, unter der Leitung von Christoph Gnägi, mit von der Partie. Die Formation bewies, wie Moderatorin Angela Kummer bereits vorhersagte, dass man sich auf etwas gefasst machen darf.

In zwei Sets, mit je drei Stücken boten die fünf Männer künstlerische Darbietungen mit einem akrobatischen Touch: In «Divisionstagwacht» wurde es dunkel auf der Bühne, nur die Enden der Schlaghölzer leuchteten, sodass aus der Warte des Publikums blaue Bällchen auf den Trommeln herumsprangen. Die Musiker warfen bei manchen Stücken die Schlaghölzer von der einen Hand in die andere und zeigten auch, dass man mit Besenstielen trommeln kann. Und als Zugabe bewiesen sie, dass dies ebenfalls mit einer Abfalltonne für PET- und Plastikflaschen möglich ist.

«Musik wird überall verstanden»

In einigen Stücken der Stadtmusik gab ein Register die führende Stimme an. Dabei merkten womöglich die einen oder anderen Zuhörer, dass in «Trumpets Wild» Robert Schumanns «Wilder Reiter» integriert war. Die Anwesenden waren vom Konzert begeistert, was durch freudige Pfiffe und langen Applaus zur Geltung kam. Die diesjährige Matinee stand wegen der Freude an der Musik unter dem Motto «Music for ever».

Der Spass, den das Orchester beim Spielen hatte, war für alle zu sehen. Moderatorin Kummer, die informative Häppchen zu den einzelnen Stücken preisgab, zitierte passend Goethe: «Musik ist die schönste und zugleich die einzige Sprache, die überall auf dieser Welt verstanden wird.»