Weissenstein
Ein Riesenschritt in Richtung Gondelbahn

Endlich hat sich das Bundesamt für Verkehr (BAV) zu einem Entscheid in Sachen Weissenstein Gondelbahn durchgerungen. Zumindest sind positive Signale aus Bern eingetroffen. Das BAV will sich offiziell allerdings erst nächste Woche äussern.

Theodor Eckert
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Jetzt keimt wieder neue Hoffnung auf, dass rund um den Weissenstein eine tragfähige Gesamtlösung realisiert werden kann.Peter Brotschi

Jetzt keimt wieder neue Hoffnung auf, dass rund um den Weissenstein eine tragfähige Gesamtlösung realisiert werden kann.Peter Brotschi

Vom Bundesamt für Verkehr (BAV) wird längst der Entscheid in Sachen Gondelbahn Weissenstein erwartet. Und zwar sehnlichst. Aus Ende Sommer wurde Herbst, dann «sicher» noch in diesem Jahr und schliesslich «spätestens» Ende Januar.

Politische Vorstösse, ein verbaler Schlagabtausch hier, ein Geplänkel zwischen Gondeli- und Sesselivertretern da, sowie unzählige frustrierte Leserbriefe von Freunden des Weissensteins, bildeten die Begleitmusik zu dieser endlos-verzwickten Geschichte. Sie, die von Aussenstehenden längst als Lokalposse verspottet wurde.

Ein enorm wichtiger Schritt

Nun hat sich das BAV zu einem Entscheid durchgerungen. Nach langem Hickhack, vielen Umwegen und schier unendlichem Abwägen, will das Bundesamt allerdings erst kommende Woche offiziell informieren. Die Solothurner Zeitung lässt sich bereits heute auf das Tragseil hinaus und sagt: Die Baubewilligung liegt vor. Umfangreiche Recherchen lassen keinen andern Schluss zu. Hinzu kommen die offenkundigen Befindlichkeiten: Gelöste Stimmung bei der Gondeli-Fraktion, gedämpfte Töne bei der Sesseli-Gemeinde.

An breite Unterstützung appelliert

Bei der Seilbahn Weissenstein AG hat man die Signale inzwischen auf Grün gestellt. Dort dürften die positiven Signale aus Bern angekommen zu sein. In einem Brief an «direkt oder indirekt Betroffene» schaut man jedenfalls bereits vorwärts: «Trotz dem fast 3 Jahre dauernden Bewilligungsprozess auf Bundesebene ist keineswegs sicher, dass sich das Bahnprojekt nicht noch weiter verzögert.» Will heissen: Soweit so gut, aber ein Weiterzug des Entscheides ist möglich. Konkreter heisst es weiter unten: «Noch immer besteht die Möglichkeit, dass zwei einspracheberechtigte Verbände (Schweizer Heimatschutz und Stiftung für Landschaftsschutz) das Rechtsmittel ergreifen...»

Die Rede ist vom Bundesverwaltungsgericht und Bundesgericht. So formuliert nur, wer den angekündigten Entscheid deuten kann. Unmissverständlich auch der Satz: « In der Phase nach publik werden des Konzessionsentscheides ist es von grosser Wichtigkeit, dass...», dann wird an die breite Unterstützung für das Neubau-Projekt appelliert.

Heinz Rudolf von Rohr von Pro Sesseli, meint dazu auf Anfrage lakonisch: Mit dem positiven Entscheid war zu rechnen. Wir müssen nun die Begründung genau anschauen. Davon wir unsere Reaktion abhängen.» Rudolf von Rohr gibt sich dennoch kämpferisch und betont: «Grundsätzlich hat sich nichts geändert. Die neue Gondelbahn soll in ein geschütztes Gebiet gebaut werden und das geht nicht, wie etliche andere Entscheide auf nationaler Ebene gezeigt haben.» Man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte nach dem positiven Entscheid aus Bern jetzt weiterentwickeln wird. Sicher ist, dass die Baumaschinen nicht schon kommende Woche auffahren werden.