Weissenstein
Ein Platz an der Sonne mit Rüeblitorte und Kaffee

Wer dem Nebel entflieht, muss noch lange nicht auf dem Trockenen sitzen: Damit die Solothurner ihren Tag an der Sonne auch am Wirtesonntag geniessen können, bietet Familie Niederberger Kaffee und Kuchen in Selbstbedienung an.

Michael Hugentobler
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Ausflügler gönnen sich einen Snack an der Sonne.

Ausflügler gönnen sich einen Snack an der Sonne.

BAR

Willy Niederberger hat keine Mühe mit dem Nebel. Aus seiner Perspektive sieht die Suppe schön aus: Da unten liegt sie, im Tal, weich wie Watte, in der Ferne die Alpen und oben keine Wolke am Himmel. Für Willy Niederberger, Landwirt und Gastwirt im «Sennhaus» auf dem Weissenstein, ist diese Aussicht nichts Aussergewöhnliches, er sieht sie jeden Tag.

Und er freut sich, dass auch die Menschen, die da unten in der Suppe wohnen, hochkommen, um die Sonne zu sehen. Ihnen bietet er auch am Wirtesonntag Kaffee und Kuchen an. «Mein Angebot ist in erster Linie eine Dienstleistung und ich hoffe, dass es geschätzt wird», sagt Niederberger.

Nebel über Solothurn
20 Bilder
Die Sonne kämpft sich über der Loretokapelle in Solothurn durch den Hochnebel - Sonntag 18.11.2012
Markus Kobel war in Oberbuchsiten, in der Region Tiefmatt/Blüemlismatt unterwegs
Blick auf die Ruine Alt Bechburg umgeben von Nebel
Blick vom Balmberg auf Nebelmeer und Alpen (19.11.2012)
Sonnenuntergang auf der Bettlerchuchi
Sonne scheint in die Nebelschwaden
Bettlebärg
Leserin Pauline Molliet war in Romont unterwegs
Unter der Nebeldecke ist es trüb, auf dem Weissenstein scheint dagegen die Sonne.
Bis zu den Bergen scheint der Nebel festzuhocken.
Nebelmeer vom Weissenstein aus
Blick vom Kurhaus Weissenstein aufs Nebelmeer
Fast dasselbe Bild auf dem Grenchenberg.
Der Parkplatz auf dem Grenchenberg ist gefüllt. Viele wollen dem Nebel entfliehen.
Blick auf den Balmberg und das Nebelmeer von der Röti aus
Den Weissenstein hinunter: Nebel im Wald
Vernebelte Aussicht von der St. Ursenkathedrale: Wo ist die Stadt geblieben?
Laserinstallation beim Kunstmuseum Solothurn
Auf dem Stierenberg

Nebel über Solothurn

Astrid Emmenegger

Da er hauptberuflich als Landwirt arbeitet, führt er das Restaurant Sennhaus Teilzeit. Die Beiz hat während des ganzen Jahres geöffnet, ob es nun schneit, hagelt oder die Sonne scheint. Ausser montags, dann ist zu. Der nahe Gasthof Hinter-Weissenstein hat aber ebenfalls am Montag geschlossen, und während der Wintersaison verriegelt das Kurhaus Weissenstein, einige Meter weiter oben am Hügel, die Türen.

Die innovative Lösung

«Es passierte, dass die Leute aus dem Unterland hochkamen an die Sonne, und dann fanden sie kein Restaurant, wo sie etwas essen oder trinken konnten.» So hat Niederberger den Partyraum seines Restaurants umfunktioniert zu einem Selbstbedienungsrestaurant, das auch geöffnet hat, wenn der eigentliche Betrieb geschlossen ist.

Auf einem Buffet liegen Nussgipfel, Rüeblitorte, Kartoffelchips und Schoggistängeli. Zu trinken gibt es Kaffee oder Rivella. Das Geld für Essen und Getränke kassiert keine Serviererin ein, sondern legt jeder Kunde selber in die Kasse. Verlässt er sich nicht ein bisschen zu sehr auf das Gute im Menschen? Er habe da Vertrauen, sagt Niederberger: «Es wird nicht gross geschummelt.»

Trotz des vielen Sonnenscheins auf dem Weissenstein muss auch Niederberger in die Ferien an den Strand. Das wird nächste Woche der Fall sein. Damit die Besucher auch bei seiner Abwesenheit mit Kaffee und Kuchen versorgt sind, übernimmt der Bruder den Nachschub des Buffets.