Langendorf
Ein Pastoralraum im Leberberg – wozu eigentlich?

Die fünf Pfarreien Selzach, Lommiswil, Oberdorf, Langendorf und Bellach werden in zwei Jahren in einem Pastoralraum vereint sein.

Beatrice Kaufmann
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Agnell Rickenmann, Pfarrer in Oberdorf, sprach in aller Deutlichkeit den bedrohlichen Mangel an kirchlichen Mitarbeitern an.

Agnell Rickenmann, Pfarrer in Oberdorf, sprach in aller Deutlichkeit den bedrohlichen Mangel an kirchlichen Mitarbeitern an.

Keystone

Die Zukunft der katholischen Kirche stösst auf Interesse. Über 80 Personen besuchten im Pfarrsaal Langendorf die Orientierung der Pfarreien Selzach, Lommiswil, Oberdorf, Langendorf und Bellach, die sich zu einem Pastoralraum zusammenschliessen wollen – oder zumindest sollen.

Denn noch sind Sorgen im Raum, die nicht nur die Umstrukturierung betreffen. So wurde auch über grundlegende Probleme diskutiert: Wer ist die katholische Kirche? Was will sie? Und wie kann sie möglichst viele Menschen erreichen?

Ziel für Pastoralraum ist 2016

Durch den Abend führte Markus Stalder, Diakon Bellach und Leiter des Projekts «Pastoralraum Mittlerer Leberberg», mit Unterstützung von Bischofsvikar Arno Stadelmann.

Die Rahmenbedingungen sind vom Bistum Basel vorgegeben, es sei aber an den Pfarreien, diese passend umzusetzen, so Stalder. Dafür würden drei Arbeitsgruppen eingesetzt. Die Projektgruppe Pastoral werde eine Analyse des Ist-Zustand vornehmen und aufgrund der Ergebnisse ein Pastoralraum-Konzept erstellen. Wie dieses rechtlich und finanziell umgesetzt werden kann, darum kümmere sich die Projektgruppe Kirchgemeinderäte.

Die (Teil-)Ergebnisse würden an öffentlichen Anlässen präsentiert. Dort sei die Echo-Gruppe aufgefordert, sich einzubringen und die Ergebnisse zu prüfen. Interessierte können sich entweder in der Projektgruppe Pastoral oder in der Echo-Gruppe engagieren. Es gebe aber auch für jene Arbeit, die nur über einen kurzen Zeitraum mithelfen könnten. Einen konkreten Fahrplan legte Stalder noch nicht vor. Der Pastoralraum solle aber im Sommer 2016 zu errichtet werden.

Warum zusammenschliessen?

Doch warum schliessen sich die Pfarreien zusammen? Man arbeite bereits eng zusammen, so Stalder. Diese Zusammenarbeit werde nun reflektiert, optimiert und in einem neuen Konzept vereint. Das «Warum?» liess aber noch eine andere kritische Frage aufkommen: Will die Kirche sich vor allem neu strukturieren, um besser auf Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft reagieren zu können? Oder zwingt sie nicht doch der Personalmangel dazu? Im Publikum stellte jemand fest, dass Stalder und Stadelmann hierauf ausweichend antworteten.

Tatsächlich war es Agnell Rickenmann, Pfarrer in Oberdorf, der schliesslich in aller Deutlichkeit den bedrohlichen Mangel an kirchlichen Mitarbeitern ansprach. Man befände sich im mittleren Leberberg personalbedingt in einer ausgesprochen guten Situation, so Rickenmann. Das Publikum verstand die Botschaft und reagierte mit eifrigem Murmeln: «Ja, aber nicht mehr lange.»

Die personellen Schwierigkeiten sollten das Projekt aber nicht dominieren, so Stalder. Die pastoralen Anliegen ständen klar im Vordergrund. Er sehe das Projekt daher auch als Chance, zu reflektieren, was derzeit gut laufe, was weniger, und daraus Konsequenzen zu ziehen. Was gut funktioniere, werde auf jeden Fall beibehalten. Wie etwa die Zusammenarbeit zwischen Selzach und Bettlach, die nicht an der Grenze des Pastoralraums zerbrechen solle. Weiter würde keine Pfarrei aufgelöst und jede Pfarrei werde nach wie vor ihre Ansprechperson haben.

Infos laufend unter www.pfarrei-oberdorf.ch und in Papierform in allen fünf Pfarrei-Sekretariaten.

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