Aus Sicherheitsgründen

Ein Maschendrahtzaun teilt in Feldbrunnen künftig Gleis und Strasse

Bitte durchfahren: Feldbrunnen wird von der Baselstrasse getrennt.

Bitte durchfahren: Feldbrunnen wird von der Baselstrasse getrennt.

Viel ausrichten können die Feldbrunner nicht mehr, das Eisenbahngesetz spricht eine klare Sprache. Nur noch einen befahrbaren Übergang und zwei Fussgängerübergänge soll es geben. Zudem gibt es zwischen Gleis und Fahrbahn einen Maschendrahtzaun.

Zwei gewichtige Themen standen an einer Orientierungsversammlung auf dem Programm. Das räumliche Leitbild und die Bahnübergänge. Zum ersten ist die Mitwirkung ausdrücklich erwünscht. Zum zweiten können die Feldbrunner nur noch Ja und Amen sagen. Der Schnittpunkt der beiden Projekte, oder besser gesagt die Schnittgerade, ist die Baselstrasse.

In der Diskussion zum räumlichen Leitbild betonten Behörden und vor allem Planer das Trennende der Baselstrasse. «Die Strasse sagt mit Gleis, Lärmschutzwand und abweisenden Häuserzeilen nur eines: fahr hier durch», erklärte Raumplaner Martin Eggenberger. Er ermunterte die 110 Anwesenden querzudenken. «Wer in Feldbrunnen durchfährt, soll dies auch spüren.»

Als Beispiele, wo visionäre Ideen gefragt sind, nennt das räumliche Leitbild drei Übergänge, denjenigen zum Schloss Waldegg, die historische Verbindung zwischen Schloss und Aare bei der Frank-Buchser-Strasse sowie den Übergang bei der Rötistrasse. Es gilt, so der Leitbild-Text, die verkehrsorientierte Ausrichtung der Strasse zugunsten des Langsamverkehrs und der Aufenthaltsqualität umzugestalten.

So weit die Theorie. Die Praxis spricht eine andere Sprache. «Das Gleis ist das trennende Element», sagte ein Teilnehmer. Alle nicken. Die Feldbrunner hätten sich zu sehr an dieses Gleis gewöhnt, als dass etwas anderes vorstellbar sein könnte, analysiert der Raumplaner. Diesbezüglich wurden an der Orientierungsveranstaltung keine umwerfenden oder eben queren Ideen geäussert. Einzig gestaltet sollte es sein. Dazu später.

Das Trennende wird zementiert

In der Praxis verhindert eben auch vermeintlich höhere Gewalt ein Umdenken. Gemeint ist das Eisenbahngesetz. Nach fünf Jahren Ringen zwischen Gemeinde, Aare Seeland mobil (asm), Kanton und Bund lag eine Variante zur Lösung der Problematik um die Bahnübergänge in Feldbrunnen auf dem Tisch. Und diese zementiert eigentlich nur das Trennende der Baselstrasse. Bis Ende 2014, verlangt der Bund, müssen ungesicherte Bahnübergänge entweder geschlossen oder gesichert sein.

Der Gemeinderat von Feldbrunnen erhob 2011 Einsprache gegen den Lösungsvorschlag «Barrierenwald» der asm und erreichte eine Neuprojektierung. Die jetzige Variante sieht noch einen befahrbaren Übergang bei der Rötistrasse vor. Fussgängerübergänge sind beim Weissensteinweg (zum Schloss Waldegg) und bei der Frank-Buchser-Strasse vorgesehen. Alle Übergänge sind mit Barrieren gesichert. Die anderen Übergänge werden geschlossen.

Als Details zum Projekt sind erwähnenswert: Aus Sicherheitsgründen muss zwischen Gleis und Fahrbahn ein trennendes Element gebaut werden. Gewählt wurde südseitig durchgehend ein 1,2 Meter hoher Maschendrahtzaun. Nordseitig des Trassees ist ein 1 Meter hoher Maschendrahtzaun vorgesehen, aber nur bei den Übergangsbereichen. Hier kam übrigens die Frage aus dem Publikum, ob auch ein Gestalter in der Arbeitsgruppe sass, und ob es ein Maschendrahtzaun sein müsse. Ersteres bejahte Gemeindepräsident Rolf Studer, zweites verneinte der informierende Vertreter der bearbeitenden Firma.

Der mögliche Stau bei geschlossener Barriere bei der Rötistrasse wird in der Stosszeit auf 150 bis 200 Meter geschätzt. Die Anwohner südseitig wurden einige Tage vor der gestrigen Orientierung über gewünschten Landerwerb südseitig informiert. Denn der Rad- und Fussweg gleich neben dem Trassee soll überall auf 4,5 Meter Breite erweitert werden, dient er doch künftig der Erschliessung der südseitigen Liegenschaften. Der Ärger über diese befohlenen Landabgaben ist gross.

Keine Tramstrecke

Rolf Studer verwies an der Versammlung darauf, dass man alles versucht habe, eine bessere Lösung zu erhalten. Insbesondere die Einstufung des Abschnittes als Eisenbahnstrecke und nicht als Tramstrecke (wie in Solothurn), was eine viel offenere Gestaltung möglich gemacht hätte, sei von oben kategorisch abgelehnt worden.

«Die asm will nun mit dem Anschluss an Oensingen vorwärtskommen», verwies Studer auf höhere Interessen. Einer Einsprache gibt er, wegen des Eisenbahngesetzes, keine grosse Chancen.

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