Das Pflegepersonal der Spitex arbeitet direkt mit den Menschen und ist selten im Büro. Trotzdem fallen für jeden Patienten grosse Papierberge an. Bisher waren sie schön geordnet in Mappen verstaut. Seit dem 1. Januar 2013 ist dies beim Spitex-Verein Langendorf-Oberdorf nicht mehr nötig. Schnittige Smartphones ersetzen den Papierkram und erleichtern dem Personal die Arbeit.

Eigens für die Spitex hat «Curabill», eine Tochterfirma der Swisscom, die Software «Curamo» entwickelt, die jetzt von den Spitex-Vereinen Langendorf-Oberdorf und Solothurn getestet wird. «Eine Software für die Buchhaltung und die Arbeitszeiterfassung hatten wir bereits, jedoch keine für die Pflege», berichtet Claudia Strähl, Betriebsleiterin der Spitex Langendorf-Oberdorf. Alle Mitarbeitenden der Spitex Langendorf-Oberdorf haben ein Smartphone erhalten, um die neue App-Funktion zu testen, mit der sie die Arbeit ab sofort erledigen. Momentan werden laufend Veränderungen und Anpassungen vorgenommen. Nach einem grossen Update im März/April 2013 soll die Software schliesslich marktfähig sein.

Individueller Pflegeplan

Das System «Curamo» vernetzt die Schritte von der Kundendatenaufnahme bis hin zur Ausstellung der Rechnungen. Nach der Datenaufnahme beim Eintritt eines Neukunden erfolgt die Bedarfserhebung nach RAI-HC; einem System, das den Bedarf von Patienten abklärt. Informationen zum körperlichen Zustand des Klienten werden elektronisch erfasst. «Bis 2014 sollten laut kantonaler Vorgabe alle Spitex-Vereine im Kanton Solothurn mit RAI-HC arbeiten», begründet Strähl die Anschaffung der Software.

Mit der Umstrukturierung haben sich auch die betrieblichen Abläufe verändert: «Für die RAI-HC-Bedarfserhebung musste Personal entsprechend umgeschult werden», so Strähl. Aus den erhobenen Daten werde ein individueller Pflegeplan für die Klienten zusammengestellt, den die Mitarbeitenden direkt über ihre Smartphones abrufen können.

Strähl zeigt sich trotz einiger Ungereimtheiten während der Einführungsphase begeistert: «Über die App kann das Personal bereits zu Hause den Routenplan abrufen. Änderungen sollen bei der Endversion ständig aktualisiert werden.» Sie stellte fest, dass die Hektik im Büro abgenommen hat. «In der App steht genauestens geschrieben, was getan werden muss. Das Personal muss das Erledigte nur abhaken.» Erhobene Daten wie der Blutdruck können auf dem Gerät gespeichert werden. Sie sind so umgehend im Büro abrufbar. «Zukünftig sollten auch Ärzte ihre Verordnungen direkt in unser System einbringen können. Das würde den administrativen Aufwand weiter senken», meint Strähl. «Allgemein werden die administrativen Abläufe mit «Curamo» effizienter und die Pflegenden haben mehr Zeit für die Klienten.» So ist beispielsweise auch eine Karte in die App integriert, die dem Personal den Weg zum nächsten Klienten zeigt. Strähl fügt an, dass sich auch die Abrechnung vereinfacht habe, da der Spitex-Verein Langendorf-Oberdorf seit Anfang Jahr mit den Krankenkassen direkt abrechnen könne.

«Entsprechend der vertraulichen Daten sind die Datenschutzbestimmungen sehr streng», erklärt die Betriebsleiterin. «Deswegen werden die Smartphones durch entsprechende Vorrichtungen gut geschützt.» Trotz der Knacknüsse, die es noch zu bewältigen gibt, erleichtere das neue System die Arbeit enorm.