«Lieber eine Sekunde früher als eine zu spät handeln», beschwört Regisseur Guido Gsponer die Recherswiler Theatercrew in einer der letzten von 50 Proben. «Zeigt eure Spiellust und Emotionen – euren Zorn, eure Freude. Konzentriert euch, ihr müsst hinter der Bühne bereits in der Stimmung sein, die eure Handlung beim Auftritt verlangt», sagt er weiter. «Wenn das Publikum nachher sagt, Gestik und Mimik waren super, dann ist das ein schönes Kompliment», vermittelt der Regisseur.

Dies dürfte das treue Recherswiler Publikum zweifellos tun. Der Schwank in zwei Akten «Rente gut – alles gut» von Michael Cooney in der Neubearbeitung von Erwin Britschgi zieht in Bann und garantiert Dauerlachen.

Chaos um Sozialversicherungsgeld

Einem Pingpong-Spiel gleich gehen die Dialoge im Wohnzimmer der Familie Bachmann hin und her. Seit zwei Jahren ist der Hausherr Kurt Bachmann (Jörg Studer) arbeitslos, und immer noch hat er es nicht geschafft, seiner Ehefrau Nelly (Therese Lüpold) davon zu erzählen. Die Rente, die das Sozialamt irrtümlicherweise noch immer für den längst nach Kanada ausgewanderten Untermieter Märki bezahlt, kommt ihm gelegen.

Dieser Umstand regt aber gleichzeitig seine Fantasie zu weiterer raffinierter Geldbeschaffung an. Sein Haus füllt sich kontinuierlich mit einer Vielzahl von erfundenen, hilfsbedürftigen Personen; notabene auf Sozialbeiträge angewiesene. Eingeweiht ist einzig der im Spital tätige Onkel Otti (Beat Hofer).

Just zum Zeitpunkt, als Kurt Bachmann beschliesst, die eintragsreichen Personen sterben oder verschwinden zu lassen, steht der Beamte Abächerli (Bänz Gasche) zwecks Stichkontrolle vor der Tür. Die Wortgefechte und Rechtfertigungen nehmen ihren Lauf. Untermieter Benni Appenzeller (Toni Maibach), Onkel Otti und Kurt Bachmann wissen bald selber nicht mehr, wer sie eigentlich sind.

«Dureschnuufe»

Da hilft auch die Eheberaterin Dr. Emanuela Trost (Yvonne Luginbühl) mit ihrem «Dureschnuufe» nichts mehr. Ebenso wenig die überlegten Worte des Bestatters Graber (Koni Murer) und die besorgte Sozialarbeiterin Erika Wyss (Sabine Kaufmann). Die rabiate Vorsteherin des Sozialamtes, Salome Zöbeli-Marthaler (Eveline Lanz), bringt zusätzliche Verwirrung. Wie das temporeiche und zwerchfellerschütternde Stück endet, ergründen Sie am besten gleich selber.

Aufführungen in der Igu-Halle Recherswil: Fr., 12., Sa, 13., Mi, 17., Fr, 19., Sa, 20. April, jeweils 20 Uhr (Theaterstube ab 19 Uhr) sowie So, 14. April um 16 Uhr. Vorverkauf unter 076 527 05 37.