Wohnungen
Ein halbes Hundert Wohnungen im «Lindenpark» in Selzach

Im Einfamilienhaus-Dorf Selzach plant ein Zürcher Immobilienunternehmen Mehrfamilienhäuser. Insgesamt sollen rund 56 Wohnungen im «Lindenpark» entstehen. Die Baukosten gehen gegen 20 Millionen Franken.

Urs Byland
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Im «Lindenpark», links vom Bauernhaus, sind 7 Mehrfamilienhäuser mit 56 Wohnungen geplant.

Im «Lindenpark», links vom Bauernhaus, sind 7 Mehrfamilienhäuser mit 56 Wohnungen geplant.

Urs Byland

Auf der Bauverwaltung von Selzach liegt eine für das Dorf nicht alltägliche Baupublikation. Im «Lindenpark» an der Bäriswilstrasse plant die Firma Stipa & Partner Immobilien aus dem zürcherischen Winkel sieben Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 56 Wohnungen. «Eigentlich ist Selzach ein typisches Einfamilienhaus-Dorf», sagt Bauverwalter Thomas Leimer. Wohnungen in Mehrfamilienhäusern seien in Selzach Mangelware, wie auch leere Mietwohnungen. «Wir haben seit Jahren einen tiefen Leerwohnungsbestand.» Umso erfreuter sei er über die Bauabsichten. Der tiefe Leerwohnungsbestand ist auch der Bauherrschaft aufgefallen. «Wir haben eine Studie veranlasst», erklärt Geschäftsinhaber Roberto Pampanini, «und wir haben herausgefunden, dass Mietwohnungen gefragt sind.»

Relativ günstige Wohnungen

Vom «Lindenpark» aus, etwas oberhalb vom Selzacher Dorfkern in einer Talsenke, sind das Aaretal und die Alpen verdeckt. Ein wenig entschädigt der Blick nach Westen Richtung Biel und nach Osten ins Grüne. «Der Lage ist ruhig und herzig, eine gefreute Sache», sagt Roberto Pampanini. Die verdichtete Bauweise – «wie vom neuen Raumplanungsgesetz gefordert», so Thomas Leimer – wird es erlauben, relativ günstige Wohnungen anbieten zu können. So geht der Mietzinsspiegel von einem Preis von circa 1100 (2-Zimmer-Wohnung) bis 1730 Franken (4,5-Zimmer-Wohnung) aus.

Thomas Leimer ist überzeugt, dass die neuen Wohnungen schnell vom Markt absorbiert werden. Dies auch, weil im Dorf selber und in der Region etliche neue Arbeitsplätze eingerichtet werden. Pampanini verweist auf seine Erfahrungen mit Mehrfamilienhäusern in Sarmenstorf. «In zwei Jahren haben wir 90 Wohnungen erstellt und alle sind vermietet.»

Zuerst bauen, dann verkaufen

Auf dem Gelände mit den Wohnblöcken wird kein Verkehr anzutreffen sein. Beinahe der gesamte Verkehr konzentriert sich in der Tiefgarage. Einige Besucherplätze sind oberirdisch geplant, ansonsten wird die Anlage verkehrsfrei sein. Die sieben Häuser sind um eine Freifläche angeordnet, die als Aussenaufenthaltsbereich konzipiert ist. Die einzelnen Gebäude, jedes mit acht Wohnungen, sind zweigeschossig ausgestaltet und mit einem Attikageschoss versehen. Roberto Pampanini hofft auf einen Baubeginn im Herbst. Die Baukosten will er nicht genauer beziffern. Sie würden aber näher bei 20 als bei 10 Millionen Franken liegen. Nach dem Bau will er die Anlage an einen Investor verkaufen. Dabei denkt er an eine Pensionskasse.