Bellach
Ein erfolgreiches Jahr trotz Gegenwind bei der Raiffeisen Weissenstein

Stephan Julier übernimmt die Bankleitung von Marcel Michel, der Raiffeisen Weissenstein nach elf Jahren verlässt. Michel sagte, er habe als Quereinsteiger eine sehr intensive und interessante Zeit erlebt.

Agnes Portmann-Leupi
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Die abtretenden Verwaltungsräte (v.l.) Beat Heiniger und Werner Bläsi sowie der Vorsitzende der Bankleitung, Marcel Michel, VR-Präsident Harry Stampfli, Stephan Julier (neuer Bankleiter) und Verwaltungsrat Roland Meyer.

Die abtretenden Verwaltungsräte (v.l.) Beat Heiniger und Werner Bläsi sowie der Vorsitzende der Bankleitung, Marcel Michel, VR-Präsident Harry Stampfli, Stephan Julier (neuer Bankleiter) und Verwaltungsrat Roland Meyer.

AZ

Ein roter Teppich führte ins sommerlich warme Festzelt beim Turbensaal in Bellach. Beschwingt spielte die Dixie-Band «Rote Lippen». Mit Freude offenbarte Verwaltungsratspräsident Harry Stampfli den 900 Genossenschaftsmitgliedern an der Generalversammlung, dass die Raiffeisenbank Weissenstein im Kerngeschäft – Entgegennahme von Kundengeldern und Vergabe von Krediten – erneut gewachsen ist. Dies trotz Turbulenzen an den Finanzmärkten. «Auch in der Schweiz ist mit Gegenwind zu rechnen, umso wichtiger ist es, die Segel richtigzustellen», sagte er.

Ein bedeutendes Standbein sei die Finanzierung von Hypotheken und KMU. «Wir sind selber ein KMU, kennen die Herausforderung und sprechen deren Sprache», beteuerte der VR-Präsident. Jedes dritte KMU in der Schweiz sei von Raiffeisen finanziert. Harry Stampfli riet zudem, eine Geldanlage stets zu hinterfragen. Bei der Raiffeisenbank sei das Geld sicher, gehe doch die Bank Risiken zurückhaltend und bewusst vor.

Positiver Rückblick

Die GV stand im Zeichen des Führungswechsels. Marcel Michel, Vorsitzender der Bankleitung, verabschiedet sich per Ende Mai nach elf Jahren von der Raiffeisenbank. Seine Laufbahn begann schon Jahre zuvor als Aufsichtsrat. Als Quereinsteiger habe er eine sehr intensive und interessante Zeit erlebt, in welcher die Bankenwelt auf den Kopf gestellt worden sei.

Marcel Michel erwähnte die wichtigen strategischen Entscheide während seiner Amtszeit wie Fusion mit der Bank in Bellach, die Schliessung der Geschäftsstellen Rüttenen und Oberdorf mit Installationen von Bancomaten. Als absoluter Höhepunkt bezeichnete er den Bezug des neuen Bankgebäudes in Langendorf im Jahr 2010.

Er blicke auf unzählige persönliche Begegnungen zurück, und habe dadurch Menschen mit unterschiedlichsten Charakteren kennen und schätzen gelernt. Diese Erfahrung komme ihm künftig in seiner notariellen Tätigkeit zugute. Marcel Michel erfüllt sich nämlich nach seiner «Pensionierung» den Wunsch, wieder als selbstständiger Solothurnischer Notar zu arbeiten.

Sein Nachfolger, Stephan Julier, ist seit über 21 Jahren in verschiedenen Regionen und Bereichen bei Raiffeisen tätig. Der in Leukerbad aufgewachsene Bankfachmann – es wechselt also nicht nur der Kopf, sondern auch der Dialekt – ist seit sieben Jahren Stellvertreter von Marcel Michel.

Wachstum hielt an

Der scheidende Vorsitzende übergibt eine intakte Raiffeisenbank Weissenstein, zu deren Geschäftskreis die Gemeinden Bellach, Langendorf, Oberdorf und Rüttenen gehören. «Ich hätte zwar mit der Bilanzsumme gerne die 400-Millionengrenze überschritten», meinte er lachend.

Diese erhöhte sich immerhin um 15,5 Mio. auf 393,8 Mio. Franken. Die Kundenausleihungen stiegen um 5,8 Prozent auf 361,5 Mio. Franken. Davon 348,3 Mio. Franken an Hypotheken wegen der grossen Bautätigkeit und der attraktiven Konditionen. Der Zustrom an Kundengeldern, in erster Linie in Spar- und Anlageformen, steigerte sich um 5,7 Prozent auf 338,1 Mio. Franken. Einzig die Kassenobligationen verloren an Terrain. Der Jahresgewinn stabilisierte sich auf 588222 Franken. Die Anteilscheine der 5743 Genossenschaftsmitglieder werden zu 6 Prozent verzinst.

Rücktritte verzeichnete auch der Verwaltungsrat. Demissioniert haben Werner Bläsi, nach 16 Jahren und Beat Heiniger nach insgesamt 14 Jahren Raiffeisen-Engagement. Künftig zählt der Verwaltungsrat nur noch sechs Personen: Roland Meyer (neu), Harry Stampfli (Präsident), Franz Fischer, Gilbert Studer, Franz Geiser und Irene Jäggi. Wie bei Raiffeisen üblich, erwartete die Gäste ein leckeres Essen und für diesmal Unterhaltung mit dem belebenden Gospelchor Biberist.