Mühledorf
Ein Ende des Trottoir-Streits in Mühledorf ist in Sicht

Der Regierungsrat weist Beschwerden im Zusammenhang mit der «Sternenkreuzung» und dem geplanten Trottoir. Die Einsprecher geben nach einem mehrjährigen Kampf auf.

Bruno Utz
Drucken
Teilen

Der Dauerbrenner «Sternenkreuzung» samt dem geplanten Trottoir entlang der Tscheppachstrasse beschäftigt die Mühledorfer Behörden und mehrere kantonale Ämter seit einigen Jahren. Nun zeichnet sich eine Lösung ab: Zwei der zwölf Einsprecher zogen ihr Begehren vorbehaltlos zurück. Fünf Einsprachen wurden bereits im vergangenen Januar mit einem Vergleich beigelegt. Und die restlichen fünf Einsprachen wies der Regierungsrat Anfang Mai ab. Die Frist für einen Weiterzug ans Verwaltungsgericht (Erschliessungsplan), beziehungsweise an die kantonale Schätzungskommission (Perimeterbeitragsplan), endet in diesen Tagen.

«Am Ende unterliegt man doch»

«Ein Weiterzug wäre wohl nur mit hohen Kosten verbunden. Am Ende unterliegt man doch», erklärt Urs Mollet. Er gehört zu einer Gruppe von Anwohnern der Tscheppachstrasse, die sich gegen die planerische Sicherstellung eines Trottoirs wehrt. «Ich sehe den Sinn eines Trottoirs an unserer Strasse nicht ein. Im ganzen Dorf ist es eng», argumentiert Mollet. Durch das Trottoir werde die Situation entlang der Tscheppachstrasse zwar übersichtlicher, womit jedoch auch schneller gefahren werde. Ins gleiche Horn stösst Peter Müller, Mitunterzeichner der Sammeleinsprache: «Auf der Tscheppachstrasse ist noch nie ein Schulkind verunfallt.»

Im Beschluss des Regierungsrates ist diesbezüglich nachzulesen: «Es wäre zynisch, die Notwendigkeit des strittigen Trottoirausbaus von einem gefährlichen Zwischenfall abhängig zu machen. Der Ausbau dient naturgemäss der Prävention, aber auch dem objektiven und subjektiven Sicherheitsbedürfnis und -empfinden der Strassenbenützer.»

In ihrem Leitbild habe die Einwohnergemeinde Mühledorf als Ziel stipuliert, im und ausserhalb des Siedlungsgebietes durchgehende und verknüpfte Fuss- und Wanderwege zu erstellen. «Dass die Trennung von Fussgängern und Motorwagen die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer erhöht, ist hinlänglich bekannt.»

Dieser Argumentation schliesst sich Rolf Siegenthaler an. Der an der Tscheppachstrasse, jedoch ausserhalb des Trottoir-Perimeters wohnende Familienvater hat auf eine Einsprache verzichtet: «Ich arbeite im Rettungswesen und finde es grob fahrlässig, dass die Gemeinde bisher nicht imstande war, hier ein Trottoir zu erstellen.»

«Uns trifft es besonders hart»

Die perimeterpflichtigen Einsprecher verneinen einen Mehrwert durch das von der Brügglenstrasse bis zur Abzweigung Mühle geplante Trottoir. «Uns trifft es besonders hart», sagt Einsprecher Peter Müller. Weil das Trottoir auf ihrer Strassenseite geplant ist, müssten er und seine Frau Ruth der Gemeinde einen zwei Meter breiten Landstreifen abtreten. Trotzdem würden sie jedoch auf einen Weiterzug des Regierungsbeschlusses verzichten. «Damit die Visionsmanagement AG (VMI) endlich das geplante Sechsfamilienhaus bauen kann», sagt VMI-Verwaltungsratspräsident Müller.

Das nach dem Landverkauf der Müllers an die VMI – Ruth Müller ist Delegierte des Verwaltungsrates – lancierte Mehrfamilienhausprojekt habe seinerzeit die gesamte Erschliessungsplanung Sternenkreuzung ausgelöst. «Seit zwei Jahren wartet die VMI auf die Baubewilligung. Für übernächste Woche kündigte uns die Baukommission nun die Publikation an», sagt Müller. Voraussetzung sei jedoch ein Einlenken bezüglich des Trottoirs, habe die Gemeinde ihn wissen lassen.

«Da besteht keine Verknüpfung»

Einen solchen Zusammenhang verneint jedoch der mit Peter und Ruth Müller nicht verwandte Gemeinderat Richard Müller (FDP). «Da besteht keine Verknüpfung.» Das gesamte Verfahren «Sternenkreuzung« habe lange gedauert, weil verschiedene kantonale Ämter in die Planung involviert waren. Die Frist seit der öffentlichen Auflage im vergangenen Oktober/November bis zur Genehmigung des Erschliessungsplanes durch den Regierungsrat sei normal.

Peter Müller hat eine andere Sicht der Dinge: «In Mühledorf kommt es immer darauf an, wer etwas von der Gemeinde will.» An seiner Geschäftseröffnung vor einigen Jahren hätten 250 geladene Gäste teilgenommen. «Aber von der Gemeinde kam niemand.» Die Müllers glauben, den Grund für die Abwesenheit zu kennen: Neid. Peter Müller: «Aber Neid ist das schönste Kompliment, das man jemandem machen kann, der Erfolg hat.»

Aktuelle Nachrichten