Und plötzlich geht es schnell: Bereits Anfang 2013 sollen in Messen die Baumaschinen auffahren. Geht es nach dem Gemeinderat, wird beim Schulhaus Bühl innerhalb eines halben Jahres ein Anbau aus dem Boden gestampft. Auf das Schuljahr 2013/14 sollen dann vier neue Schulzimmer, im Untergeschoss ein Musikzimmer und weitere Räume für die Primarschüler zur Verfügung stehen. «Damit hätten wir eine gute Infrastruktur», sagt Gemeindepräsidentin Marianne Meister.

Bereits jetzt ist der Raum am Primarschul- und Kindergartenstandort des Bucheggberger Schulverbands A3 knapp. Im «Räzlirain» müssen Kinder regelrecht übereinandersteigen, um in die Zimmer zu gelangen. Und vor dem «Bühl» stehen seit vergangenem Herbst kurzfristig installierte Pavillons, weil es im Schulhaus nicht genügend Platz gibt.

Neben den überfüllten Postautos sind es diese beengten Platzverhältnisse, welche die Eltern auf die Palme bringen. Eine Tatsache, die so kurz nach dem Start des neuen Schulverbands mit Millionen-Investitionen in die Infrastruktur an den drei Schulstandorten Messen, Schnottwil und Lüterkofen irritiert. Zumal der Ausbau des Schulhauses Bühl im Dezember erst noch von der Bevölkerung in den Verbandsgemeinden genehmigt werden muss – vorausgesetzt, der Vorstand und die Delegierten geben zuvor grünes Licht. Die Arbeiten laufen derzeit auf Hochtouren, damit an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung im Juni detaillierte Pläne gezeigt werden können. Laut Bernhard Jöhr, Gemeinderat in Messen und Vorstandsmitglied im Schulverband, sind die Kosten noch nicht definiert. «Es dürfte aber weniger sein als die bereits genannten 2,3 Millionen Franken.»

Weiterer kostspieliger Brocken

Somit dürfte auf die Gemeinden ein weiterer kostspieliger Brocken zukommen. Nicht zuletzt in Gemeinden wie Messen, wo der Steuerfuss auf 140 Prozent erhöht wurde, um die neue Turnhalle zu finanzieren, dürfte sich Opposition formieren. Auf Messen entfielen rund 20 Prozent der Kosten. «Natürlich haben wir keine Freude an diesen neuen Voraussetzungen», sagt Bernhard Jöhr. In Messen ist man sich aber einig, dass ein Anbau auch finanziell nachhaltiger ist als die Pavillon-Lösung – zumal die Primarschülerzahlen, entgegen früheren kantonalen Prognosen, in Messen nicht sinken.

Messen: Das Schulhaus Bühl soll ausgebaut werden.

Messen: Das Schulhaus Bühl soll ausgebaut werden.

Im Gegenteil: Bereits auf das nächste Schuljahr hin muss in Messen ein weiterer Kindergarten eröffnet werden. «Damit die Pavillons nicht gezügelt werden müssten, würden wir den Baustart für die Turnhalle ein halbes Jahr verschieben», verspricht Gemeindepräsidentin Marianne Meister. Denn die Pavillons stehen auf dem Gelände der künftigen Turnhalle. Der Ausbau habe zudem den Vorteil, dass die Kindergärten im «Räzlirain» und die Primarschulklassen im «Bühl» konzentriert würden.

«Haben es nicht besser gewusst»

Nebst den steigenden Schülerzahlen nennt Schulverbandspräsidentin Verena Meyer weitere Gründe für den zusätzlichen Platzbedarf: «Mitten in der Umsetzungsphase des Schulverbands hat der Kanton die Klassengrössen gesenkt.» Das habe die Berechnung über den Haufen geworfen. Ursprünglich war man in Messen von drei Kindergarten- und zehn Primarschulklassen ausgegangen. Bereits nächstes Jahr wird mit insgesamt über 300 Kindern die Spitze erreicht, was vier Kindergarten- und zwölf Primarschulklassen entspricht. Zudem bräuchten die Kinder in Sachen Spezialförderung mehr Betreuung.

Auch die Einführung von Frühfranzösisch und Frühenglisch werde Probleme bereiten. «All diese Reformen bedingen zusätzliche Räume» so Meyer. Im Schulverband wehrt man sich gegen den Vorwurf, falsch gerechnet zu haben. «Wir haben es schlicht nicht besser gewusst», sagt Bernhard Jöhr. Er räumt aber ein, dass man von Beginn an knapp gerechnet und «zweifellos keine grossen Reserven eingeplant» habe.

Entspanntere Lage in Schnottwil

Nun will Verbandspräsidentin Meyer Nägel mit Köpfen machen. «Für mich stimmt es einfach nicht, wenn sich Schüler am Standort Messen quasi auf den Füssen herumstehen und die Platzverhältnisse anderswo grosszügiger sind.» Zwar zeichnet sich auch am Oberstufenstandort Schnottwil eine Erweiterung ab. Diese könne aber ohne Zusatzbauten und über den bestehenden Investitionskredit realisiert werden. Trotz der sich abzeichnenden Opposition hofft Meyer, dass gerade Gemeinden wie Messen dem Schulverband «nicht in den Rücken fallen.»

Schnottwil: Die Gemeinde will das alte Schulhaus nicht verkaufen.

Schnottwil: Die Gemeinde will das alte Schulhaus nicht verkaufen.

Und was, wenn der Ausbau scheitert? Dann müsste man die Pavillons versetzen und einen weiteren auf dem Land der Kirchgemeinde bauen. Keine dauerhafte Lösung, sagt Marianne Meister. «Und auf lange Frist wird es sehr teuer.»