Urteil
Ehemaliger Offizier wird zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt

Der ehemalige Offizier, der im April einen Streit zwischen seiner Nachbarin und deren Ex-Freund schlichten wollte und dabei zur Selbstverteidigung eine Pistole zückte, ist nun vom Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt verurteilt worden.

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Abzug einer Pistole (Symbolbild)

Abzug einer Pistole (Symbolbild)

Keystone

Ein ehemaliger Offizier der Schweizer Armee ist wegen Notwehrexzess zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 90 Franken verurteilt worden. Er hatte am 4. April 2012 seine geladene Pistole gezückt, um den aggressiven Ex-Freund der Nachbarin in die Schranken zu weisen (wir berichteten). Dies stuft das Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt als «nicht entschuldbaren Notwehrexzess» ein. Verteidiger Roland Bühler erwägt nun, das Urteil weiterzuziehen. «Mein Mandant hatte Angst um sein Leben. In dieser Situation erscheint mir die Reaktion, die Pistole zu zeigen, durchaus
angebracht.»

Der Ex-Freund der Nachbarin wiederum wurde wegen mehrfacher Drohung und Beschimpfung zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 80 Franken verurteilt. Mit den Worten, «sie haben ein Gewaltproblem, das behandelt werden muss», ordnete das Amtsgericht zudem während der Bewährungsfrist von zwei Jahren eine Gewalttherapie an, die durch die Bewährungshilfe kontrolliert werden soll. Freigesprochen wurde der Mann von den Vorwürfen der Tätlichkeit und der Freiheitsberaubung. Begründungen: Ein Auf-die-Seite-Stossen sei nicht als Tätlichkeit zu werten.

Und: Als der Angeklagte sich am 12. Mai 2012 zu seiner Ex-Freundin in den Bus gesetzt habe, habe sich diese zwar dazu gezwungen gefühlt, mit ihm Zeit zu verbringen. Aber: «Sie hätte mehrfach Gelegenheit gehabt, Hilfe zu suchen. Es war keine Freiheitsberaubung, da sie nicht in ihrer Bewegungsfreiheit beeinträchtigt wurde», so Altermatt. (hps)