Kriegstetten
«Du wolltest schon immer, dass dort alte Knochen gefunden werden»

Der Verein Hauptstrasse 52 beschäftigt den Kriegstettener Gemeinderat. Marco Jäggi, ein Mitbewohner der Hauses 52, lehnte die Einladung zur Gemeinderatssitzung ab. Dies nachdem, seiner Ansicht nach, Gemeindepräsident ad interim Manfred Küng ihn belog

Urs Byland
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Beim Gärtnern soll Marco Jäggi, Mitbewohner im Haus an der Hauptstrasse 52, «grosse Knochen von einer Wirbelsäule» gefunden haben, so Gemeindepräsident Manfred Küng a.i. (siehe Kasten unten). Marco Jäggi dementiert diese Darstellung von Küng, er habe nur das Skelett möglicherweise einer Katze gefunden. uby

Beim Gärtnern soll Marco Jäggi, Mitbewohner im Haus an der Hauptstrasse 52, «grosse Knochen von einer Wirbelsäule» gefunden haben, so Gemeindepräsident Manfred Küng a.i. (siehe Kasten unten). Marco Jäggi dementiert diese Darstellung von Küng, er habe nur das Skelett möglicherweise einer Katze gefunden. uby

Trotz einer Rechnung über nicht ganz 45 000 Franken vom Kanton in letzter Sekunde, schreibt Kriegstetten positive Zahlen. Die Rechnung des Kantons betraf die Pflegekosten. Der Ertragsüberschuss in Kriegstettens Haushalt beträgt dennoch gut 87 000 Franken. Budgetiert war ein Minus von einer halben Million Franken. Der Ertrag im letzten Jahr erreichte 5,912 Mio. Franken. Abgeschrieben wurden die gesetzlichen
8 Prozent.

Die Rechnungsaufstellung zeigt, dass für die Bildung wesentlich weniger ausgegeben werden musste, als erwartet. Der Gemeindeanteil an die Kreisschule Halten/Oekingen/Kriegstetten betrug beinahe 130 000 Franken weniger und der Kantonsbeitrag an die Lehrerbesoldung gut 100 000 Franken mehr als budgetiert. Die Kosten in der sozialen Wohlfahrt stiegen etwas mehr, als vorausgesehen, aber im Vergleich mit der Rechnung 2011 massiv – um 22,2 Prozent.

Marco Jäggi: «Manfred Küng lügt»

Aufruhr entstand vor dem Start zur Gemeinderatssitzung. Der von Manfred Küng eingeladene Marco Jäggi (Verein Hauptstrasse 52) erschien im Sitzungszimmer, begrüsste die Anwesenden und erklärte, dass er die Einladung nicht annehme, weil Küng, den er bisher nicht kannte, am Samstag an der Hauptstrasse 52 erschienen sei und ihn zweimal belogen habe. Stattdessen gab er eine schriftliche Erklärung ab, in der der Verein seine Ziele mit dem Haus Hauptstrasse 52 kundtut (siehe Bericht in dieser Zeitung vom Freitag, 24.5.) und die Gemeinde auffordert, etwas wegen des Sturmschadens zu unternehmen.

Küng erklärte, er habe die Liegenschaft besucht, um die Sicherheit in der gemeindeeigenen Liegenschaft für die Gäste des für diesen Abend angesagten Konzerts zu prüfen. Den Besuch unternahm er aufgrund eines Mails von Gemeinderat Thomas Affolter, der die Sicherheit anzweifelte.

Die folgende etwas chaotische Diskussion im Gemeinderat brachte zutage, dass niemand Genaues über das Mietverhältnis zu sagen wusste. Und dass laut Küng, die Mieter bei der Gartenarbeit grosse Knochen gefunden hätten. «Du wolltest schon immer, dass dort alte Knochen gefunden werden», sagte Thomas Affolter. Die Liegenschaft liegt im Bereich, wo archäologische Funde möglich sind. «Das stimmt nicht. Diese Unterstellung trifft mich sehr», antwortete Küng. Marco Jäggi wiederum erklärte gestern, dass Küng bei seinem Besuch immer wieder fragte, «ob wir nicht Knochen gefunden hätten. Ich habe nur etwas von einem Skelett einer toten Katze erwähnt», so Jäggi. (uby)

Investitionen stark zurückgefahren

Da war man froh um den Anstieg beim Steuerertrag um gut 300 000 Franken bei den natürlichen Personen im Vergleich zur letzten Rechnung. Auch der Steuerbatzen von der Firma Cent des Alt-Gemeindepräsidenten Peter Siegenthaler floss im letzten Jahr. Noch hat die Firma ihren Sitz nicht nach Lohn-Ammannsegg verlegt. Der Gemeinderat hofft, dass der Steuerbatzen der Cent auch in diesem Jahr fliessen wird. Immerhin sind es laut Sabi Singh rund 350 000 Franken.

Stark zurückgefahren wurden die Investitionen. Am Ende blieben Nettoinvestitionen in der Höhe von 130 000 Franken. In der letzten Rechnung betrugen die Nettoinvestitionen gut 350 000 Franken. 2011 fiel aber noch der Kauf der Liegenschaft Hauptstrasse 52 (fast 1,3 Mio. Franken) an. Die Rechnungsprüfungskommission hat nun angeregt, auf dieser Liegenschaft eine Wertberichtigung (Verminderung um 50 000 Franken) vorzunehmen und 2013 vom Finanzvermögen ins Anlagevermögen umzubuchen.

Wer managt die SBB-Tageskarten?

Eine neue Lösung strebt der Gemeinderat bei den SBB-Tageskarten an. Die Verwaltung dieser von der Bevölkerung in den drei Gemeinden Oekingen, Halten und Kriegstetten geschätzten Dienstleistung erledigt die Kriegstetter Gemeinde und kostet rund 10 Stellenprozente. Zu viel für Thomas Affolter. «Aufwand und Nutzen stimmen nicht überein.» Er beantragt, dass sich die Gemeinde vom GA-Tageskartengeschäft zurückziehen soll. Der Gemeinderat stimmte diesem Antrag mit 3 Ja und 2 Nein zu. Gemeindepräsident ad interim Manfred Küng wird sich nun mit den Gemeindepräsidenten von Oekingen und Halten über die Zukunft dieser Dienstleistung beraten müssen.