Oensingen

Druag definitiv zu: Maschinen werden verkauft

Die Druag Druckguss AG an der Solothurnstrasse stellte Ende Februar definitiv ihren Betrieb ein. 63 Arbeitsplätze gingen verloren.Felix Gerber

Die Druag Druckguss AG an der Solothurnstrasse stellte Ende Februar definitiv ihren Betrieb ein. 63 Arbeitsplätze gingen verloren.Felix Gerber

Die Druag Druckguss AG in Oensingen hat die Maschinen definitiv abgestellt. Bis Ende Februar seien noch letzte Kundenaufträge abgearbeitet worden, aber nun sei Schluss, erklärt Mark Stadelmann vom Kantonalen Konkursamt in Oensingen auf Anfrage.

Über den Industriebetrieb wurde wegen Überschuldung bereits im vergangenen September der Konkurs eröffnet. Insgesamt haben 63 Angestellte ihren Arbeitsplatz verloren.

Das Konkursamt habe nun die Verwertung der Aktiven der Druag eingeleitet. Dabei gebe es schon einige Erfolge. «Die Druckgussmaschinen und CNC-Bearbeitungsanlagen konnten wir bereits verkaufen», sagt Stadelmann. Für die Liegenschaften und übrigen Aktiven sei die Suche nach potenziellen Käufern am Laufen.

Nach Aussage von Stadelmann habe sich der vorübergehende Weiterbetrieb «gelohnt». Laufende Lieferverpflichtungen hätten noch erfüllt werden können und die betroffenen Mitarbeitenden hätten mehr Zeit gehabt, einen neuen Arbeitsplatz zu suchen. Zudem seien die «normalen« Löhne ausbezahlt worden.

Für die Betroffenen besonders schlimm ist, dass im Fall eines Konkurses kein Sozialplan zur Anwendung kommt. Auch deshalb habe sich die Fortführung bewährt. Denn es seien noch Geldleistungen für Ferienguthaben und Überzeiten für die Mitarbeitenden offen. Zudem fehlten noch Beiträge an die Pensionskasse sowie Sozialversicherungsbeiträge. «Wir gehen – Stand heute – davon aus, dass alle diese Forderungen der 1. und 2. Gläubigerklasse erfüllt werden können.» Bei einer sofortigen Schliessung nach Konkurseröffnung wäre dies nicht möglich gewesen.

Forderungen in Millionenhöhe

Inzwischen sei der Schuldenruf erfolgt. Die Eingaben würden nun geprüft und der entsprechende Kollokationsplan erstellt. Wie hoch die Gesamtsumme der Forderungen gegenüber der Druag ist, kann Stadelmann noch nicht beziffern. Nur soviel: «Es geht um mehrere Millionen Franken.» Die deutsche Piad-Gruppe, die 2002 die Aktienmehrheit an der Druag übernommen hatte, habe den Rangrücktritt erklärt. Das bedeute, dass ihre Forderungen erst dann beglichen würden, wenn zuvor alle übrigen offenen Positionen befriedigt sind.

Mit zu den Problemen der Druag AG beigetragen hat der starke Franken, wie der Solothurner Anwalt Conrad Stampfli als ehemaliger Verwaltungsrat im vergangenen Herbst erklärte. Einen Grossteil der Aufträge habe man an Firmen in der Türkei verloren. Den zuletzt erreichten Umsatz bezifferte er auf 7 bis 10 Millionen Franken. Die 1967 gegründete Druag AG war von Beginn an auf die Herstellung von Aluminium- und Zinkdruckgussteile spezialisiert. Die dazu nötigen Druckgiessformen wurden intern gefertigt.

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