Biberist
Droht jetzt eine Schlammschlacht um die Arena?

Seit gestern Abend ist klar, wer die Retter sind, die das Geschäft mit der Culturarena wieder in Schwung bringen wollen. In Biberist informierte die Gruppe um den Zuger Rechtsanwalt Patrick Nützi über die Strategie.

Christof Ramser
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Patrick Nützi (links am Tisch) will die Culturarena wieder auf Kurs bringen. hanspeter bärtschi

Patrick Nützi (links am Tisch) will die Culturarena wieder auf Kurs bringen. hanspeter bärtschi

Solothurner Zeitung

Schnell wurde klar: Verluste sind unvermeidlich. Je mehr Gläubiger sich aber zusammenschliessen, desto grösser sei die Chance, dass doch noch etwas herausschaut. Rund 25 Schuldbriefinhaber versammelten sich in der Culturarena, wo die Hintergründe der letzten erfolglosen Geschäftsjahre beleuchtet wurden. Der Schuldenberg hat sich in dieser Zeit auf 5,5 Millionen Franken angehäuft.

Dabei fiel auf, dass der Grossteil der geprellten Darlehensgeber aus der Ostschweiz stammt. Seit letztem Frühling warten sie auf ein Konzept zur Rettung der eingeschossenen Gelder, das ihnen der frühere Verwaltungsrat Peter Ammann versprochen habe. Von Hinhaltetaktik war die Rede. «Seit wir diese Veranstaltung angekündigt haben, registrieren wir jedoch eine hektische Tätigkeit von Ammann», sagte Jürg Schnetzler, der die Gruppe in finanziellen Fragen berät.

Ammann will Gläubiger schützen

In der Tat: Seit gestern liegt dieser Zeitung ein ausformulierter Businessplan von Peter Ammann vor. Auch er versucht nun aktiv, Gläubiger ins Boot zu holen, um den maroden Dampfer wieder auf Kurs zu bringen. Er wurde gestern jedoch nicht eingeladen, um diesen Plan vorzustellen. Die Begründung von Patrick Nützi: Ammann sei nicht unter den insgesamt 56 Schuldbriefinhabern und müsse darum nicht über die Strategie informiert werden.

Peter Ammann war früher Verwaltungsrat der Culturarena Biberist Solothurn AG, die aus der Pralino Flösserhof hervorgegangen ist, sowie der Viritis Holding AG, die das Geschäft zuletzt noch führte. Sämtliche Gesellschaften gingen in Konkurs. Auf Anfrage beteuert er, in einer künftigen Gesellschaft keine Verpflichtungen wahrnehmen zu wollen. Es gehe ihm einzig darum, die Gläubiger zu schützen. Ammann betont, sich nach erfolgter Rettung der Culturarena vollständig zurückzuziehen. Damit kommt er einer Forderung nach, die gestern Abend von einem Gläubiger explizit gestellt wurde. Er wolle nicht mehr mit Ammann «gschäfte», sagte der Mann in breitem Zürcher Dialekt.

Peter Ammanns Strategie sieht vor, dass sich sämtliche 56 Schuldbriefinhaber zusammenschliessen und die Culturarena ersteigern. Fürs Erste sollen sie auf ihre Forderungen verzichten, um später dafür vollumfänglich auf ihre Kosten zu kommen (siehe Box). Die Grundpfandforderungen würden dabei auf eine neue Gesellschaft mit einem Aktienkapital von 300000 Franken übertragen.

Versteigerung im April

Die Gruppe um Ammann, die auch von der Stockwerkeigentümerin in der Culturarena, Bernadette Krebs, unterstützt wird, will auf den Kauf der Liegenschaft verzichten, falls ein anderes Modell die Grundpfandforderungen besser absichert. Ob die Gruppe um Patrick Nützi dies gewährleisten kann, bleibt bis Anfang 2012 offen. Dann entscheidet sich, wie viele Gläubiger sich von seiner Idee überzeugen lassen. Die Culturarena soll dann voraussichtlich im April unter den Hammer kommen. Das Konkursamt schätzt den Wert der Liegenschaft auf 1,9 Millionen Franken. Ein Mindestangebot ist bei der Versteigerung nicht vorgesehen.

Klar ist: Für die Gläubiger gibt es keine Garantie, dass sie ihr Geld jemals wiedersehen. Vieles hängt vom wirtschaftlichen Erfolg eines künftigen Betriebs ab. Darin sind sich beide Seiten einig. Und: Beide Gruppierungen betonen ebenso, dass sie nichts dagegen haben, mit dem vermeintlichen Gegenspieler zusammenzuspannen.