Am 1. Januar 2018 sind die Forstbetriebsgemeinschaften Thierstein Süd, Thierstein Mitte und Dorneckberg Süd Geschichte. Aufs neue Jahr hin schliessen sich die bisher einzeln für ihre Gebiete zuständigen Gemeinschaften zum Forstbetrieb Schwarzbubenland zusammen. Dem Zweckverband gehören künftig alle rund zwölf Mitarbeiter an, was zu einer stärkeren Nutzung von Synergien führen soll.

So ist es unter anderem möglich, dass Forstwarte, die bis jetzt nur im Thierstein arbeiteten, auch auf dem Dorneckberg tätig sind. «Für unsere Angestellten wird die Arbeit auf diese Weise spannender», erklärt Josef Borer, Revierförster im Forstrevier Thierstein Mitte, dem die Gemeinden Breitenbach, Büsserach, Fehren, Grindel, Himmelried und Zullwil angehören. Hätten er und seine Mitarbeiter bislang zwangsläufig Allrounder sein müssen, könne man sich nun spezialisieren. Er betont, dass die Fusion vorerst keinen Abbau von Personal nach sich ziehe, schränkt aber ein, dass der Betrieb gewinnorientiert arbeiten müsse.

Einen Vorteil sieht Revierförster Borer auch in der Reduktion von Verwaltungsaufwand, wenn es nur noch einen Forstbetrieb gibt: «Derzeit muss ich oftmals für jede Gemeinde in unserem Gebiet einen eigenen Arbeitsrapport ausfüllen. Das ändert sich glücklicherweise bald», sagt er. Ab 2018 wird es nur noch ein einziges Budget geben.

Sieben Zweckverbände im Kanton

Die stärkere Spezialisierung der Mitarbeiter und ein Bürokratieabbau sind zwar angenehme Nebeneffekte, der Hauptgrund für die Fusion ist aber ganz klar ökonomischer Natur. «Die drei aktuellen Forstbetriebsgemeinschaften sind allesamt sehr klein. Durch einen Zusammenschluss können wir sie auf einen stabilen wirtschaftlichen Boden stellen», erklärt Lorenz Bader, der mit seinem Solothurner Ingenieur-Büro den Prozess begleitet. Der Umsatz des neugegründeten Forstbetriebs Schwarzbubenland werde jährlich etwa zwei bis drei Millionen Franken betragen, schätzt er. Damit sei der Betrieb mit einem KMU vergleichbar.

Forstingenieur Lorenz Bader hat in der Vergangenheit bereits bei der Gründung von anderen derartigen Forstbetrieben mitgeholfen. «Mit demjenigen im Schwarzbubenland gibt es dann sieben solcher Zweckverbände im Kanton Solothurn», sagt er. Für die Waldeigentümer habe die Fusion grösstenteils positive Auswirkungen. «Gibt es nur noch einen Betrieb, sinkt das wirtschaftliche Risiko für die Waldeigentümer.» Zu Beginn werde jeder Waldeigentümer im Vorstand des Zweckverbands vertreten sein.

Nunningen wagt Alleingang

Keinen Einsitz nehmen wird dort die Gemeinde Nunningen, welche als Waldeigentümerin zum Forstrevier Thierstein Süd gehört. «Wir haben beschlossen, dem Forstbetrieb Schwarzbubenland nicht beizutreten», sagt Peter Hänggi, Präsident der Forstkommission Nunningen. Gehöre man dem Forstbetrieb an, nutze dieser den Wald in Gebrauchsleihe, wofür der Grundeigentümer das Risiko zu tragen habe. «Wir hätten so nur noch ein Veto-Recht, wenn wir nicht möchten, dass beispielsweise Arbeiten ausgeführt werden.»

Das sei ihnen zu wenig. «Wir wollen unseren Wald unter den gegebenen Voraussetzungen nicht aus den Fingern geben», stellt er klar. Im Nunninger Wald sollen externe Arbeiten in Zukunft von spezialisierten Unternehmen und dem Werkhof ausgeführt werden.

Die acht Ortschaften Breitenbach, Büsserach, Erschwil, Fehren, Grindel, Himmelried, Büren und Beinwil haben der Neuorganisation hingegen schon zugestimmt. In Zullwil, Meltingen und Seewen steht der Entscheid noch aus. Da das notwendige Quorum von 70 Prozent der gesamten Waldfläche aber bereits erreicht wurde, wird der Forstbetrieb Schwarzbubenland auf jeden Fall per 1. Januar 2018 Realität.