Dorneck-Thierstein
Grüne und SVP gewinnen einen Sitz hinzu

Der traditionell starke Freisinn büsst ein Mandat im Kantonsrat ein. Die Sozialdemokraten schrumpfen zum Duo. Das sind die Ergebnisse der Kantonsratswahl in der Amtei Dorneck-Thierstein.

Dimitri Hofer
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Janine Eggs kandidierte für die Partei der Grünen bei den Kantonsratswahlen Amtei Dorneck-Thierstein. Sie ist eine der unerwarteten Wahlsiegerinnen.

Janine Eggs kandidierte für die Partei der Grünen bei den Kantonsratswahlen Amtei Dorneck-Thierstein. Sie ist eine der unerwarteten Wahlsiegerinnen.

Juri Junkov

Am Ende war im Dorneck-Thierstein nur bei der CVP alles wie gehabt: Die Christlichdemokraten konnten bei den Kantonsratswahlen ihre drei Sitze verteidigen. Bei den anderen Parteien kam es zu Verschiebungen, welche die 13-köpfige Vertretung des Schwarzbubenlands in Solothurn grüner und rechter machen. Damit liegt die Amtei diesseits des Juras im kantonalen Trend.

Stimmen wanderten von SP zu Grünen, von FDP zu SVP

Dass bei den Grünen der letztjährige Kantonsratspräsident Daniel Urech die Wiederwahl schaffte, ist keine Überraschung. Dass seine Dornacher Parteikollegin Janine Eggs aber ebenfalls ins Parlament einzieht, hingegen schon. Die Grünen waren mit einer vollzähligen, starken Liste an den Start gegangen.

Es ist anzunehmen, dass die eine oder andere Stimme von den Sozialdemokraten zu den Grünen gewandert ist. Die SP muss einen schmerzlichen Sitzverlust hinnehmen und schickt künftig nur noch zwei Parlamentarier aus dem Schwarzbubenland ins Solothurner Rathaus. Die beiden Amtierenden Simon Esslinger und Karin Kälin können eine Legislatur anhängen. Esslinger ist Gemeindepräsident in Seewen, Kärin Gemeindepräsidentin in Rodersdorf. Es gelang der SP jedoch nicht, den Sitz des nicht mehr angetretenen Stefan Oser in den eigenen Reihen zu halten.

Zwei traten bei der FDP nicht mehr an - nur einer konnte erben

Einen Parlamentarier weniger in der Kantonshauptstadt stellt in den nächsten vier Jahren auch die FDP. Zwar schafften die zwei etablierten Kantonsräte Christian Thalmann und Mark Winkler die Wiederwahl problemlos. Mit dem Breitenbacher David Häner konnte aber nur ein Neu-Kandierender ins Solothurner Parlament einziehen. Der traditionell im Schwarzbubenland starke Freisinn musste Federn lassen. Das lag wohl auch daran, dass die beiden langjährigen Kantonsräte Heiner Studer und Hans Büttiker nicht mehr bei den Kantonsratswahlen angetreten waren.

Wahrscheinlich konnte aber auch die SVP der FDP Stimmen abluchsen. Der Volkspartei konnte einen Sitz hinzugewinnen und verfügt nun über drei Sitze im Parlament. Dies gelang, obwohl sich Zugpferd Peter M. Linz nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. Kantonsrätin und SVP-Amteipräsidentin Sibylle Jeker sagt: «Wir sind sehr zufrieden, dass wir unser Ziel - einen dritten Sitz - endlich erreichen konnten», sagt sie. Vor vier Jahren sei es sehr knapp gewesen.

«Auch dieses Mal hatten wir eine starke Liste. Zudem haben unsere Kandidatinnen und Kandidaten einen starken Wahlkampf geführt.»

Neu für die SVP in Solothurn politisieren werden Andrea Meppiel aus Hofstetten-Flüh und Thomas Giger aus Nuglar-St. Pantaleon.

Nunninger Kantonsrat macht das beste Resultat in der Amtei

Im Gegensatz zu den anderen Parteien herrscht bei der CVP Kontinuität. Auch in Zukunft werden die Christlichdemokraten das Dorneck-Thierstein als Trio vertreten. Alle Amtierenden schafften die Wiederwahl. Susanne Koch Hauser und Bruno Vögtli bekundeten wenig Mühe, ihre Sitze zu verteidigen. Der Nunninger Kantonsrat und frühere Gemeindepräsident Kuno Gasser erreichte mit 3576 Stimmen sogar das beste Resultat aller 66 Kandidierenden aus dem Schwarzbubenland.

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Janine Eggs, Grüne, Dornach
Tom Ulrich

Janine Eggs, Grüne, Dornach

Die Wahl der Grünen Janine Eggs kam unerwartet. Künftig werden die Grünen mit ihr und Daniel Urech zwei Parlamentarier aus Dornach nach Solothurn entsenden. Die 27-Jährige engagiert sich auf kommunaler Ebene in zwei Kommissionen. Die Ochsentour scheint sich auszuzahlen. Im Kantonsrat möchte sich die studierte Geografin und Raumplanerin vor allem raumplanerischen Themen widmen. (hof)

Flop

Noam Schaulin, SP, Hochwald
zvg

Noam Schaulin, SP, Hochwald

Für den Co-Vize-Präsidenten der Baselbieter Juso gab es bei den Solothurner Kantonsratswahlen nichts zu holen. Von allen zehn Kandidierenden der SP erreichte er am zweitwenigsten Stimmen. Wahrscheinlich hängt dies mit seinen erst 23 Jahren zusammen. Vielleicht hatte er sich aber auch kürzlich ein wenig unbeliebt gemacht, als die Baselbieter Juso die Schliessung des Euro-Airports forderte. (hof)