Verhandlung
Dornach schickt Progymeler weiterhin ins Baselbiet

Die Gemeinde Dornach muss mit dem Nachbarkanton neu über den interkantonalen Schüleraustausch verhandeln. Der Schulweg nach Büren ist kein Thema für den Gemeinderat und Liestal will mehr Geld.

Lukas Hausendorf
Merken
Drucken
Teilen
Das Gymnasium Liestal: Hierhin gehen die Schüler aus Dornach.

Das Gymnasium Liestal: Hierhin gehen die Schüler aus Dornach.

Kenneth Nars

Müssen Dornacher Progymnasiasten bald in Büren zur Schule? Dieses Szenario geisterte noch vor einem Jahr durch die Köpfe im Solothurner Amt für Volksschulen. Denn: Die Kreisschule Büren, die zwar eine eigene progymnasiale Abteilung (P-Abteilung) führt, hat zu wenig Schüler. Sie wurde bislang als E-Plus-Sekundarstufe geführt, doch der Kanton lässt diesen provisorischen Status dieses Jahr auslaufen. Ein Zusammenschluss mit der Sekundarschule Dornach, die keinen eigenen P-Zug führt, lag auf der Hand. Man müsse nun prüfen, ob es eine interkantonale Lösung gibt, sagte Amtsleiter Andreas Walter im Juni gegenüber der bz. Der Standort sei aber noch nicht entschieden.

Gemeindepräsident Christian Schlatter wollte damals noch keine Auskunft geben zum Thema, sagte aber einzig: «Ein Schülertransfer nach Büren ist für Dornach kein Thema.» Aber sicher war damals noch nichts. Der Kanton Baselland will die Tarife für den interkantonalen Schülertransfer neu aushandeln. Konkret: Liestal will mehr Geld.

Geht es nach dem Willen des Dornacher Gemeinderats, soll das Baselbiet mehr Geld aus Solothurn für Dornacher Schüler erhalten. Am Montag verabschiedete das Gremium eine Stellungnahme zuhanden des Solothurner Bildungsdirektors Remo Ankli, in der ein Zusammenschluss mit Büren vehement verworfen wird. Auch der Bau von Schulraum, um eine gemeinsame Sek-P mit der Kreisschule Büren zu führen, kommt für den Gemeinderat nicht infrage.

Man habe zwar ein grosses Verständnis für die Situation der Kreisschule, aber für Dornach sei die Ausgangslage eine ganz andere. Einerseits sei die bisherige Praxis, dass die Dornacher P-Schüler in den Baselbieter Nachbargemeinden zur Schule gehen, bewährt und biete eine optimale Voraussetzung für den Besuch eines Baselbieter Gymnasiums. Andererseits, hält der Gemeinderat fest, «besteht keine Gewähr, dass Dornacher Schüler nicht plötzlich den weiten Weg nach Büren auf sich nehmen müssten», wenn die Sek-P mit der Kreisschule Dorneckberg zusammengelegt würde.

Das Baselbiet ist günstiger

Nebst diesen Unwägbarkeiten spielen für Dornach letztlich auch die Kosten eine entscheidende Rolle. «Es gibt kein Szenario, bei dem der Zusammenschluss mit Büren günstiger wäre, als die Schüler weiterhin ins Baselbiet zu schicken», sagte Daniel Urech an der Gemeinderatssitzung vom Montag. Bei einer Neuaushandlung der Modalitäten des interkantonalen Schüleraustauschs rechnet die Gemeinde mit Mehrkosten von 80 000 Franken pro Jahr.

Demgegenüber steht die innerkantonale Lösung, die für Dornach mit dem Bau von zusätzlichem Schulraum verbunden wäre. Und der ist wesentlich teurer, als die Schüler ins Baselbiet zu schicken. Die Botschaft an Ankli ist darum klar: Neuverhandlungen mit dem Kanton Baselland über das regionale Schulabkommen sind unumgänglich.